Gerold Böggering bleibt Vorsitzender im Milchausschuss

11. Juni 2022

Hubert Bengfort und Thomas Lütke-Vestert als Stellvertreter bestätigt

Gerold Böggering aus Bocholt bleibt Vorsitzender im Milchausschuss des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes. Als seine Stellvertreter bestätigt hat der Ausschuss in seiner konstituierenden Sitzung am Donnerstag in Borken Hubert Bengfort aus Vreden und Thomas Lütke-Vestert aus Heek. Der Ausschuss wird geschäftsführend begleitet von Andreas Hemker vom Kreisgeschäftsstellen-Team.

Nach der Vorstellungsrunde freute sich Böggering über einen wieder mal bunt gemischten Ausschuss mit Betriebsleitern von Milchviehbetrieben mit 30 Kühen im Gemischtbetrieb bis hin zu Milchviehaltern mit Herden von 400 Kühen.

Aufgaben des Milchausschusses auf Kreisebene

Herr Böggering erklärte zu Beginn die Aufgaben des Milchausschusses auf Kreisebene. Unter anderem soll hier ein Meinungs- und Stimmungsbild der Milchviehalter aus dem Kreis Borken zu den relevanten Themen aufgenommen werden und von den Delegierten in den Milchausschuss auf Landesverbandsebene weiter getragen werden. Als einer der größten Kreisverbände im WLV ist Borken in dem Gremium mit drei Delegierten vertreten.

Situation auf dem Milchmarkt

Als Gast begrüßen konnte Herr Böggering in der Sitzung Anna Althoff vom WLV aus Münster, die dort unter anderem als Milchreferentin tätig ist. Frau Althoff skizzierte in ihrem Vortrag die aktuell erfreuliche Situation am Milchmarkt, wo die Molkereien zum Teil schon sehr kräftige Aufschläge auf den Milchpreis gezahlt hätten. Der Kieler Rohstoffwert liege aktuell stabil bei ca. 67 Cent. Die Auszahlungspreise überschreiten bei vielen Molkereien die 50 Cent.

Milchalternativen bleiben eine Nische

Zum medial sehr präsenten Thema der Milchalternativen, relativierte Frau Althoff die stark steigenden Absatzzahlen für Hafermilch, Mandelmilch oder Sojamilch, deren Marktanteile sich weiterhin im sehr kleinen einstelligen Bereich befänden. Milchalternativen werden allerdings vor allem aus Imagegründen vom LEH stark beworben. Gerade bei jungen Leuten verfange diese Werbung und es liege im Trend, Milchalternativen auszuprobieren.

CO2-Fußabdruck der deutschen Milch kann sich sehen lassen

Zum Thema Nachhaltigkeit merkte die WLV-Milchreferentin an: „Der CO2-Fußabdruck der Milch in Deutschland und der EU ist auf sehr niedrigem Niveau im Vergleich zur restlichen Welt." In vielen Ländern der Erde – zum Beispiel in Teilen Nordamerikas oder im Nahen Osten – seien die Energie-, Futter-, und Wasserverbräuche je kg Milch deutlich höher als bei uns.

Neuer BHV1-Leitfaden in Vorbereitung

Zum Thema BHV1 kündigte Frau Althoff die Veröffentlichung eines neuen Leitfadens durch das Düsseldorfer Landwirtschaftsministerium an. Die dort enthaltenen Maßnahmen zielen vor allem auf die Biosicherheit der Betriebe ab. In den Kreisen Wesel, Kleve und Borken gebe es aktuell eine größere Anzahl an BHV1-Ausbrüchen. Die Bestandsanierungen werden aus Landesmitteln und somit aus Steuergeldern bezahlt. Der Ausschuss mahnte gemeinsam an, dass das Thema Impfung wieder diskutiert werden sollte. Das jetzige Bekämpfungsmodell durch „Keulung" sei für die Tierseuchenkasse als auch für den Steuerzahler sehr teuer. Zudem sei für die Bauernfamilien und Tierärzte der betroffenen Betriebe die BHV1-Sanierung eine auch emotional extrem belastende Situation, wenn viele Tiere eingeschläfert werden müssen.

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