Diskussionsabend mit Landtagskandidaten

10. Mai 2022

Die Bürger in NRW wählen im Mai 2022 einen neuen Landtag. Der Landwirtschaftliche Kreisverband Coesfeld lud die Direktkandidaten, der drei Wahlkreise des Kreises Coesfeld, am vergangenen Mittwoch zu einem Diskussionsabend ein.
Rund 50 Mitglieder des hiesigen Landwirtschaftlichen Kreisverbandes trafen sich am Mittwochabend zu einer Diskussion mit den Landtagskandidaten des Kreises. Tobias Großerichter hatte die Landwirtinnen und Landwirte, genauso wie die Politiker, auf seinen Hof in Herbern eingeladen und empfing Gäste und Politiker bei Getränken in seiner Scheune.
Die Politikerinnen und Politiker machten sich im Vorfeld der Diskussion ein eigenes Bild über die aktuellen Bedingungen in der Landwirtschaft – Tobias Großerichter führte sie über seinen Hof, der der Initiative Tierwohl angeschlossen ist und durch ein Fenster Einblicke in den Schweinestall ermöglicht. „Durch das Fenster wollen wir auch im Alltag Transparenz schaffen. Wir brauchen uns nicht zu verstecken, unsere Landwirtschaft ist offen und modern, das soll jeder sehen", erklärt Tobias Großerichter, der neben seiner Tätigkeit als Landwirt auch Vorstandsmitglied und Vorsitzender im Arbeitskreis für Öffentlichkeitsarbeit im Kreisverband Coesfeld ist.
Wilhelm Korth (CDU), Dr. Julian Allendorf (CDU), Dietmar Panske (CDU), André Stinka (SPD), Henning Höne (FDP), Mareike Raack (Die Grünen) und Klaus Stegemann (Die Linke) waren der Einladung der Landwirte gerne gefolgt und diskutierten zur Zukunft der Nutztierhaltung, zur Versorgungssicherheit, zur Düngeverordnung, zum Ausbau der Wirtschaftswege und zum Flächenfraß.
Darin, dass die Landwirtschaft langfristige Planungssicherheit benötigt waren sich alle Direktkandidaten einig. Wie genau diese aussehen kann, wurde allerdings unterschiedlich gesehen. Grünen-Kandidatin Mareike Raack betonte vor allem die Bedeutung der Haltungskennzeichnung von tierischen Produkten, ebenso wie die Reduzierung von Tierzahlen. André Stinka verweist derweil auf die Pläne der Borchertkommission, die „nun endlich umgesetzt werden müssen". Dr. Julian Allendorf – Kandidat der CDU – verweist auf die Notwendigkeit, die städtische Bevölkerung stärker über die Themen der Landwirtschaft aufzuklären. FDP-Kandidat Henning Höne appelliert für mehr Wertschätzung der landwirtschaftlichen Arbeit und Lebensmitteln, dabei bezieht er Wertschätzung sowohl auf finanzielle Aspekte als auch auf soziale. Klaus Stegemann von den Linken betont vor allem die Verantwortung der Landwirtschaft für den Klimawandel und mahnt die Landwirte zum Umdenken.
Auch über die Rücknahme oder Verschiebung der Regelung zu einer 4 % Flächenstilllegung, die im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) eingeführt werden soll, waren die Parteien unterschiedlicher Meinung. CDU und FDP Kandidaten sprachen sich deutlich für eine Rücknahme oder Verschiebung auf, um so die Ernteausfälle aus der Ukraine zumindest teilweise kompensieren und Hungersnöte in anderen Teilen der Welt reduzieren zu können. SPD, Grüne und Linke sprachen sich gegen die Rücknahme der Regelung, vor allem mit dem Argument des Umwelt-, Klima- und Artenschutzes, aus.
Zum Ende der Veranstaltung stellt Michael Uckelmann, Vorsitzender des Kreisverbandes und neben Martin Bontrup Moderator des Abends, den Politikern die Frage „Wen sehen Sie als zukünftigen Landwirtschaftsminister in NRW?". „Norwich Rüße" sagt Mareike Raack, „Mich" erklärt dagegen André Stinka. Henning Höne und Dietmar Panske sind sich einige und sehen Landwirt und CDU Kandidat Wilhelm Korth als zukünftigen Landwirtschaftsminister.
„Wir freuen uns sehr, dass so viele Politiker, aber auch Berufskollegen unserer Einladung gefolgt sind. Durch solche Gespräche können wir uns aktiv mit den Politikern unseres Kreises auseinandersetzen und so unsere landwirtschaftlichen Anliegen Ihnen mit auf den Weg geben" fasst Michael Uckelmann den Abend zusammen.

 

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