Lichtblicke in dunklen Zeiten

26. November 2020

Kreisvorstand kommt erstmals per Videokonferenz zusammen

Kreisgeschäftsführer Jörg Sümpelmann bei der ersten digitalen Vorstandssitzung.
Gestern Abend kam der WLV-Kreisvorstand erstmals in der Geschichte per Video-Meeting zusammen. In der Abfragerunde wurde nochmals die angespannte Situation auf den Betrieben deutlich. Es gab aber auch viele hoffnungsfroh stimmende Geschichten.

Die Stimmung auf den landwirtschaftlichen Betrieben im Kreis Borken ist momentan sehr gedrückt. Schlechte Erzeugerpreise für Milch und Fleisch, Schweinestau, schon umgesetzte und geplante Gesetzesverschärfungen und eine zunehmende Auflagenflut. Einhelliger Tenor: „Es reicht. Unsere Betriebe halten das nicht mehr aus. Wir brauchen Unterstützung und das schnell." Dieses Stimmungsbild wurde sehr deutlich spürbar in der Abfragerunde der Ortsverbandsvorsitzenden bei der Vorstandskonferenz des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes. Diese wurde gestern Abend erstmals in der Geschichte als Video-Meeting durchgeführt.

Aber die Vorstandsmitglieder brachten auch mehrere positive Geschichten aus den Ortsverbänden in die Runde mit ein: Die Biodiversitätsaktion „Blühendes Band durch Bauernhand" und auch die traditionelle Spendensammlung mit der Sonnenblumenaktion wurden flächendeckend umgesetzt und stießen bei der Bevölkerung auf viel Anerkennung. Egal ob mit grün, rot, schwarz, gelb oder blau (UWG): Den im Zusammenhang der Kommunalwahl gepflegten Dialog mit allen demokratischen-verfassten, etablierten Parteien beschrieben die Vertreter der Ortsverbände durchweg als erfreulich. Diese offene Atmosphäre des Dialogs wollen die Beteiligten vor Ort beibehalten.

Lob von allen Seiten gab es für die WLV-Ortsverbände in Bocholt und Rhede für die Durchführung der Beleuchtungsfahrt Anfang November, die vor allem in Zeiten von Corona auf riesiges Interesse gestoßen war. Mehrere Vertreter aus anderen Regionen wollen sich dies zum Vorbild nehmen und mit ähnlichen, wenn auch kleineren Lichter-Aktionen positive und corona-sichere Öffentlichkeitsarbeit für den Berufsstand machen. Ebenfalls corona-sicher lassen sich Hofbesuche im Freien und unter Einhaltung der AHA-Regeln durchführen, was Besuchergruppen zuletzt unter anderem in Ahaus und Gronau auch dankbar und mit großem Interesse angenommen haben.

Für gute Stimmung sorgte auch die Ankündigung von Kammerkreisstellenleiter Heinrich-Ludger Rövekamp, dass die Bearbeitung der Betriebsprämienanträge trotz vereinzelter Corona-Fälle in der Belegschaft und erhöhter Auflagen gut vorangehen. Die Auszahlung der Prämien soll weitestgehend pünktlich im Dezember erfolgen.

Mit 41 Teilnehmern war die Beteiligung an dieser digitalen Vorstandszusammenkunft so hoch wie bei sehr gut besuchten Präsenzveranstaltungen. „Das schreit nach mehr", fasste der Kreisverbandsvorsitzende Ludger Schulze Beiering abschließend zusammen. Künftig soll der Austausch unabhängig von Corona häufiger auf diesem Wege gepflegt werden.

Der Kreisverband wird für den Winter auch derartige digitale Zusammenkünfte auf Ebene der Ortsverbände anbieten als Ersatz für die ausfallenden klassischen Winterversammlungen vor Ort in den Gaststätten.

 

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