Nährstoffbericht NRW 2021

03. Dezember 2021

Die Landwirtschaftskammer NRW hat den dritten Nährstoffbericht für Nordrhein-Westfalen vorgelegt. Dieser legt die Nährstoffsituation und die daraus resultierende Entwicklung im Zeitraum von 2014 bis 2020 offen.

Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass unser Berufsstand sich der Verantwortung um den Grundwasserschutz und des effektiven Einsatzes von Mineral- und Wirtschaftsdüngern bewusst ist. Der Nährstoffbericht 2021 zeigt eindeutig, dass der Einsatz von Düngemitteln weiterhin rückläufig ist. Alleine der Nährstoffanfall aus der Tierhaltung wurde im Berichtszeitraum um zehn Millionen Kilogramm Stickstoff und drei Millionen Kilogramm Phosphor reduziert. Zusätzlich dazu nahm der Anteil der pflanzlich hergestellten Nährstoffe, hier sind z.B. die Gärreste aus Biogasanlagen zu nennen, um 25 % ab. Durch den Anbau von Eiweißpflanzen in der Fruchtfolge und der Förderung über das Programm „Vielfältige Fruchtfolge" wird eine natürliche Stickstoffzufuhr im Nährstoffkreislauf etabliert. Die natürliche Stickstoffzufuhr über erweiterte Fruchtfolgen mit Leguminosen führt dazu, dass zusätzlich Nährstoffe wie z.B. Mineraldünger im Betrieb eingespart werden kann. Im Zeitraum 2016 – 2020 haben die landwirtschaftlichen Betriebe zusätzlich Ihren Einsatz von Mineraldünger um weitere 20 % zurückgefahren. 

Ein großes Thema in den einzelnen Kreisen ist der Wirtschaftsdüngerimport aus benachbarten Bundesländern oder aus Nachbarstaaten. Der Wirtschaftsdüngerimport aus den Niederlanden hat allein seit dem Jahr 2016 um 50 % abgenommen. Wirtschaftsdüngerimporte aus den Niederlanden waren allerdings im Kreis Minden-Lübbecke nie ein Thema. Aus dem benachbarten Bundesland Niedersachsen werden weiterhin Wirtschaftsdünger in den Kreis Minden-Lübbecke importiert. 

Für den Kreis Minden-Lübbecke bestätigt sich ebenfalls der Trend, dass sowohl weniger Mineraldünger als auch Wirtschaftsdünger in den Betrieben eingesetzt worden sind. Die Entwicklung der Wetterlage und die damit verbundene Wetterextreme wie z.B. das Starkregenereignis im Jahr 2016 im Bereich Stemwede/Rahden oder die Trockenheit im Jahr 2018/2019, welche in Teilen des Kreisgebietes Dürre-ähnliche Zustände hervorgebracht haben, sorgen dafür, dass die Gestaltung der Fruchtfolgen, die Planung der Düngung und die Entwicklung der Erträge immer schwieriger werden. Letztendlich hat das Wetter einen großen Einfluss auf die Ertragssicherheit und die damit verbundene Nährstoffabfuhr von den landwirtschaftlich genutzten Flächen. 

Die weitergehenden Verschärfungen im Düngerecht sorgen zusätzlich dafür, dass automatisch eine weitere Reduktion des Nährstoffeinsatzes zu erwarten ist und die Spielräume zur Düngung von qualitativ hochwertigen Beständen zurückgehen. Zusätzlich ist festzustellen, dass der Strukturwandel in der Landwirtschaft unaufhörlich weitergeht. Die Tierbestände sind im Zeitraum 2016 – 2020 deutlich zurückgegangen. Dieser Trend wird sich weiterhin drastisch fortsetzen, wenn nicht kurzfristig Planungssicherheit für unsere heimischen Betriebe geschaffen wird. 

Zusätzlich zur Planungssicherheit muss schnellstmöglich dafür gesorgt werden, dass sich die Preisschere in bestimmten Bereichen nicht immer weiter auseinander bewegt und die landwirtschaftlichen Betriebe Ihre hochqualitativ erzeugten Lebensmittel und deren Arbeitseinsatz angemessen entlohnt bekommen.

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