Geflügelpest-Nachweis bei Wildgans in Isselburg

04. Mai 2021

Keine zusätzlichen Schutzmaßnahmen / Gefährdung von Menschen unwahrscheinlich

Symbolbild Wildgänse (Fotoquelle: Radka Schöne  / pixelio.de)

Seit gestern gibt es den ersten bestätigten Geflügelpestfall auf Gebiet des Kreises Borken. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat bei der Untersuchung einer verendeten Wildgans in Isselburg-Werth die aviäre Influenza (von lat. avis, Vogel) festgestellt.

Der Fund hat keine neuen Auswirkungen auf die bereits ergriffenen Präventionsmaßnahmen, da bereits seit sechs Wochen eine Stallpflicht für alle Geflügelhaltungen in der Region besteht. Zudem gibt der Kreis Borken die Geflügeldichte rund um den Fundort als gering an.

Ist das Vogelgrippe-Virus auch für Menschen gefährlich?

Laut FLI besteht für den Menschen ein zwar theoretisches Gesundheitsrisiko, die Wahrscheinlichkeit der Übertragung auf den Menschen sieht das Bundesforschungsinstitut aber als unwahrscheinlich an. Für die Übertragung seien in der Vergangenheit fast ausschließlich direkte Kontakte mit infiziertem lebendem Geflügel verantwortlich gewesen. Tot aufgefundene Wildvögel sollten dennoch nicht berührt, sondern dem Fachbereich Tiere und Lebensmittel des Kreises Borken telefonisch unter Tel. 02861/681-3801 gemeldet werden (außer Tauben und Singvögel), schreibt der Landkreis in seiner gestrigen Pressemitteilung.

Eine lediglich geringe Gefährdung sieht das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) für den Verzehr von Geflügelprodukten. Für die Möglichkeit einer Infektion des Menschen durch rohe Eier oder Rohwursterzeugnisse mit Geflügelfleisch von infizierten Tieren gebe es bisher keine wissenschaftlichen Belege. Auf die Einhaltung von Hygieneregeln im Umgang mit und bei der Zubereitung von rohem Geflügelfleisch und Geflügelfleischprodukten sollte grundsätzlich geachtet werden, auch im Hinblick auf andere möglicherweise enthaltene Krankheitserreger, schreibt das BfR in einer aktuellen Mitteilung.

Das Veterinäramt der Kreisverwaltung ruft jetzt erneut alle Geflügelhalterinnen und -halter – inklusive Klein- und Hobbybetriebe – im Kreis Borken auf, die Biosicherheit ihrer Geflügelhaltungen zu überprüfen. Es sollten alle verfügbaren Maßnahmen ergriffen werden, um den Geflügelbestand vor einer Infektion zu schützen. Zu diesen Maßnahmen gehören neben der Aufstallung des Geflügels auch die Vermeidung des Zugangs zu Futter-, Tränke- oder Badestellen für Wildvögel und die wildvogelsichere Lagerung von Einstreu und Gegenständen, die in der Haltung verwendet werden. Außerdem sollten die Ställe vor unbefugtem Zutritt geschützt sein. Kontakte zwischen Geflügel und Wildvögeln sollten unbedingt verhindert werden.

Zusätzlich schützen Desinfektionsmittel für Schuhwerk an Ein- und Ausgängen, getrenntes Schuhwerk für den Stall, eine strikte Trennung zwischen Straßen- und Stallkleidung sowie gründliches Händewaschen vor der Verschleppung des Virus durch Menschen.

Sowohl der Ausbruch als auch der Verdacht auf Geflügelpest müssen beim zuständigen Veterinäramt angezeigt werden. Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite des Kreises Borken unter dem Stichwort „Geflügelpest".

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