Mitgliederbrief Juli 2021

29. Juli 2021

Mit diesem Mitgliederbrief informiert der Vorsitzende über Aktuelles.

Liebe Mitglieder,

zunächst einmal hoffe ich, dass Sie alle bis jetzt diese schwierige Corona-Zeit gesundheitlich gut überstanden haben. Wir befinden uns leider nicht nur in einer Zeit der Pandemie, sondern auch in einer Zeit des Umbruches.

Klima-Themen beherrschen die politische Bühne. Fridays for Future ist nur die Spitze, an der wir erkennen können, wie stark die Verunsicherung bezüglich der Zukunft ist, nicht nur klimatisch, sondern auch bis in das Leben eines jeden.

Die klimatischen Ziele zwingen uns zu einer Neuorientierung.

Wenn ich schon die Ziele des Green Deal und hier für die Landwirtschaft die Farm to fork Strategie für weitgreifend halte, so muss ich sagen, dass die Empfehlungen der Zukunftskommission Landwirtschaft noch tiefgreifender sind. Der Abschlussbericht der Zukunftskommission ist als Anlage beigefügt.

Bei aller Kritik, die man an diesem Bericht haben kann, ist es aber offensichtlich der Handlungsrahmen, an dem sich Politik und somit auch die Gesetzgebung, vor allem aber auch unsere Handelspartner, orientieren werden. Dieses ist deshalb so, da die Kommission von Bundeskanzlerin Merkel ins Leben gerufen wurde als Reaktion auf die berechtigten Bauerndemonstrationen, wo eine Ausweglosigkeit im bestehenden System analysiert wurde. Wir haben es quasi gefordert.

Ich erhielt durchaus Anrufe, die das Resultat in Frage stellten. Auch wurde hinterfragt, wie denn der DBV daran teilnehmen konnte und ob die bisherige Wirtschaftsweise denn nur verkehrt war?

Nun, wer sich verweigert, kann nicht mitgestalten. Ich bitte um besondere Beachtung des Abschnittes, wo die jüngeren Menschen zu Wort kommen, sowohl aus Umweltverbänden als auch aus der Landwirtschaft.

Sicher ist auch, dass die Wirtschaftsweise, die bis heute beraten wurde, nicht zwangsläufig morgen Bestand hat, speziell wenn sich durch eklatante Veränderungen Missstände in Klima und Biodiversität zeigen. Wer den Green Deal liest wird feststellen, dass hier nicht nur auf die Landwirtschaft, sondern auf jeden Lebensbereich gezeigt wird.

Ihre Berufsvertretung war dieses Jahr bei der Ausweisung der roten Gebiete, dem Green Deal, der Ausweisung von Wasserschutzgebieten, dem Thema Regionalität im Kreis Lippe, dem Insektenschutzprogramm und vielen anderen Themen unterwegs. Wir müssen feststellen, dass unsere Mitbürger unsere jetzige Art der Produktion nicht mehr akzeptieren. Sehr wohl traut man uns aber einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur zu, quasi als Korrektiv zur Verstädterung.

Ja, die angedachten Veränderungen sind tiefgreifend, aber ich sehe hier auch Chancen. Andere Produktionszweige gehen das auch offen an. Überall ist natürlich erst einmal der Reflex: das ist ein zu großes Wagnis, das kann nicht funktionieren.

Für mich gibt es nur ein grundlegendes Problem:

Wir können diese ehrgeizigen Ideen nur umsetzen, wenn wir einen quasi geschützten Markt oder aber eine Art Umwelt-Aufschlag bekommen.

Das darf aber keine neue Prämie sein, sondern muss über das Produkt entlohnt werden. Sonst ergeht es uns wie mit dem jetzigen EU-Prämiensystem, gestartet als Ausgleichszahlungen.

Ich bitte Sie, den Bericht sehr sorgfältig zu lesen. Wir befinden uns in der Zeit vor den Wahlen. Diskutieren Sie darüber mit den Kandidaten. Selten hatten wir die Chance, uns so in den Abstimmungsprozess unserer Zukunft einzubringen. Heute wird unsere Zukunft verhandelt!

Uns allen wünsche ich, gerade unter dem Eindruck der fürchterlichen Hochwasserkatastrophe, eine zufriedenstellende Ernte. Bleiben Sie gesund!

Mit freundlichen Grüßen

Dieter Hagedorn
Vorsitzender

Abschlussbericht der Zukunftskommission ( Dateigröße: 1184 KB)

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