Vorstand HSK | Ärger um Ausweisung des Vogelschutzgebietes führt zu „gelebtem Bündnis ländlicher Raum“

05. Februar 2021

Die Vogelschutzgebiete in Brilon und Marsberg, das WLV-Mittelgebirgsprogramm und das Insektenschutzgesetz standen im Mittelpunkt der Vorstandssitzung des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Hochsauerland, die am Donnerstag per Videokonferenz abgehalten wurde. Kreisverbandsvorsitzender Josef Schreiber konnte 16 Teilnehmer an den heimischen Bildschirmen begrüßen. Er bedauerte, dass Präsenzveranstaltungen derzeit leider noch nicht möglich seien, der Austausch mit den Ehrenamtlichen des Kreisverbandes ihm aber sehr wichtig sei. Und so sei eine Sitzung per Video wenigstens eine Möglichkeit, den Kontakt nicht zu verlieren und über die aktuellen Aktivitäten des Kreisverbandes zu berichten. Kreisgeschäftsführer Karsten Drews-Kreilman konnte berichten, dass auf Drängen des Kreisverbandes hin die Frist für Einwendungen zum Vogelschutzgebiet nunmehr auf den 30. April verschoben sei. Neben allem Ärger um das „heimlich" ausgewiesene Gebiet erlebe er allerdings derzeit ein „gelebtes Bündnis ländlicher Raum" aus Landwirtschaftsverband, Kommunen und anderen Verbänden, die gemeinsam das bisherige Vorgehen der Bezirksregierung in der Sache kritisierten.


Zum Insektenschutzgesetz berichtete Josef Schreiber, dass die Präsidenten aller Bauernverbände in Deutschland gemeinsam einen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel verfasst haben, in dem sie vor den katastrophalen Folgen warnen, die das bisher geplante Insektenschutzgesetz bei Inkrafttreten für Insektenschutz und Landwirtschaft haben würde. Mit unterzeichnet haben den Brief Kreisverbandsvorsitzende aus besonders betroffenen Gebieten, darunter auch Josef Schreiber für den Hochsauerlandkreis. Zeitgleich mit der Vorstandssitzung waren alle Bauernpräsidenten in Berlin vorm Kanzleramt, um mit den Ministerinnen zu sprechen. Der Landwirtschaftliche Kreisverband wird gemeinsam mit dem Junglandwirteforum kurzfristig noch einmal die Angeordneten auf die Brisanz des Themas ansprechen.

Zudem machte sich der Vorstand Gedanken um die ausgefallenen Winterversammlungen. In welcher Form diese und die Wahlen nachzuholen sind, wird im WLV in Kürze entschieden. Bis dahin bleiben alle Ehrenämter laut Satzung im Amt.


Johannes Söbbeler, Direktor der Landwirtschaftskammer, versprach, dass man möglichst versuchen wolle, wenn es bis dahin die Corona-Verordnung zulasse, die erforderlichen Schulungen zum Umgang mit Pflanzenschutzmitteln im Spätsommer als Präsenzveranstaltungen durchzuführen. Kreislandwirt Stefan Belke kündigte an, dass es in Kürze Änderungen zum Transport wassergefährdender Stoffe geben werde und zwar derart, dass der Transporteur eindeutig indentifizierbar sein müsse. Näheres dazu in Kürze.

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