Mitgliederbrief August/September 2016

19. September 2016
Mit diesem Mitgliederbrief informiert der Vorsitzende über Aktuelles.

Verehrte Berufskolleginnen und -Kollegen!


Seit meinem letzten Brief ist die Ernte eingefahren worden, die Rapsäcker sind schon wieder bestellt, die Zwischenfrucht ebenfalls und die Gerstenaussaat wartet auf günstigere Witterung.

Über die Ernteergebnisse wurde schon ausführlich berichtet, zusammenfassend könnte hier die Schulnote 4 vergeben werden, mehr war es denn auch nicht.
Die Preisgestaltung ist nur noch als unbefriedigend zu kennzeichnen.
Und hier stellt sich schon die Frage, ob die Agrarrohstoffmärkte noch funktionieren, wenn an einem Gunststandort trotz schlechter Erträge nicht mehr kostendeckend zu wirtschaften ist. Wenn hier jetzt schon die Welternte angeführt wird, so bleibt die Frage nach der Vorzüglichkeit neuer Handelsabkommen(CETA/TTIP).
Aber ich bin mir sicher, dass sich ein Gunststandort auf Dauer immer durchsetzen wird.

Große Sorgen bereitet mir die anti-landwirtschaftliche Stimmung, die bei uns im Raum über Leserbriefe geschürt wird.

Hier konnte diesen Sommer ein Spannungsbogen vom Schwein über die Milch bis zu Glyphosat ausgemacht werden. Meiner Meinung nach versuchen gesellschaftliche Minderheiten ihre Stellung zu halten, indem immer wieder Themen in der Zeitung behandelt werden. Am einfachsten und gezieltesten ohne Kosten geht dies über Leserbriefe. Ob die dargestellten Sachverhalte richtig sind, ist dabei nicht wichtig – Hauptsache, es profiliert sich der Agrarkritiker.
Meiner Wahrnehmung nach gilt das allerdings nicht für die nicht äußerungswütige Mehrheit unserer Mitbürger, für die „Made in Germany“ auch bei Lebensmitteln ein Qualitätsmerkmal darstellt.
Trotzdem müssen wir uns der Diskussion stellen, dieses macht der Kreisverband auch.
Wir müssen allerdings nicht auf alles reagieren. In vielen Dingen sind wir Anwender und nicht Hersteller (Pflanzenschutzmittel, Tierarzneien). Wir müssen verlässliche Zulassungen verlangen können.

Ich habe die LZ mehrfach bitten müssen, Ihre Auswahl der Leserbriefe zu überdenken. Mir wurde unter anderem mitgeteilt, dass sich auf Grundlage rechtlicher Prüfungen viele Behauptungen so im Internet wiederfinden somit zur Information gehören.
Wenn also eine Veröffentlichung im Internet schon eine Auszeichnung ist, frage ich mich, wieviel Informationsgehalt sonst so geboten wird.

Zu zukünftigen  Themen:

Politisch wird versucht, der Landwirtschaft in unserem bevölkerungsreichen Land die Wettbewerbsfähigkeit zu nehmen. Ich denke an das neue Landschaftsgesetz, aber auch an Planungen wie Pflanzenschutzsteuer oder aber auch erschwertes Baurecht bei Ställen.
Hier ist unser Verband auf gutem Weg, Einfluss zu nehmen, aber die politische Großwetterlage in NRW ist schwierig.

Auf Kreisebene unternehmen wir alles, um zu informieren, so fand z.B. eine Betriebsbesichtigung mit der CDU-Kreistagsfraktion auf dem Milchviehbetrieb Sievert statt – ein idealer Betrieb, um Entwicklungschancen und Einschränkungen zu diskutieren.

Im Bereich Oberflächenwasser versuchen wir eine Beratungsform für die Landwirtschaft zu finden, in der die teilnehmenden Betriebe aktiv tätig werden, vom Hofablauf bis zur Düngeplanung und den Bodenproben. Dieses wird nicht kostenlos sein, aber wir wollen uns in dieser Gesellschaft auf Augenhöhe bewegen.

Bei den immer neuen Gedanken zur Einschränkung des Pflanzenschutzes und der landwirtschaftlichen Produktion werde ich weiterhin unsere Sichtweisen darlegen und versuchen, Akzeptanz zu schaffen.


Liebe Mitglieder,

seit einigen Jahren ist es gute Tradition, dass der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) und die Kirchen in Westfalen-Lippe zum Erntedankfest gemeinsam einen Gottesdienst gestalten. Dieses geschieht im Wechsel zwischen den Regionen und Konfessionen bzw. Landeskirchen und Bistümern, stets aber in enger Zusammenarbeit mit der gastgebenden Kirchengemeinde und unter Wahrung der Traditionen vor Ort. In diesem Jahr gestaltet die Lippische Landeskirche gemeinsam mit der gastgebenden evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Leopoldshöhe den Gottesdienst, unterstützt durch unseren Ortsverband Teutoburg.

Zu diesem Gottesdienst sind Sie herzlich eingeladen.
Ort und Zeit:    Erntedank-Sonntag,  2. Oktober 2016  ab 15.00 Uhr

  auf dem Hof Meier zu Döldissen, Döldisser Bruch 15, Leopoldshöhe

 

Ihr
Dieter Hagedorn
(Vorsitzender)

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