Bunt ist das neue Grün

07. Juli 2020

Landwirte sorgen für ein blühendes Band aus Bauernhand

Bunt ist das neue Grün im Kreis Steinfurt: Schon in den vergangenen Jahren haben die Landwirte dafür gesorgt, dass mit freiwillig angelegten Blühstreifen an Feldrändern und Rainen für Insekten und weitere tierische Feinschmecker ein vielfältiger Blüten- und Blätterschmaus zur Verfügung stand. Jährlich säen die Landwirte im Kreis mehr als zwei Tonnen feinster Blühmischung in den Kommunen von Westerkappeln bis Ochtrup, von Horstmar bis Hörstel aus. „Das heißt, dass zusätzlich zu Agrar- und Umweltmaßnahmen die Landwirte rund 200 Hektar freiwillige Blühstreifen angelegt haben“, so Albert Rohlmann, Vorsitzender des landwirtschaftlichen Kreisverbandes. „Dem Kreis Steinfurt blüht etwas – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Das blühende Band aus Bauernhand ist in den Sommermonaten deutlich in der Landschaft zu sehen.“

Buchweizen und Phacelia (Bienenfreund) sind die ersten Farbtupfer der Streifen, die nach und nach von Malve, Sonnenblume, Koriander und weiteren ausgesuchten Saaten abgelöst werden. Hier summt’s und brummt’s. „Im Kreis Steinfurt ist die Resonanz überwältigend“, erklärt Albert Rohlmann. „Das zeigt, dass die Landwirte gerne bereit sind, sich aus Überzeugung für die Artenvielfalt zu engagieren.“

Die Blühstreifen sind Nahrungsquellen für Insekten wie Honigbienen, Hummeln, Wildbienen und Schmetterlinge, die auch für die Bestäubung von Kulturpflanzen wie Obst oder Raps eine wichtige Rolle spielen. Darüber hinaus bietet die Blühmischung einen Lebensraum für Rebhuhn, Kiebitz, Fasan oder Feldhase. Die Steinfurter Landwirte setzen sich aktiv für den Erhalt der Artenvielfalt ein und verzichten dafür ohne Ausgleich auf einen Teil ihrer Ernte. An den Feldrändern finden sich vielerorts auch Schilder, die auf die Blühstreifen hinweisen, die auch eine echte Augenweide sind: Bunt ist im Kreis Steinfurt das neue Grün.

Hätten Sie’s gewusst?

Landwirte im Kreis Steinfurt sind landesweit Spitze bei Agrar- und Umweltmaßnahmen:

100.000 ha landwirtschaftliche Nutzfläche im Kreis Steinfurt

2.000 ha Uferrandstreifen, Blühflächen, Greening- und Feldrandstreifen

12.500 ha Fläche in Naturschutzgebieten gesichert, insbesondere extensives Feuchtgründland, Die zahlreichen Feuchtwiesenschutzgebiete erhalten nur ihren Wert, wenn sie dauerhaft bewirtschaftet werden. Das übernehmen im Kreis Steinfurt die Landwirte.

Außerhalb dieser Gebiete: 12.000 ha als Biotope kartiert. Auf den Flächen brüten über 50 Prozent der Brachvögel in NRW sowie verschiedene Wiesenbrüter.

Auf 8.000 ha Fläche im Münsterländer Kiessandzug sind Wasserschutzgebiete ausgewiesen, aus denen regionale Stadtwerke hohe Trinkwasserqualität fördern.

Der Kreis Steinfurt, die Naturschutzstiftung und der WLV Kreisverband haben gemeinsam ein landesweit einzigartiges Fließgewässerentwicklungsprogramm aufgestellt. Die Zielsetzung ist es, Kompensationsmaßnahmen an die werden 670 km Fließgewässer zu bringen und damit die Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie voranzutreiben.

Hätten Sie’s gewusst?

Landwirte leben Verantwortung: Pflege der Kulturlandschaft

Landwirte in Westfalen investieren jährlich etwa 80 Mio Euro in den Erhalt und die Pflege der Kulturlandschaft.

74 Prozent der Landwirte im Kreis Steinfurt pflegen Hecken.

Auf jedem dritten Betrieb gibt es Streuobstwiesen, die überwiegend von den Landwirten selbst gepflegt werden.

25 Prozent der Betriebe haben Feldgehölze, die selbst angelegt und gepflegt werden.

Stillgewässer (Teiche/Tümpel) gibt es auf jedem dritten landwirtschaftlichen Betrieb im Kreis Steinfurt.

Einen Bauerngarten hat noch fast die Hälfte der Betriebe.

 

Hätten Sie`s gewusst?

100.000 ha landwirtschaftl. Nutzfläche werden im Kreis Steinfurt von rund 3.200 bäuerlichen Familienbetrieben bewirtschaftet – davon ca. 1.400 im Vollerwerb

  • 18.000 ha Grünlad
  • 11.000 ha Triticale
  • 11.000 ha Weizen
  • 14.000 ha Gerste
  • 10.000 ha Raps
  • 17.000 ha Körner- und
  • 25.000 ha Silomais

Damit ist im Kreis ein vielfältiges Landschaftsbild gewährleistet.

 

 

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