Mitgliederbrief 3/2017

20. Juli 2017
Mit diesem Mitgliederbrief informiert der Vorsitzende über Aktuelles.

Mitgliederbrief 3/2017

 

Liebe Mitglieder,

ungewöhnlich früh startete die diesjährige Gerstenernte. Die ersten Ergebnisse zeigen deutlich auf, dass die Wasserversorgung der Böden ausschlaggebend für die Erträge sein wird.

 

Aus unserer aktiven Verbandsarbeit kann ich berichten, dass wir eine starke Liste zur Wahl der Kreisstelle der Landwirtschaftskammer aufgestellt haben. An vier Diskussionsabenden wurden die Aufgaben der Kreisstelle, des Kreislandwirtes (der Kreislandwirtin) in Verbindung mit der Beschreibung der zeitlichen Anforderungen besprochen. Vor dem Hintergrund dieser Ausgangslage hat sich folgende Liste an Kandidatinnen und Kandidaten ergeben:

 

Reinhard Petig

Bettina Heuwinkel-Hörstmeier

Gerhard Heer

Jörg Rieke

Peter Eric Froböse

Moritz Freiherr von Eckardstein

Bernd Stuckmann

Beatrix Boekstegers

Carsten Rethmeier

 

Besonders freue ich mich, dass Reinhard Petig  bereit ist, sich  für den Berufsstand weiter stark zu engagieren. Dies gewährleistet auch den guten Austausch zwischen Landwirtschaftskammer und Verband.

 

Aktuell aus der Politik kann ich berichten, dass es dem Vorstand des WLV über den guten Kontakt mit Elmar Brok (MdEP) gelungen ist, Agrarkommissar Phil Hogan zu einem Meinungsaustausch nach Bielefeld einzuladen. Eine kleine Zusammenfassung des Treffens:

 

Er ist ein Befürworter von Handelsabkommen und bemüht sich ständig, neue Märkte für europäische Agrarprodukte zu erschließen (zuletzt Japan, ein sehr streng regulierter Markt). Die Zukunft von Agrarausgleichszahlungen sieht er in einer Basiszahlung (schmal), die jeder Betrieb in Eigenentscheidung durch zusätzliche Leistungen(Umwelt) erhöhen kann.

 

Klar ist für ihn, dass bei steigenden Anforderungen an die EU, gerade nach dem Austritt der Engländer, das Budget für die EU erhöht werden muss, nicht zuletzt auch für immer neue Sicherheitsanforderungen.

 

Zum Anlastungsverfahren in Bezug auf Nitrat im Grundwasser äußerte Hogan, dass das der Bewertung des Gerichtes unterliege, nicht seiner. Aus den Zwischentönen konnte aber schon hergeleitet werden, dass ihm die Maßnahmen in Deutschland nicht genügen.

 

Zu der Hoffnung auf mehr Vereinfachungen im Antragsgeschehen und der Kontrollen sagte er deutlich, dass er für Vereinfachungen stehe, aber auch die Technik kontrolliert   werden müsse. Dass das jetzige Verfahren aber auch Umweltmaßnahmen behindere, nahm er zur Kenntnis.

 

Auf die Frage nach der Vereinheitlichung der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln in der EU äußerte Minister Hogan, dass für ihn die Wissenschaft maßgeblich sei. Dieses wiederholte er später auch vor Journalisten, die ihn nach seiner Haltung zu Glyphosat befragten. Hier geht es aber um weit mehr, wenn man sieht, dass wir in Deutschland einen Zulassungsstau haben.

 

Deutlich unterstrich er allerdings, dass er weiterhin die Freiheit von Pflanzenschutzmittelrückständen in organischem Material im Bio-Anbau fordere.

Dieses ist auch für den konventionellen Anbau schwierig. Es kann hier zu Regressanforderungen von Bio-Betrieben kommen. Jeder ist verpflichtet,  die Mittel nur auf den dafür vorgesehenen Flächen zu applizieren.  Abdrift z.B. wird als Anwenderfehler gesehen.

 

Ich denke, wir müssen nicht mit allen seinen Gedanken übereinstimmen, aber Minister Hogan hat bei mir den Eindruck hinterlassen, dass er ein Streiter für die Landwirtschaft ist, der guten Argumenten nicht abgeneigt ist.

 

In den letzten Wochen hat sich die neue Landesregierung formiert, die sich hoffentlich dem landwirtschaftlichen Berufsstand gegenüber etwas aufgeschlossener zeigt.

Leider wurde direkt nach der Nominierung von Landwirtschaftsministerin Schulze Föcking illegal erstelltes Bildmaterial von ihrem Hof veröffentlicht. Die Aufnahmen stammen teilweise aus März und teilweise aus Juni 2017. Daraus wird deutlich, dass es nicht um das Tierwohl, sondern um persönliche (monetäre)Interessen geht, sonst wäre es ein leichtes gewesen, direkt und unmittelbar beim Veterinäramt vorstellig zu werden. Das Bildmaterial hätte die gleiche Wirkung gehabt  oder es wäre sofort festgestellt worden, dass kein Vergehen vorliegt. Tierschutz finde ich gut- das Recht des Einzelnen auf seinen Hausfrieden finde ich aber mindestens genauso wichtig.

 

Vor uns liegt nun die Bundestagswahl. Wir laden hierzu noch Vertreter der Parteien in unsere Geschäftsstelle, damit sie uns ihre Sicht zur Landwirtschaft und zum ländlichen Raum darlegen. Es ist wichtig, dass wir von guten Abgeordneten in Berlin vertreten werden. Sie, liebe Mitglieder, haben es mit in der Hand – gehen Sie wählen.

 

Ich wünsche Ihnen für die kommenden  Wochen gutes Erntewetter, zufriedenstellende Erträge mit guten Preisen und auch etwas Zeit für sich und Ihre Familien.

 

Für Ideen, Anregungen aber auch Kritik sind wir stets offen. Melden Sie sich, wir wollen schließlich ein starker Verband für unsere Mitglieder sein.

 

 

Ihr

Dieter Hagedorn

Vorsitzender

Daten werden geladen …

powered by webEdition CMS