Solidarität unter Schweinehaltern gefragt

17. November 2020

Sitzung des Veredlungsausschusses / Marktverwerfungen durch Corona und ASP

Die Situation auf den schweinehaltenden Betrieben im Kreis Borken ist extrem angespannt. Die Preise sind im Keller und vor allem der Schweinestau beschäftigt die Betriebe. Vor dem Hintergrund der Erwartung, dass die Corona-Krise wie die ASP-Situation noch eine ganze Zeit anhalten dürfte, wird es zunehmend auch auf die Solidarität im Berufsstand ankommen.

In der Sitzung des Veredlungsausschusses im WLV-Kreisverband, die jetzt erstmals in digitaler Form per Videokonferenz stattfand, schilderten mehrere Ortsdelegierte übereinstimmend die Beobachtung, dass Ferkel in den Mastställen derzeit nicht überall zügig nachgestallt werden. Der daraus entstehende Druck bei den Ferkelerzeugern sei teilweise immens. Der Ausschussvorsitzende, Heinrich Große Liesner, fasste die Stimmung in der Sitzung wie folgt zusammen: „Neben allen berechtigen Forderungen Richtung Politik, Handel und Schlachtbranche wird es in den kommenden Monaten auch auf uns selbst ankommen. Wir brauchen jetzt Solidarität zwischen Mästern und Sauenhaltern. Diese Durchgängigkeit ist nicht zuletzt vor dem Hintergrund wichtig, dass wir auch in Zukunft eine eigene namhafte Ferkelerzeugung in Deutschland behalten wollen."

Der aus Münster live zugeschaltete WLV-Veredlungsreferent Bernhard Schlindwein berichtete, dass es sich bei den Sauenhaltern in der gegenwärtigen Situation grundsätzlich positiv auswirke, wenn sie, abgesehen von Einzelfällen, in einer festen Vertragsbeziehung zu Mästern stünden. Zum Abbau des „Schweinestaus" in den Ställen fordert der WLV eine Öffnung der Preismasken für Schlachtschweine. Damit überschwere Schweine preislich nicht allzu hart bestraft werden, sollten die Abrechnungsmasken für Schlachtschweine erweitert und die Gewichtsgrenzen nach oben wie nach unten jeweils um drei Kilogramm angehoben bzw. gesenkt werden.

Intensiv diskutierte der Ausschuss auch das Thema Nutztierstrategie. Bernhard Schlindwein schilderte seinen Eindruck, dass die Arbeit der Borchert-Kommission zu wirken beginne: „Wichtig ist jetzt vor allem, dass es gelingt, die Finanzierung zum Umbau der Tierhaltung innerhalb Deutschlands – aber auch in der EU – abzustimmen."

Digitaler WLV-Veredlungstag am 26. November

Das langjährige Ringen um einen gesellschaftspolitischen Kompromiss zur Veredlungswirtschaft in Deutschland wird ein zentraler Punkt bei dem am 26. November um 19:30 stattfindenden digitalen WLV-Veredlungstag. Teilnehmen werden dort unter anderem NRW-Landwirtschaftsministerin Ursula Heinen-Esser, Bundesminister a.D. Jochen Borchert und WLV-Präsident Hubertus Beringmeier.

Die Einwahldaten zum Veredlungstag werden rechtzeitig über das BauernInfo Schwein, über das AgrarInfo Politik sowie die WLV-App bekannt gegeben.

Weiterführende Inhalte zur Situation in der Schweinehaltung

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