Mitgliederbrief Februar 2016

01. März 2016

Liebe Berufskollegen,

leider steht „die Landwirtschaft“ immer noch in der Kritik, obwohl wir es hier oft nur mit dem Fehlverhalten Einzelner zu tun haben, was aber dem Ansehen des gesamten Berufsstandes schadet.

Auf unserer Internetseite (Mitgliederbereich) finden Sie einen Mitgliederbrief aus dem Kreis Borken und einen neuen Erlass des Ministeriums zum Oberflächen-wasser. Dies ist für mich Anlass, die Gesamtsituation einmal zu beleuchten.

Wir arbeiten in der Natur ohne Abschottung zu den Witterungseinflüssen. Dieses müssen wir bedenken, wenn wir Dünge- und Pflanzenschutzmittel ausbringen, aber auch bei der Eigenkontrolle unserer baulichen Anlagen. Leider ist es so, dass gerade im Oberflächenbereich der punktuelle Eintrag eine erhebliche Rolle spielt, seien es der Waschplatz, das Silo oder verlorengegangenes Futter, welches dann auswäscht. Auch Dünger und Pflanzenschutzmittel in den Feinsedimenten nehmen zu.
Wenn solche belasteten Wassermengen dann eventuell in ein Gewässer gelangen, ist der Weg zur Anzeige nicht mehr weit und vermehrte Kontrollen sind die Folge, wo dann über CC- Relevanz wieder das eine in das andere greift.
Ich will hier keine Schreckensszenarien aufbauen, glaube aber, dass jetzt ein guter Zeitpunkt für Überlegungen zum weiteren Handeln besteht.
Eine Idee wäre, offensiv als Berufsstand mit der Gesamtproblematik „Oberflächengewässer“ umzugehen.

Hier ist vielleicht die Wasserkooperation, die wir im Bereich Grundwasser pflegen, ein gutes Beispiel. Wäre es nicht richtig, wenn wir Zugiff auf einen Berater hätten, der vor der Behörde auf Fehler hinweist. Es ist davon auszugehen, dass sowohl auf Grund der Vielfalt der Betriebe als auch der Gesetze und Auflagen in jedem Betrieb unbeabsichtigt der ein oder andere CC- relevante Fehler lauert.
Ich denke, hier ließe sich vielleicht eine Kooperation schließen, in der wir unser Know how (z.B. Düngebilanz/-planung, N-min Proben) einbringen, um zu gewährleisten, dass wir nicht die Gewässerverschmutzer, sondern die wahren Landschaftsschützer sind.
Natürlich ist es nicht verlockend, noch mehr Papierkram erledigen zu müssen. Was mir vorschwebt, sollte mit geringem Aufwand zu erledigt sein. Düngebilanzen sind gesetzlich gefordert, N-min-Proben in Teilen auch.

Die Eigenkontrolle des Betriebes sollte ein Muss sein, da wir weder Natur noch Umwelt schädigen wollen und dürfen.
Im Gegenteil, diese Form der Eigenkontrolle könnte für eine Entspannung sorgen, da dann  noch vor der amtlichen Kontrolle die Möglichkeit besteht, Fehler zu beheben und Schaden abzuwenden.
Es sollte unser Bestreben sein, amtliche Kontrollen so gering wie möglich zu halten.
Das wird es sicherlich nicht zum Nulltarif geben, aber dieses sind auch nur Grundüberlegungen, die Sie heute erhalten. damit Sie mit Ihren Ortsvereins- vorsitzenden vor der nächsten Vertreterversammlung am 8.März darüber diskutieren können.

Mir ist wichtig, dass wir unsere Betriebe auch in 10 Jahren noch führen können, ohne erst jemanden zu fragen zu müssen, ob die entsprechende Maßnahme jetzt auch durchgeführt werden darf.
Mir ist bewusst, dass dieses eine grundlegende Überlegung ist.

Wir können uns jetzt entscheiden, ob wir Gestalter oder Getriebene sein wollen.
Die Gesellschaft, in und mit der wir leben, wird uns immer mehr abverlangen und letztlich wollen wir ja auch bewahren, um es der nächsten Generation zu übergeben.


Mit freundlichen Grüßen


Dieter Hagedorn
(Vorsitzender)

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