Beeindruckt von Rukwieds emotionaler Grundsatzrede

17. Oktober 2020

Hubert Seggewiß fasst seine Eindrücke vom Bauerntag in Erfurt zusammen

Selfie von Hubert Seggewiß mit Ludger Schulze Beiering beim Bauerntag in Erfurt.

Auf der Mitgliederversammlung des Deutschen Bauernverbandes (DBV) am gestrigen Freitag in Erfurt haben die Delegierten Joachim Rukwied mit 81,6 Prozent für weitere vier Jahre zum Bauernpräsidenten gewählt. Mit dem WLV-Kreisverbandsvorsitzenden Ludger Schulze Beiering (Borken-Weseke) und dem Vorsitzenden des Kreisausschusses für Nebenerwerbslandwirte, Hubert Seggewiß (Rhede-Krommert), kamen zwei der knapp 500 Delegierten aus dem Kreis Borken.

Mit einem Tag Abstand schildert Seggewiß seine Eindrücke. Ihn hat die emotionale Grundsatzrede des Präsidenten beeindruckt: „Rukwied hat eine sehr ergreifende, kämpferische Rede gehalten, was ich in der Vergangenheit so bei ihm nicht immer wahrgenommen hatte." Der seit 2012 amtierende DBV-Chef habe sich dabei auch zur Kritik am Verband und an seiner Person geäußert: „Rukwied hat klar eingeräumt, dass er kämpferischer auftreten müsse, was allerdings auch von mehreren anwesenden Delegierten massiv eingefordert wurde." Gut gefallen hat Seggewiß unter anderem die Klarheit des Präsidenten in der Forderung zur Ächtung von Stalleinbrüchen oder die Forderung zum klaren Vorrang des Schutzes von Weidetieren vor dem Schutz des Wolfes: „Wölfe, die vornehmlich Nutztiere reißen, müssen entnommen oder zumindest beschossen werden dürfen, um sie zu vergrämen." Ebenfalls Lob hat Seggewiß übrig für den klar zum Ausdruck gebrachten Veränderungswillen mit mehr Frauen im Verband und dem Ziel, die junge Landwirtegeneration stärker einzubinden.

Eher enttäuscht äußert sich Seggewiß über die per Videoschalte in den Saal übermittelte Ansprache von Julia Klöckner: „Die Ministerin hat uns viel Honig um den Bart geschmiert – immer wieder mit dem Satz, wie wichtig wir Landwirte sind für die Sicherung der Ernährung. Sie hat unter anderem auch versprochen, sich massiv für die deutsche Landwirtschaft einsetzen zu wollen in Brüssel bei den Verhandlungen der Fortschreibung der Gemeinsamen Agrarpolitik. Ob den Versprechungen auch Taten folgen, bleibt abzuwarten. Massive Kernaussagen habe ich aber vermisst." Eine Empfehlung der Ministerin an den Berufsstand habe ihn aber sehr überzeugt: „Die Politik brauche einen kompetenten Ansprechpartner und nicht ständig nur protestierende Leute mit unterschiedlichen Ansichten. Die Bauern sollten mit einer Stimme sprechen und aufpassen, dass sie sich nicht splitten."

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