Kreisverband Aktuell Juni 2018

13. Juni 2018

Liebe Mitglieder,

der Tag der Landwirtschaft in Lage  am 02.06.2018 war ein schönes, rundes Ereignis. Man kann fast sagen, dass eine entspannte Atmosphäre die Veranstaltung durchzog. Hierfür möchte ich mich bei allen Besuchern bedanken.  Natürlich gilt mein Dank auch wieder der Werbegemeinschaft Lage und stellvertretend für die Bürger der Stadt Lage, Herrn Bürgermeister Liebrecht.     Fotos sind auf unserer Internetseite zu sehen.
Während der Podiumsdiskussion wurde deutlich, dass unsere Mitbürger von der Landwirtschaft erwarten, dass sie die Schieflage der Biodiversität korrigiert.

Hier muss man deutlich sagen, dass wir nicht die einzigen Verursacher einer veränderten Umwelt sind. Ich denke hier an den ständigen Landhunger für Bau, Infrastruktur und vor allem Naturschutz. Auch haben sich Naturschutzgebiete seit Unterschutzstellung gravierend verändert, so dass die ursprüngliche schützenswerte Tier- und Pflanzenwelt kaum noch vorhanden ist.
Landwirtschaft hat die Kulturlandschaft, wie wir sie heute kennen, entscheidend geprägt, stets begleitet von Wissenschaft und Beratung.

Ich verkenne allerdings nicht, dass sich die Schlaggrößen auch kontinuierlich wo möglich nach oben entwickelt haben, nicht zuletzt aus arbeitswirtschaftlichen Aspekten und Kostengründen. Auch gibt es nicht mehr so viele Ackerbeikräuter. Aber letztlich verursachen sie Ernteerschwernisse und     Mindererträge. Hinzu kommt eine starke Besamung der Fläche, was neue Probleme erzeugt.

Trotzdem sind wir bereit, so weit wie möglich mitzuhelfen, die Biodiversität bei Tier und Pflanze zu erhöhen. Die gestiegenen Verkehrszahlen werden dieses aber weiterhin erschweren.
Blühstreifen, Säfenster, eventuell Teilabschnitte mit reduzierter Aussaatmenge und natürlich zurückhaltende Bewirtschaftung an den Gewässern bieten sich an. All dies sind freiwillige Maßnahmen.
Leider gibt es Stimmen, die dieses kleinreden wollen, da sollten wir uns aber nicht klein machen.

Der Landwirtschaftsbetrieb muss wirtschaftlich denken. Der Unternehmer ist seiner Familie und seinem Eigentum verpflichtet. Dazu gehört mit Sicherheit auch ein ordentlicher Umgang mit Acker und Vieh. Wie sonst hätten wir die Produktivität erhöhen können?
Nachhaltige Leistung kommt nicht durch Ausbeutung.
Und wer erwähnt den Wandel in der Artenvielfalt?

Rebhühnerzahlen gehen zurück, die Rehwildpopulation steigt, Wildschweine scheinen im Schlaraffenland zu leben, der Wolf ist zurück, die Spatzen in großer Zahl und  -subjektiv beobachte ich dieses Jahr auf Grund der Witterung, wieder eine Zunahme der Insekten, ohne dieses näher spezifizieren zu können.

Fakt ist, dass ich nach Jahren ohne Insektizide dieses Jahr wieder die schwarze Bohnenlaus und das Getreidehähnchen bekämpfen musste. Landwirtschaft verneint nicht den Artenrückgang, wohl aber die alleinige Schuld: Alleine können wir da nicht gegenarbeiten. Wir sollten aus ethischen Gründen nicht eine Gunstregion in der Produktion reduzieren.
Allerdings denke ich, dass jeder von uns Flächen hat, die nicht unbedingt zur Best-Bewirtschaftung gehören. Hier sind vielleicht Möglichkeiten.
Auch die vermehrte Nutzung der Frühjahrsaussaat für Zuckerrüben, Mais, Ackerbohnen und Hafer ist gut, da hier auf unbestellten Flächen Bruterfolge zu verzeichnen sind. Gerade Mais, der erst Ende April gelegt wird, tut hier gutes.

Ich wünsche Ihnen allen eine schöne Vorerntezeit mit einigen ruhigen Tagen, damit die Ernte auch wohl gelingt.

Ihr
Dieter Hagedorn
(Vorsitzender)

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