Afrikanische Schweinepest (ASP)

29. November 2017
Mit diesem Schreiben informiert der Vorsitzende über Aktuelles.

Sehr geehrte Damen und Herren,

Sie erhalten dieses Schreiben, weil Sie als Landwirtin und Landwirt oder als Jägerin und Jäger eine wichtige Rolle bei der Vorsorge zur Verhütung von Afrikanischer Schweinepest spielen und weil Sie auch beim Ausbruch dieser verheerenden Tierseuche eine wichtige Aufgabe übernehmen müssten.

Deshalb sind Veterinäramt und Kreisjägerschaft der Bitte des Lippischen Landwirtschaftlichen Hauptvereins nachgekommen, einen gemeinsamen Warnruf zu starten. Bitte lesen Sie das Schreiben genau, denn wir sind alle aufgerufen, die seuchenhygienischen Belange einzuhalten.

Sie werden in einigen Veranstaltungen und durch Publikationen in Fachmagazinen bereits über die Afrikanische Schweinepest (ASP) informiert worden sein. Insbesondere der jüngste Ausbruch der ASP 30 km nördlich von Warschau, aber auch in der russischen Exklave Kaliningrad sowie die weiteren Ausbrüche in Polen und der Tschechischen Republik zeugen von einer Ausbreitung der Seuche Richtung Westen. Die westlichsten Ausbrüche sind keine 5 Autostunden und keine 500 km von der deutschen Grenze entfernt. Gerade die Ausbrüche in Kaliningrad und Warschau zeigen, welche „Sprünge“ das Virus machen kann und wie unvermittelt schnell es womöglich in Deutschland zu einem Ausbruch kommen kann.
Ein Ausbruch hätte dabei immensen, kaum absehbaren Schaden zur Folge: Bei der exportorientierten deutschen Fleischwirtschaft würde der Handel mit Drittländern außerhalb der Europäischen Union sicher komplett zum Erliegen kommen. Der Handel innerhalb der EU aber auch innerhalb Deutschlands würde zumindest extrem erschwert. Das hätte unmittelbare Folgen auf die Schweinehaltung und mittelbar Konsequenzen für fast alle Bereiche der Landwirtschaft.
Helfen Sie deshalb mit, gemeinsam vorzusorgen, Ausbruchsrisiken zu erkennen und möglichst zu vermeiden!

Für Schweinehalter heißt das:
-  Achten Sie beim Betreten von Schweinehaltungen stets auf Ihre eigene
   Personalhygiene und die von Mitarbeitern und Gästen!
-  Informieren Sie Ihre Mitarbeiter darüber, dass sie aus Ländern, in denen die
   afrikanische Schweinepest vorkommt, keine Lebensmittel tierischer Herkunft
   mitbringen dürfen!
- Überprüfen Sie Ihren Betrieb darauf, ob die Vorgaben der Schweinehaltungs-
   hygiene-Verordnung eingehalten werden. Sollten Sie hierzu Fragen haben,
   so  scheuen Sie den Kontakt zu Ihrem Veterinäramt nicht!
-    Beobachten Sie Ihre Schweine, klären Sie Krankheitsfälle rechtzeitig mit Ihrem
    Hoftierarzt. Bedienen Sie sich dazu der labordiagnostischen Möglichkeiten der
    Untersuchungsämter. Melden Sie Verdachtsfälle – Symptome, für die Sie und
    Ihr Tierarzt nicht eine andere Ursache finden - insbesondere hohes Fieber
    (> 40°C), Appetitmangel ganzer Gruppen, Atembeschwerden, Durchfall,
    plötzliche Todesfälle (hohe Mortalität), Hautverfärbungen und Aborte können
    Hinweise sein!

Für Jägerinnen und Jäger heißt das:
-   Beteiligen Sie sich an der forcierten Bejagung von Schwarzwild!
    Sorgen Sie mit dafür,dass die Wildschweinepopulation drastisch reduziert wird,
    bevor die Seuche uns trifft. Planen Sie möglichst umfassende  revierüber-
    greifende Drückjagden!
-   Achten Sie auf abnormes Verhalten der Wildschweine. Beurteilen Sie den
    Wildkörper und die Organe genau! Helfen Sie bei der Überwachung der
    Schweinepest, in dem Sie sich an der Untersuchung von Blutroben beteiligen,
    aber auch andere verdächtige Organe und tot aufgefundene Wildschweine zur
    Untersuchung verbringen!
-  Betreten Sie nach Jagden auf Schwarzwild auf keinen Fall direkt einen
   schweinehaltenden Betrieb! Niemals mit Schuhwerk und Kleidung, die Sie zuvor
    bei der Jagd getragen haben!
-  Nehmen Sie derzeit möglichst nicht an Jagdreisen, insbesondere Drückjagden,
    teil, die in Ländern stattfinden, in denen die afrikanische Schweinepest
   vorkommt.

Wir sollten nicht vergessen, dass wir mit den oben geschilderten Maßnahmen nicht nur wirtschaftliche Werte sichern, sondern auch aktiven Tierschutz betreiben. Die Afrikanische Schweinepest ist zu allererst eine schwere Schweinekrankheit, die Schmerzen und Leiden bei Wild- und Hausschwein verursacht und die Keulung von zigtausenden Schweinen nach sich zieht!

Danke für Ihr Engagement – an welcher Stelle auch immer!

Mit freundliche Grüßen

gez. Dieter Hagedorn                   gez. Dirk Reese                     gez. Dr. Ulrich Kros
Vorsitzender des                             Vorsitzender der                 Amtstierarzt
WLV-Kreisverbandes Lippe     Kreisjägerschaft Lippe     des Kreises Lippe


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