Mitgliederbrief März 2015

19. März 2015

Liebe Mitglieder,

seit unserer Jahresmitgliederversammlung ist nun einige Zeit vergangen, gefüllt unter anderem mit Wahlen in den Ortsvereinen.

Hier erfuhr ich durchaus Sympathien für unseren LLHV, aber leider auch viel Unverständnis über die nächste Arbeitsebene des WLV und eine noch größere Entfernung zum DBV.

Mir scheint, dass es in den letzten Jahren nicht gelungen ist, die Arbeit unseres tollen Teams auf der Helle, aber auch des WLV auf der Landesebene und des DBV entsprechend darzustellen und zu würdigen. Darum hier ein neuer Versuch, und zwar ein Mitgliederbrief als Fax und E-Mail, da ich vermehrt hörte, dass leider nicht jede E-Mail geöffnet, ein Fax aber sehr wohl gelesen wird.

 Arbeiten im WLV:

1) Die Aktion Tierwohl wird im Moment mit Spannung beobachtet, nicht nur aus dem Blickfeld der Landwirtschaft. Wir können zu Recht sagen, dass es Präsident Röring gelungen ist, der Politik den Wind aus den Segeln zu nehmen, so dass wir uns erstmals mit dem Verbraucher über den Handel, aber ohne Gesetzesdruck,  auf freiwillige Produktionsabläufe geeinigt haben. Ich sehe hier die Möglichkeit, wenigstens einen Teil der nötigen Umbaumaßnahmen bezahlt zu bekommen. Die Alternative war, abzuwarten, was dem Gesetzgeber zu dem Thema einfällt. Dann  aber ohne finanziellen Ausgleich.

2) Die GAP und speziell das Greening: Hier konnte sich der Verband über den DBV insoweit einbringen, als momentan Zwischenfruchtanbau anerkannt wird und dass auch die Bewertungsfaktoren den Betrieben etwas stärker entgegenkommen, so einschränkend die Regelung  noch immer ist. Dass die Prämie gegrünt werden sollte, war schon seit langer Zeit Beschlusslage der vorigen EU-Kommission.

 3) Die geplante DVO wird momentan aktiv von dem Hauptamt in Münster begleitet. Dieses  war auch Thema in der letzten Sitzung des Ausschusses  Ackerbau des WLV. Deutschland erfüllt auf EU-Ebene nicht die Bedingungen der Nitratrichtlinie. Dieses kann seitens der EU zu einem Vertragsverletzungsverfahren führen. Es wird eine standortbezogene Obergrenze aus der Düngebedarfsermittlung  und eine Obergrenze für N aus tierischer Herkunft von 170kgN/ha politisch gefordert. Gleiches soll für Gärreste gelten. Viel drastischer könnten die Auswirkungen auf die P-Düngung werden, da auf D- und E- versorgten Böden eine Düngung auf halben Entzug angedacht ist.

Was dieses für die Veredlungsregionen bedeutet und wie sich der Gülle-Druck dann seinen Weg sucht, das überlasse ich Ihrer Fantasie. Aber der WLV ist auf Ministerebene in Gesprächen. Für mich zeichnet sich ab, dass die Separation und eine weitere Aufsplittung der Nährstoffe unumgänglich werden. Hier droht ein noch stärkerer Wettbewerbsdruck, der nur über Stückkosten aufgefangen werden kann und somit zu einem verstärkten Strukturwandel führt. Gruppen, die kleinere bäuerliche Betriebe fordern, sollten diese, ihre Lippenbekenntnisse,  bei ihren anderen  „ großen Themen“ nicht vergessen.

Dieter Hagedorn
Vorsitzender

 

Mitgliederbrief März 2015 ( Dateigröße: 164 KB)

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