Landwirtschaftskongress in Berlin

25. April 2016

Am 13. April bestand die Gelegenheit, den Kongress der CDU/CSU Bundestagsfraktion in Berlin zu dem Thema: „Landwirtschaft in Deutschland – Wege in die Zukunft“ zu besuchen.

Auch wenn natürlich niemand die sofortige, schnelle Lösung für die aktuelle, verheerende Marktsituation hatte, wurde zumindest nach langfristigen Antworten und Lösungen gesucht. Um es klar zu sagen: Die Sorge war, dass sich die Politik von der jetzigen Landwirtschaft distanziert. Umso erfreulicher war, dass sich sowohl der Fraktionsvorsitzende der CDU im Bundestag, Volker Kauder, als auch alle anderen Referenten (Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt, WLV-Präsident Johannes Röhring, DBV-Präsident Joachim Rukwied, Dr. Clemens Dirscherl, Referent für agrarsoziale Fragen der EKD, Professor Dr. Harald Grethe von der Humboldt-Universität Berlin) für eine Landwirtschaft ausgesprochen haben, die auf den Grundlagen der Ökonomie arbeitet und zukunftsfähig ist.

Herr Kauder betonte, dass Qualität in der Landwirtschaft nicht zum Nulltarif zu haben sei. Dieses gelte sowohl  für Nahrungsmittel als auch für den Erhalt der Landschaft.

Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt äußerte klar, dass es keinen Außenschutz geben werde. Er sehe in Tierwohl den richtigen Ansatz. Sein Plädoyer für eine Bestandsgewährung unter Berücksichtigung der Produktionsbedingungen, am besten gestützt durch Produktionsgenossenschaften als gleichwertige Marktteilnehmer, ist jedoch kritisch zu sehen. Dieses hat bei der Milchvermarktung auch nur in Teilen geklappt. Eine Distanz zur Landwirtschaft ist hier zu erkennen. Bundesminister Schmidt betonte, dass Landwirtschaft keine abgeleitete Umweltpolitik, sondern in erster Linie für die Nahrungsmittelproduktion zuständig und von der Ökonomie abhängig ist. Natürlich gebe es parallel die Verantwortung für Natur und Umwelt. An der Ladenkasse würden die Verbraucher sich jedoch oft anders entscheiden, als es sich die Politik vorstellt. Den Umfragen zum Thema „bewusste Ernährung“ müsse somit eher skeptisch begegnet werden. Auch soll nach Ansicht von Bundesminister Schmidt das Verhältnis von 1. zu 2. Säule nicht verschoben werden. Professor Grethe sah dies jedoch andern. Er plädierte für mehr Tierschutz, der aus der 1. Säule finanziert werden solle. Eine andere Finanzquelle hierfür siehe er nicht. Damit widersprach er Bundesminister Schmidt. Der Präsident des Bioland-Anbauverbandes, Jan Plagge, sah die Landwirtschaft in zwei Parallelwelten. Zum einen weltmarkorientiert und zum anderen an die Bedürfnisse der hiesigen Gesellschaft angepasst. Eine Kompatibilität weltweit gebe es nicht.

Ihr

Dieter Hagedorn

Vorsitzender

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