Mitgliederbrief November 2016

02. Dezember 2016
Mit diesem Mitgliederbrief informiert der Vorsitzende über Aktuelles.

Liebe Mitglieder,

Verlangt der Verband zu viel?

Ich verstehe, dass jeder Landwirt und jede Landwirtin bei der Aussage, die Landwirtschaft schädigt die Umwelt, erst einmal verärgert ist. Ganz allgemein: Die Menschheit schädigt die Umwelt! Darauf basiert die Betrachtung.

Bei genauerer Betrachtung müssen wir uns eingestehen, dass einige Betriebe Baustellen haben.

Wie sonst wollen wir steigende Nitratwerte im Grundwasser erklären oder aber Wasserpilz, Abdrift, Run off Ereignisse Erosion etc. erklären.

Landwirtschaft hat sich ständig den neuesten Erkenntnissen angepasst, innovativ und modern. Darauf sind wir stolz und das ist auch gut so.

Der grundlegende Unterschied ist dieses Mal, dass nicht der Ertragsfortschritt im Vordergrund steht, sondern die umweltangepasste Arbeitsweise. Dieses kann aber auch eine Chance zu mehr Kosteneffizienz sein, eine tropfende Wasser-leitung reparieren Sie doch auch.

Wir sollten also aktiv auf unsere Kunden, unsere Mitbürger zugehen und sagen, dass wir ähnlich wie Industrie und Gewerbe, unsere Verantwortung sehen und daran arbeiten, umweltschädigende Maßnahmen auf ein verantwortbares Maß zu reduzieren. Ein Nullmaß wird es nie geben, da wir im freien Raum unter schwer vorhersehbaren Temperatur- und Niederschlagsbedingungen arbeiten. Es gilt zu betonen, dass ein Unternehmen Gewinne braucht, um langfristig und nachhaltig zu produzieren. Eine Produktion, die an einem Gunststandort (Klima, Kunden) nicht wettbewerbsfähig ist, ist auch nicht nachhaltig. Wenn es also gesellschaft- licher Konsens ist, dass Landwirtschaft umweltfreundlicher werden muss (Wasser, Natur, Treibhausgasemissionen), dann darf die Gesellschaft nicht nur ein Lippen- bekenntnis abgeben und an der Ladentheke anders entscheiden. Oder es gilt, zu einem neuen Ausgleichssystem zu kommen. Hier erinnere ich daran, dass die ersten EU-Zahlungen noch als Produktions-Ausgleichszahlungen fungierten.

Offensive Nachhaltigkeit versucht einen Weg mit Visionen, Zielen und Handlungsfeldern aufzuzeigen. Die landwirtschaftliche Produktion emittiert ca. 80% des Lachgasanfalls und produziert jährlich ca. 11% des gesamten CO2 Äquivalents. Wenn wir dazu die aus unterschiedlichen Gründen steigende N-Belastung im Grundwasser (auch in Lippe) sehen sowie einige unschöne Ereignisse im Oberflächenwasser, ja dann sollte sich der Handlungsbedarf erklären. Auch der chemische Pflanzenschutz sowie die gesamte Tierhaltung verbessert die Situation nicht.

Wir haben zum Glück einen starken landwirtschaftlichen Verband mit einem guten Hauptamt und einem stark engagierten Ehrenamt.

Wir haben in den vergangenen 18 Monaten viele Tage darauf verwandt, diese Offensive Nachhaltigkeit zu entwickeln als einen für die Landwirtschaft gangbaren  Weg. Wir geben zu, dass der Weg nicht bequem ist und von jedem etwas verlangt. Allein auf Grund der gesetzlichen Grundlagen sehe ich aber keine Alternative.

Dies erfordert natürlich die Bereitschaft zu einer Bestandsaufnahme und dem Willen, auch morgen noch aktiv zu sein. Ich wünsche mir, dass Sie dieses Projekt offensiv mit mir in den Winterveranstaltungen diskutieren. Hierzu werden wir vier Veranstaltungen im Januar anbieten.

Abschließend das Wichtigste:
Ich hoffe, dass Sie alle Ihre Feldarbeiten zu einem guten und befriedigenden Abschluss bringen konnten. Persönlich wünsche ich Ihnen und Ihren Familien eine schöne Adventszeit und ein schönes Weihnachtsfest. Lassen Sie uns 2017 positiv  angehen. Zusammen können wir den Weg zur Landwirtschaft 2030 gestalten.

Ihr
Dieter Hagedorn
(Vorsitzender)

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