Thomas Föing fordert Taten statt Sonntagsreden

27. Juni 2022

Viel diskutierter Autoren-Kommentar in den sozialen Medien

"Die Zeit der deutschen Sonntagsreden zur Tierhaltung muss schnell enden, sonst gibt es bald keinen Sonntagsbraten made in Germany mehr." Unser WLV-Kreisvorstandsmitglied Thomas Föing aus Borken hat eine deutliche Kommentierung der aktuellen Schweinekrise auf der Facebook-Seite "Borkener Landgeschichten" vorgenommen. Wir geben den Beitrag hier ungekürzt wieder:

„So steht Tierwohl vor dem Aus!" BoLa-Autor Thomas Föing sucht derzeit vergebens nach Perspektiven für sich als Schweinehalter. Aktuell besonders kritisch sieht der Borkener die Verlogenheit beim vermeintlichen Wunsch nach mehr Tierwohl und vor allem die Unehrlichkeit zur fehlenden Finanzierungsperspektive:

„Sowohl Minister Cem Özdemir als auch der Lebensmitteleinzelhandel werben in Prospekten und Sonntagsreden für den #Haltungswechsel und beeilen sich auch, dass sie das mit der deutschen Landwirtschaft in #5D erreichen wollen. Weil wir ja systemrelevant seien.

Die Zeitenwende durch den Ukrainekrieg schlägt auch voll auf die Landwirtschaft durch. Der Verbraucher spart und kauft das gute, aber klassisch konventionelle Fleisch. Daran orientiert sich der Handel. Da verwundert die aktuelle Mitteilung zum Beispiel von #Westfleisch nicht, dass zur Zeit keine weiteren Initiative-Tierwohl-Schweine (#ITW) benötigt werden. Die Verbraucher greifen im Laden derzeit nur nach „Tierfleisch billig", selten nach „#Tierwohl - will ich". Da wird es kein Sozialpolitiker akzeptieren, wenn die Fleischpreise für mehr Tierwohl angehoben werden und auch kein Finanzminister, dass der Sprung nach vorn beim Tierwohl rein steuerfinanziert erfolgen soll, um Lebensmittel erschwinglich zu halten.
Die Politik spricht aber weiterhin davon, die Sau rauszulassen und eine Zukunft für die Schweinehalter nur mit einem massiven Wandel akzeptieren zu können. Aber wie der Stall der Zukunft aussehen und dann so auch genehmigungsfähig sein kann, das sagt mir als Schweinehalter keiner. Das alles zusammen und noch weitere Punkte würgen uns jegliche Motivation ab, auch nur ansatzweise darüber nachzudenken, die vorhandenen älteren Ställe Richtung Tierwohl zu verbessern.

Ich war immer ein Freund davon, dass wir Bauern in Sachen Tierwohl den Wandel von uns aus pushen und selber vorangehen. Mein Gefühl sagt mir zunehmend: Das bringt nichts! Wir haben nach diesem jahrelangen Gezerre keine Lust mehr. Die in #BorchertKommission und #Zukunftskommission angedeuteten Perspektiven stecken in der Sackgasse. Hier ist jeglicher Antritt der Politik bislang halbherzig.

Die Zeit der deutschen #Sonntagsreden zur Tierhaltung muss schnell enden, sonst gibt es bald keinen Sonntagsbraten made in Germany mehr. Wir Landwirte sind prinzipiell bereit. Es braucht ein ehrliches Angebot – und zwar ganz schnell."

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