„Grüne" Landwirtschaftstour im Kreis Soest

14. Juli 2021

Eine Tour durch die heimische Landwirtschaft gab es am Dienstag, den 13. Juli, für einige Politiker der Partei Bündnis 90/ Die Grünen. Der heimische Kandidat für den Bundestag Shahabuddin Miah besuchte in Begleitung des stellvertretenden Vorsitzenden der Kreistagsfraktion Thomas Reimann, des Kreistagsmitglieds Wiebke Mohrmann und des Wahlkampfmanagers Lothar Kemmerzell verschiedene Stationen. Eingeladen zur Landwirtschaftstour hatte der Landwirtschaftliche Kreisverband Soest in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftskammer und dem Zusammenschluss LSV.

Zunächst ging es zum Hof der Familie Scheele in Werl-Niederbergstraße, die sich auf Gemüsebau spezialisiert hat. Hubertus Scheele zeigte unter anderem, wie die Familie sich auf aktuelle Herausforderungen im Pflanzenschutz einstellt. So wurde in diesem Jahr in spezielle Netze investiert, die die Kohlraben vor der Weißen Fliege schützen. „Das ist eine Alternative zum chemischen Pflanzenschutz. Sie funktioniert, aber sie ist sehr arbeits- und kostenintensiv", machte er Vor- und Nachteile deutlich.


Anschließend ging es entlang von Blühstreifen, die die heimischen Landwirtinnen und Landwirte auf zahlreichen Feldern angelegt haben, zum Hof der Familie Kruse/Prenger in Wickede-Schlückingen. Das junge Landwirtsehepaar Ines und Frank Kruse haben vor Kurzem den Hof von den Eltern übernommen und den Mut aufgebracht, in die Milchvieh¬haltung zu investieren. „Nur mit viel Idealismus und Liebe zur Landwirtschaft und den Tieren kann man so eine Entscheidung treffen", sagte Frank Kruse.


Der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Josef Lehmenkühler knüpfte an: „Unsere jungen Bäuerinnen und Bauern im Kreis Soest sind mit viel Begeisterung bei der Arbeit und wollen die Zukunft gestalten, aber wir brauchen die Unterstützung der Politik." Es seien mehr kooperative Ansätze und weniger Ordnungsrecht gefragt.


Bundestagkandidat Shahabuddin Miah zeigte sich beeindruckt von der Begeisterung der jungen Landwirte: „Landwirtschaft kann man nur mit Leib und Seele betreiben", sagte er. Ihm sei es ein Anliegen, in der Landwirtschaft Ökologie und Wirtschaftlichkeit zusammenzubringen.


Kreislandwirt Joachim Pehle machte deutlich, dass es wichtig sei, die Erzeugung von Nahrungsmitteln in Deutschland zu erhalten. „Je mehr wir hier extensivieren, umso mehr müssen wir importieren. Wir dürfen der Welt ihr Essen nicht wegessen", so sein Appell.


Darauf, dass es nicht nur schwarz und weiß, sondern häufig Zielkonflikte gebe, machte Friedrich Kruse (LsV) aufmerksam: „Natur hat immer mehrere Seiten", sagte er. Beispielsweise mache ein zunehmender Verzicht auf chemische Unkraut¬bekämpfung eine deutlich höhere Bodenbear-beitung mit den damit verbundenen Nachteilen sowohl für Bodenbrüter als auch für das Klima notwendig.

 

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