Erntedank mit Licht und Schatten

05. Oktober 2015

Übergabe der Erntekrone an Landrat Thomas Kubendorff

Am Montag, 28. September überreichte der WLV-Kreisverband Steinfurt gemeinsam mit dem Kreislandfrauenverband Steinfurt-Tecklenburger Land die Erntekrone an Landrat Thomas Kubendorff. Der Kreisverbandsvorsitzende Johann Prümers nutzte die Gelegenheit, auch auf die aktuellen Herausforderungen in der Landwirtschaft hinzuweisen.

Leistung der Landwirtschaft

"Die bäuerlichen Familien können  mit den Ergebnissen ihrer Arbeit zufrieden sein und haben allen Grund Erntedank zu feiern. Die Leistung der Bäuerinnen und Bauern in Lebensmittelerzeugung, Landschaftspflege, Umwelt, Wasser- und Artenschutz sowie im Bereich erneuerbare Energien bilden das Fundament für die Lebensmittelqualität im Kreis Steinfurt", sagte Prümers. "Mit 800 Millionen Euro Produktionswert und 200 Millionen Euro Investition je Jahr bilden sie auch ein stabiles Fundament für die Wirtschaftskraft unserer Region."

"Dunkle Wolken über den Bauernfamilien"

"Aber über den Bauernfamilien hängen dunkle Wolken", so Prümers. "Teile der Politik und kleine gesellschaftliche Gruppen werden nicht müde, die Arbeit der Bäuerinnen und Bauern pauschal diffamieren.Nach Meinung dieser oft uninformierten Mitmenschen quälen wir Tiere, belasten Umwelt und Wasser, sind für das Artensterben verantwortlich und erzeugen wir Lebensmittel, die sie gerne besonders günstig kaufen (der Boom  der Supermärkte belegt das), die sie aber eigentlich visionär und ideologisch gar nicht haben wollen. Diffamierungen im Internet und Klageandrohungen gegen Tierhaltungspraktiker lassen Landwirte zum Teil verzweifeln.

Transparenz

Die Landwirte arbeiten äußerst transparent. Unsere Arbeit ist tagtäglich auf den Feldern zu beobachten. Unsere Tierhaltung wird kontrolliert. Wir erstellen Bilanzen und dokumentieren unser Tun.Und wir sind jederzeit und immer offen für Verbesserungen und Veränderungen auf erprobter und belegter Grundlage. Wir arbeiten in Arbeitsgruppen gerne mit, um unsere Arbeit zu verbessern (Kooperationen in vielen Bereichen)."[....]

"Paohl halten für die Landwirtschaft"

"Trotzdem lässt man es zu, dass politische Minderheiten die Landwirtschaft derart angreifen und unverhältnismäßig bevormunden. Trotzdem schafft man Verbandsklagerecht für Gruppen, die die tatsächliche Situation nur oberflächlich, unzureichend oder gar nicht beurteilen können.Gerade auch bei den neuen Entwürfen zum Landesnaturschutzgesetz und beim Landeswassergesetz werden Behörden und in der Landwirtschaft arbeitende Familien durch Mitwirkungsrechte von nicht betroffenen Organisationen und Freizeitbeobachtern massiv beeinträchtigt.Es werden erhebliche Kosten verursacht und Entscheidungen verzögert, die zukünftige Investitionen behindern oder unmöglich machen.

Wer betroffen ist, meine Damen und Herren, der darf, der muss sich einmischen!

Aber, wer viele Kilometer entfernt lebt, dem kann eigentlich kein Mitwirkungs- und Klagerecht auch nicht über Verbände zustehen! Diese Haltung von Politik und Teilen der Gesellschaft macht mürbe und frustriert und treibt junge, hervorragend ausgebildete Menschen von den Höfen. Die augenblickliche Situation in den Märkten beschleunigt die Problematik, ist aber nicht die eigentliche Triebfeder.

Bürokratieaufwand, Misstrauen, Anwürfe und Anschuldigungen bis hin zum Stand-Still bei Baugenehmigungen wird von Bauern und Bäuerinnen nicht mehr verstanden und wir halten es nicht mehr aus. Politik und gesellschaftliche Gruppen sollten hier dialogfähiger sein und – wie man im Münsterland sagt – auch mal Paohl halten für eine Landwirtschaft, ohne die das Münsterland und unser Kreis massiv verlieren würde." [...]

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