Kiebitzschutzprogramm 2016 im Kreis Soest

03. März 2016

Bitte auf den Bodenbrüter achten

 Kiebitz mit Jungvögeln (Quelle: Die Biologische Station Kreis Paderborn | Senne)

Er ist ein typischer Bewohner der Hellwegregion: Heller Bauch, dunkler Rücken und einen hochaufragenden Federschof auf dem Kopf; im Frühjahr brütet der Kiebitz besonders auf den Ackerflächen unseres Kreisgebietes. Seine auffälligen Balzflüge gehören zu den ersten Zeichen des nahenden Frühlings.

Wie diese Vögel und ihre Gelege geschützt werden können, wird auf einer Informationsveranstaltung am Donnerstag, 10. März 2016 um 19.00 Uhr im Sitzungssaal des Landwirtschaftszentrums Haus Düsse in Ostinghausen erläutert. Landwirtschaftsverband und Landwirtschaftskammer laden gemeinsam hierzu ein.
Beobachten Landwirte Kiebitzpaare auf ihren noch nicht bestellten Äckern,  sollten die Kiebitznester markiert und bei der Bearbeitung ausgespart werden, so die Empfehlung des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes. Wer gänzlich auf eine Bearbeitung des Ackers beim Vorkommen von brütenden Kiebitzpaaren bis zum 20. Mai verzichtet, kann eine Entschädigung für die verspätete Maisaussaat in Höhe von 280 €/ha erhalten. Das Verfahren sieht folgendermaßen aus: Wenn die Kiebitzbrut festgestellt wird, kann der Landwirt mit der Unteren Landschaftsbehörde des Kreises Soest einen entsprechenden Vertrag abschließen. Ansprechpartner ist Herrn Marko Kneisz (Tel.: 02921/30-2544) von der Unteren Landschaftsbehörde Kreis Soest.

Darüber hinaus können Landwirte mit der nächsten Förderperiode, beginnend am 01.01.2017, an dem fünfjährigen Vertragsnaturschutz des Kulturlandschafts-programmes des Kreis Soest teilzunehmen. Voraussetzung ist, dass die Vertragsnaturschutzflächen zum Lebensraum des Kiebitzes gehören. Die bearbeitungsfreie Schonzeit auf Maisäckern (im Einzelfall auch bei Hackfrucht-/Gemüseanbau) wird dann vom 22.03. bis 05.05 sein, die Entschädigung beträgt 280 €/ha/Jahr, bei notwendiger Verlängerung des Zeitraums bis zum 15.05 wird die Entschädigung auf 420 €/ha/Jahr erhöht.



Hintergrund:
Früher haben Kiebitze nasse, grünlandgeprägte Auenbereiche als Lebensraum genutzt. Mittlerweile brüten Sie überwiegend in den Ackerflächen. Hier sind sie im Frühjahr auf vegetationsarme bzw. vegetationsfreie Ackerflächen angewiesen. Häufig sind es Flächen die für den Maisanbau, Zuckerrübenanbau oder Gemüseanbau genutzt werden. Diese Flächen werden im März oder April für die Einsaat vorbereitet und präsentieren sich somit im zeitigen Frühjahr als optimale Brutfläche für den Kiebitz. Hier sind die Konflikte vorprogrammiert, denn die Bearbeitung dieser Ackerschläge erfolgt parallel zur Brutzeit der Kiebitze.

Foto:  Kiebitz mit Jungvögeln (Quelle: Die Biologische Station Kreis Paderborn | Senne)

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