Fairplay für ein Ende des Schweinestaus!

04. November 2020

BoLa-Kommentar zur aktuellen Lage der Schweinehalter

Die Situation in den Schweineställen im Westmünsterland verschärft sich wöchentlich. Hintergrund ist der durch die Corona-Pandemie verursachte Schweinestau. Auch der Ausbruch der ASP in Ostdeutschland hat zu Absatzproblemen geführt. Die Schlacht-und Zerlegebetriebe sind nun nicht mehr annähernd in der Lage, die gleichen Mengen an #Fleisch zu verarbeiten wie in normalen Zeiten.

Die aktuelle Lage hat Schweinehalter Thomas Föing aus Borken-Grütlohn auf der Facebook-Seite "Borkener Landgeschichten" sehr treffend kommentiert. Wir geben den Inhalt seines Statements hier ungekürzt wider:

Eins vorweg: Natürlich geht der Schutz der in den Schlachtbetrieben arbeitenden Menschen vor. Das ist klar. Auch wir Landwirte wollen, dass die Corona-Ausbreitung sich abflacht. In der Bewältigung der Krise wollen wir als Lebensmittelbranche aber nicht vergessen werden!

Aus der Politik kam jüngst der Rat an uns Schweinehalter, doch jetzt mal freiwillig die Schweine-Erzeugung zu drosseln. Sorry, aber solche Ratschläge empfinden viele von uns als Hohn! Wegen der langen Zeitdauer von 300 Tagen von Beginn der Trächtigkeit bis zur Schlachtung ist unser Bremsweg sehr lang. Es ist noch nicht annähernd 300 Tage her, da hat man an uns das Signal gesendet: „Liebe Landwirte, ihr seid systemrelevant! Wir als Gesellschaft in Deutschland wünschen uns von euch, dass ihr fleißig produziert, damit wir beruhigt in den Supermarkt gehen und dort immer volle Regale vorfinden können." Und jetzt lassen uns Politik, Behörden und der Einzelhandel im Regen stehen!

Mit schlechten Preisen können wir Schweinehalter eine Zeit lang umgehen. Leider mussten wir in den letzten Jahrzehnten da stets mit vielen Hochs und Tiefs leben. Aber wenn in unserem Stall die Schweine immer schwerer werden und die Tiere vom Ferkellieferanten schon „an unsere Stalltür klopfen", wächst die Nervosität. Oben drein zahlen wir noch drauf, indem wir mit Preisabschlägen für zu schwer abgelieferte Schweine bestraft werden. Wir brauchen ganz schnell Lösungen!

Es braucht nun Corona-Hilfen für die Lebensmittelbranche! Und die wichtigste Hilfe ist erst mal nicht: „Mehr Geld!" sondern: „Mehr Anstrengungen und unbürokratische Lösungen, damit die Schlachthöfe so gut wie möglich arbeiten können!"

#fairplaybitte #bauernbrauchenzukunft #nofarmersnofood

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