Jahresmitgliederversammlung der Landwirte

17. Februar 2017
Lokale Themen im Folus

Über ein volles Haus konnte sich der Kreisverbandsvorsitzende Dieter Hagedorn am Mittwoch freuen. Rund 200 Teilnehmer kamen zur Jahresmitglieder-versammlung des Lippischen Landwirtschaftlichen Hauptvereins ins „Marpetal“. In seiner Begrüßung veranschaulichte Hagedorn, dass der Berufsstand das ganze Jahr im Fokus der Öffentlichkeit stand. Neu sei gewesen, dass es dieses Mal gar nicht so sehr um Verfehlungen einzelner gegangen sei, sondern um das Bild, das Handeln der Landwirtschaft als Ganzes. „Wir müssen erkennen, dass unsere Mitbürger von uns erwarten, dass wir unser Handeln im Wirtschaften überdenken, dass wir sowohl Landbewirtschaftung als auch Nutztierhaltung reformieren“, so Hagedorn. Dieses habe der WLV im Vorfeld erkannt und als Verband über die Offensive Nachhaltigkeit die Bereitschaft zur Diskussion und zur Veränderung bekundet. Aber wir sind auch von der Wirtschaftlichkeit abhängig und wenn unsere Produktion in ein „Wünsch Dir was“-Konzert ausartet, bleibt die Frage: Welche Landwirtschaft wollen sie, den selbständigen Unternehmer oder den angestellten Geschäftsführer?,  äußerte der Vorsitzende mit einem kritischen Blick an die Gesellschaft.

Nach den Grußworten der stellvertretenden Bürgermeisterin von Blomberg Ulla Hahne-Eichhorn und der stellvertretenden Landrätin Kerstin Vieregge stand zunächst eine Ehrung auf der Tagesordnung. Ausgezeichnet wurde Friedrich-Wilhelm Niemeier für ein Plakatmotiv, das er im Zuge des Fotowettbewerbs der Höheren Landbauschule erstellt hatte. Dort hatte er den 2. Platz erringen können. Herr Hagedorn lobte die tolle Symbolkraft des Bildes, bei dem generationenübergreifend die Verbundenheit zur Scholle signalisiert werde. Voller Zuversicht sei der Blick nach vorne gerichtet.



(von links: Dieter Hagedorn, Friedrich-Wilhelm Niemeier und Fritz Niemeier)

In diesem Jahr waren ein Referent und zwei Referentinnen aus dem Bereich Lippe geladen.

Als erster berichtete Tobis Gaul, Leiter der Geschäftsstelle Weser zur Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie bei der Bezirksregierung Detmold. In seinen Äußerungen wies Herr Gaul auf die Erfordernisse zur Reinhaltung von Grund- und Oberflächenwasser hin. Einträge, punktuell oder diffus, seien zu vermeiden. Insbesondere würde des Öfteren bei der Lagerung von Grundfuttermitteln in Fahrsilos durch den Abfluss von Sickersäften Oberflächenwasser beeinträchtigt. Der hohe Stickstoffeintrag würde die Qualität des Wassers in den Oberflächengewässern negativ beeinträchtigen. Ein Weg in die richtige Richtung sei die Anlegung von Gewässerrandstreifen für den Fall, dass die Gewässer nicht den Anforderungen entsprechen.

Frau Dr. Ute Röder, Leiterin des Fachbereichs Umwelt und Energie beim Kreis Lippe äußerte sich zum Masterplan Klimaschutz im Kreis Lippe. Als Masterplan- Kommune werde der Kreis künftig Maßnahmen für den Klimaschutz entwickeln, die vorbildhaft für ganz Deutschland seien. Das Projekt werde vom Bund mit gefördert.  U. a. hätten Mitarbeiter eingestellt werden können, um Maßnahmen in den Schwerpunkten des Masterplans umzusetzen, die sich aus den Themen Klimaschutz im persönlichen Umfeld, Bau und Technologie und nachhaltige Mobilität zusammensetzten. Ziel sei es, den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2050 um 95 % zu reduzieren. Der Masterplan soll unter Einbeziehung der Bürger erfolgen und durchgesetzt werden. Jeder könne sich einbringen.

Die Verbandsvorsteherin des Landesverbandes Lippe, Anke Peithmann, stellte den Landesverband Lippe vor und schilderte die Beziehung zur Landwirtschaft. Der Landesverband sei gegründet worden, um das ehemalige Vermögen des Freistaates Lippe in Lippe zu erhalten, zu pflegen und weiter zu entwickeln. Der Landesverband verfüge über 3.300 ha landwirtschaftliche Flächen, die überwiegend verpachtet seien. Darüber hinaus habe der Landesverband 15.000 ha Wald. Kernaufgabe des Landesverbandes seien der Vermögenserhalt sowie die Förderung und Finanzierung von Kultur und Kunst. Der überwiegende Anteil der Pächter landwirtschaftlicher Flächen seien lippische Landwirte. Viele Flächen würden bereits in der dritten oder vierten Generation bewirtschaftet. Der Landesverband möchte viele Kleinbetriebe und die Vielfalt von in Lippe produzierten Nahrungsmitteln unterstützen. Es sei ihm wichtig, dass die Betriebe eine Existenzgrundlage haben, um Geld zu verdienen, damit die Betriebe fortbestehen können. Der Landesverband sei aber auch stets an Flächen interessiert. Er kaufe Flächen, um diese dann an lippische Landwirte weiter verpachten zu können.

Reinhard Petig, stellvertretender Vorsitzender des Landw. Kreisverbandes Lippe, rundete die Veranstaltung durch sein Schlusswort ab, das mit einem Dank und einem kleinen Präsent an die Referenten den Abschluss fand.

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