Mitgliederbrief September/Oktober 2016

12. Oktober 2016
Mit diesem Mitgliederbrief informiert der Vorsitzende über Aktuelles.

Liebe Mitglieder,


ich habe lange überlegt und gezögert, wie ich mit dem diesjährigen Erntedankfest umgehe.

Keine Frage, wir sind dankbar, in einer Gunstregion leben zu können, auch wenn die Ernte eher bescheiden ausgefallen ist. Erschwerend kommt ein niedriges Preisniveau hinzu. Auch die Veredlung über Vieh lässt keine große Freude aufkommen, obwohl der Schweinepreis im Moment zufriedenstellend ist.

Dies alles ist aber nicht so schlimm wie das stetig wachsende Misstrauen gegenüber unserem Berufsstand – oft geschürt von einigen Initiativen, die ein nicht ganz uneigennütziges Interesse verfolgen, auf dem Acker und im Stall.

Um es klar zu sagen: Wer in Ställe einbricht, verstößt gegen das Gesetz. Wer Böses vermutet, soll den gesetzlichen Weg über das Veterinäramt wählen oder aber ganz einfach fragen. Die meisten Tierhalter haben kein Problem damit, ihre Tierhaltung zu zeigen und zu erklären.

Natürlich erkranken Tiere und ja, es sterben auch Tiere. Das ist leider der Lauf der Dinge, auch beim Menschen vom kleinsten Dorf bis zur größten Stadt.

Deswegen bemühen wir uns ja zusammen mit den Tierärzten um eine möglichst schonende Tierhaltung. Denn mit schlechter Qualität oder verendeten Schweinen können wir kein Geld verdienen. Jedes tote Schwein ist ein Verlust.

Wir werden nie behaupten, dass unsere Ställe keine Verbesserungsmöglichkeiten haben. Wer vom Fach ist weiß, dass auch hier ständig weiterentwickelt wird.
Zu all dem stehen wir!

Wir können es aber kaum noch ertragen, dass das widerrechtliche Betreten unserer Höfe, das unbefugte Betreten unserer Ställe mit allen Krankheitsgefahren als Bagatellen abgetan werden, die strafrechtlich nicht zu verfolgen sind,

getreu dem Motto: Es dient ja einem höheren Zweck, und zwar all diese Tierschänder zu überführen.

Wenn dies tatsächlich so gewollt ist, dann soll Politik den Mut und das Rückgrat haben zu sagen, dass landwirtschaftliche Produktion auf Weltmarktniveau hier nicht gewollt ist.

Dann bedarf es neuer Verabredungen, die dann hoffentlich auch greifen, wenn TTIP oder andere Handelsabkommen gelten.

Erntedank!

Ja, ich bin dankbar, mit und in der Natur arbeiten zu dürfen und eine Entlohnung über den Ertrag zu erhalten.

Nein, ich bin nicht dankbar für den Druck, den unsere Gesellschaft ob bewusst oder gesteuert, gegen uns aufbaut.

Wir sind auf der Schwelle dazu, den Austausch mit unseren Mitmenschen aufzugeben.
Öffentlichkeitsarbeit wird unterlassen, da nächtliche Besuche der Ställe befürchtet werden. Sollten Sie von Stallbesuchen betroffen sein, der Kreisverband wird Hilfestellung leisten!

Liebe Mitmenschen:

 Keiner möchte fremde Personen in seinem Eigentum vorfinden.
 Bitte gesteht uns das auch zu!

Ihr
Dieter Hagedorn
(Vorsitzender)

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