Informationen aus dem landwirtschaftlichen Sozialrecht

03. Dezember 2021

Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft (LBG): Berechnung der Jahresbeiträge (Information für Rinderhalter)

Der Rindviehbestand wird von jedem Rinderhalter in Deutschland an das Herdeninformationssystem Hi-Tier übermittelt. Zur Berechnung der LBG-Jahresbeiträge nimmt die LBG inzwischen für die Beitragskomponente Rinder (Stichtag 15.05. des Veranlagungsjahres) einen Abgleich mit der HIT-Datenbank vor. Der bei der HIT registrierte Rinderbestand Ihres Hofes wird von der LBG automatisch übernommen.

Wichtig: Für alle anderen Nutztierarten sind die Bestandsveränderungen weiterhin zeitnah von Ihnen selbst bei der LBG zu melden.

LBG: Änderung im Berufskrankheitenrecht

In der Vergangenheit konnten einige Berufskrankheiten nur berentet werden, wenn die Betroffenen die zur Erkrankung führende Tätigkeit aufgaben. Seit 01.01.2021 ist dieser sogenannte Unterlassungszwang bei der Anerkennung dieser Berufskrankheiten entfallen. Das hat auch auf Fälle aus der Vergangenheit Einfluss. Vorgänge für die Zeit ab dem 01.01.1997 arbeitet die LBG eigeninitiativ nachträglich auf. Wichtig: Sollten Sie eine solche Berufskrankheit haben oder gehabt haben, empfehlen wir trotzdem, dass Sie sich melden.

Landwirtschaftliche Krankenkasse (LKK): Beitragsrückerstattung

Sind Sie Mitglied der LKK und haben weder Sie noch Ihre über 18 Jahre alten mitversicherten Angehörigen im Jahr 2021 Leistungen der LKK in Anspruch genommen? Dann sollten Sie einen Antrag auf Beitragsrückerstattung stellen. Erstattet wird 1/12tel der im Kalenderjahr von Ihnen gezahlten Beiträge. Dieser Antrag ist jederzeit möglich. Wird er nach dem 30.09. gestellt, gilt er ab dem Folgejahr. Diese einmal abgegebene Erklärung für den Wahltarif muss nicht jedes Jahr neu beantragt werden, sondern läuft automatisch unbefristet weiter.
Wichtig: Sämtliche zahnärztliche und ärztliche Vorsorgeuntersuchungen können ohne Auswirkungen auf diese Beitragsrückerstattung in Anspruch genommen werden.

Pflegeversicherung – Anpassung des Zuschlages für Kinderlose

In der gesetzlichen Pflegeversicherung zahlen kinderlose Mitglieder ab Vollendung ihres 23. Lebensjahres einen Beitragszuschlag in Höhe von 0,25 Prozent. Ab dem 01.01.2022 wird dieser Zuschlag auf 0,35 Prozent angehoben.

Landwirtschaftliche Alterskasse (LAK): Anhebung der Zuschuss-Einkommensgrenzen

Seit dem 01.04.2021 haben mehr Versicherte der LAK einen Anspruch auf den Beitragszuschuss, denn die Einkommensgrenzen wurden angehoben von 15.500 € auf 23.688 € für Alleinstehende und von 31.000 € auf 47.376 € für Verheiratete. Künftig werden diese Grenzen jährlich dynamisch angepasst. Der Zuschussanspruch wird weiterhin über ihr landwirtschaftliches und außerlandwirtschaftliches Einkommen aus ihrem Steuerbescheid ermittelt.

Wichtig: Prüfen Sie, ob Sie jetzt zuschussberechtigt sind. Das gilt besonders in einkommensschwächeren Jahren oder wenn Sie Hofnachfolger geworden sind.

LAK: Aussetzung der Hinzuverdienstgrenze für vorzeitige Altersrenten verlängert.

In Anbetracht der anhaltend schwierigen Corona-Entwicklung wird die befristete Aussetzung der Hinzuverdienstregelungen für vorzeitige Altersrenten der LAK um ein weiteres Jahr bis zum 31.12.2022 verlängert. In der gesetzlichen Rentenversicherung wird die Anhebung der Hinzuverdienstgrenzen ebenfalls bis zum 31.12.2022 ausgedehnt.

Wichtig: Diese befristeten Ausnahmeregelungen gelten ausschließlich für die vorzeitigen Altersrenten. Sie gelten nicht für Hinterbliebenen- oder Erwerbsminderungsrenten.

LAK: Klärung der Versicherungszeiten

Neuerdings führt die LAK eine Kontenklärung beim Versicherten kurz vor Vollendung seines 55. Lebensjahres durch. Diese frühzeitige Prüfung und Vervollständigung der LAK-relevanten Versicherungszeiten ist Basis der Rentenauskunft und kann Ihre spätere Rentenbeantragung erleichtern.
Wichtig: Nehmen Sie diese Gelegenheit wahr. Sie erleichtern damit Ihren Rentenzugang.

Zu allen Fragen im Sozialrecht steht Ihnen die Sozialrechtsberatung des landwirtschaftlichen Kreisverbandes zur Verfügung.

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