MdB Sendker begrüßt Rücknahme der "Bauernregel"-Kampagne

17. Februar 2017

Zu ihrer regelmäßigen Gesprächsrunde trafen sich der heimische Bundestagsabgeordnete Reinhold Sendker und Vertreter des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Warendorf. Gesprächsstoff gab es reichlich. Gerade in einer Zeit, in der es den Landwirten wirtschaftlich alles andere als gut gehe und ihr Ansehen bei den Verbrauchern völlig zu Unrecht diskreditiert werde, sei ihm dieser Dialog außerordentlich wichtig, stellte Sendker, der selber aus einem landwirtschaftlichen Betrieb stammt, eingangs fest. Bei zahlreichen Problemlagen habe er in der Vergangenheit mit seinem Einsatz im Parlament Veränderungen erreichen können und darum will er sich auch in Zukunft bemühen. Sendkers Gesprächspartner, der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes, Hermann-Josef Schulze-Zumloh, Kreislandwirt Karl Werring und Geschäftsführer Dr. Matthias Quas, bestätigten dies. In der  sogenannten „Bauernregel“-Kampagne der SPD-Bundesumweltministerin Hendricks hatte Sendker zuletzt eine Entschuldigung der Ministerin gefordert.

Als „unsäglich“ und „diffamierend“ bezeichnete die Gesprächsrunde die Plakataktion, welche inzwischen aufgrund des starken öffentlichen und politischen Protests überwiegend eingestellt wurde. Die Kampagne der Ministerin sei für ihn „absolut unverständlich“ gewesen, stellte dann auch Schulze-Zumloh fest. Insbesondere bei Kenntnis der „Offensive Nachhaltigkeit“ des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes, mit welcher die Landwirte sich ausdrücklich den gegenwärtigen Herausforderungen stellen, könne man darüber nur den Kopf schütteln. „Niemand will leugnen, dass intensive Landwirtschaft auch Probleme hervorrufen kann“, man arbeite schließlich nicht im Labor, ergänzt Schulze-Zumloh. Es werde aber enorm viel dafür getan, umweltschonende Lösungen zu finden. „Viele Landwirte waren daher tief getroffen von den peinlichen Reimen der Ministerin“, so Kreislandwirt Werring. Selten seien in seinem Berliner Büro, so Sendker weiter, so viele wütende Protestschreiben eingegangen, wie in den vergangenen Tagen. Aber man habe mit dem Kampagnen-Rückzug der SPD-Ministerin einiges erreicht, so Hermann-Josef Schulze-Zumloh.


Im weiteren Verlauf des Gesprächs nahm Schulze-Zumloh eine generelle Bestandaufnahme vor. Nachdem die Jahre 2015/16 für den Milchsektor „katastrophal“ gewesen seien, würde sich die Lage inzwischen weiter entspannen. Sorgen bereite der anstehende Brexit und die Entwicklung in den USA nach der Wahl Donald Trumps zum Präsidenten. Diesbezüglich verwies der Kreisverbandsvorsitzende darauf, dass Deutschland im Agrarbereich weltweit an dritter Stelle der Agrarexporteure stünde. Die deutschen Unternehmen der Ernährungswirtschaft – viele von ihnen Mittelständler – verdienten jeden dritten Euro im Export. Zugleich sei Deutschland aber auch der drittgrößte Agrarimporteur und damit insgesamt sogar Nettoimporteur von Gütern der Agrar- und Ernährungswirtschaft. National sei jetzt wichtig, dass das Düngepaket zügig verabschiedet und in Kraft trete. Die grundsätzliche Einigung zwischen Bund und Ländern beim Düngegesetz werde begrüßt. Bedauerlich sei allerdings, dass man den Ländern mit der „Ermächtigungsklausel“ „das Werkzeug an die Hand gebe, die Regelung zu zerschießen“, so Schulze-Zumloh. Ergänzend erklärt Sendker: „Es war der einzig mögliche Kompromiss mit der SPD“. Zufrieden sei er damit aber nicht.
Weitere Themen waren der Bundesverkehrswegeplan 2030 sowie die Reaktivierung der WLE. Kritische Stimmen gab es zum geplanten Tierwohllabel des Bundeslandwirtschaftsministers.

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