Zum Welternährungstag: Was ist die Aufgabe des Bauern?

19. Oktober 2020

Viel diskutierter Beitrag auf der Facebook-Seite "Borkener Landgeschichten"

Das Lehrbuch zur Pflanzenbaulehre von 1920

Das Autorenteam der Social-Media-Initiative Borkener Landgeschichten hat sich anlässlich des Welternährungstages am 16. Oktober mit der Frage beschäftigt: "Was ist die Aufgabe des Bauern ". Der Beitrag hat in der Netzgemeinde bei Facebook ein großes Echo nach sich gezogen. Den Text geben wir daher hier unverändert wider:

Das hat auch bei vielen Borkener Bauernfamilien in Regalen mit historischen Büchern noch seinen Platz: Das Lehrbuch zur Pflanzenbaulehre von 1920. Wir haben anlässlich des heutigen #Welternährungstag das Buch mal abgestaubt und geblättert: Da liegt der klare Fokus darauf, wie der Bauer von seiner Ackerfläche möglichst viel Weizen, Kartoffeln und andere Früchte ernten kann. Schon beim Lesen der Einleitung ist förmlich mit Händen zu greifen, dass die Menschen in Deutschland die Bedeutung des Wortes „Hunger" noch zu genau kannten. Der erste Weltkrieg mit dem #Steckrübenwinter 1916/17 war noch frisch im Gedächtnis. Daraus folgte auch eine hohe Wertschätzung für den bäuerlichen Berufsstand.
Auch 100 Jahre danach geht es immer noch um möglichst gute #Erträge, aber gleichzeitig auch um bestmöglichen Schutz für Pflanzen und Tiere sowie für #Wasser, #Boden, #Luft und #Klima. Für uns Bauern ist neben die Aufgabe als Ernährer gefühlt fast schon der Anspruch getreten, die Welt retten zu sollen. Doch unsere eigenen Familien von unserer Arbeit zu ernähren, wird bei alldem immer schwerer. Denn bezahlen will uns die Erfüllung dieser Aufgaben kaum jemand. Wir Bauern fühlen uns alleingelassen.
Ein wenig #Hoffnungsschimmer liegt zum einen in politischen Versprechungen vieler Parteien für fairere Bedingungen und zum anderen auch in der erklärten Bereitschaft vieler Menschen, für höhere Standards auch mehr Geld bezahlen zu wollen.
Den Versprechungen müssen aber nun sehr bald auch #Taten folgen. Denn wenn die bäuerliche Nahrungsmittelproduktion in Deutschland weiter niedergedrückt wird, werden weltweit mehr Menschen hungern müssen.

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