Pandemie zeigt Handlungsfelder auf

28. Juli 2020

Die Pandemie trifft die Landwirtschaft schwer: Für Rindfleisch waren Großküchen und Restaurants als Hauptabnehmer innerhalb von 4 Wochen weggebrochen. Bei den Bullen wurden selbst Edelteile zu Hack verarbeitet und als Convenience vermarktet und im Milchsektor fehlten den Molkereien Abfüllanlagen für kleine Gebinde. Nur der Getreidemarkt blieb von der Coronakrise verschont – doch ihm setzte die Trockenheit zu. „Die Lage ist besonders bei den Tierhaltern angespannt, denen die Absatzmärkte fehlen und die aufgrund der langen Trockenheit nur geringe Futtererträge erwarten können. Zu diesen Sorgen kommt die Unsicherheit, welche Form der Landwirtschaft gesellschaftlich gewollt und politisch finanzierbar ist. Das sorgt für einen Investitionsstau“, so WLV-Kreisverbandsvorsitzender Hermann-Josef Schulze-Zumloh beim Jahresgespräch der heimischen Landwirtschaftsvertreter mit den SPD-Politikern Annette Watermann-Krass und Bernhard Daldrup.

„Es  tut gut, dass wir endlich die gesellschaftliche Wertschätzung erfahren und als systemrelevant anerkannt werden“, resümierte der Kreisverbandsvorsitzende. Die Pandemie zeige, „dass unsere Gesellschaft in verschiedenen Bereichen sehr verletzlich ist“, sagte auch Bernhard Daldrup. So sei die Landwirtschaft zu Recht als systemrelevant eingestuft worden. Aber es hätten sich auch Schwachstellen gezeigt beim Blick hinter die Kulissen der Schlachthöfe. Bei der Unterbringung auf heimischen Betrieben haben Überprüfungen durch das Ordnungsamt allerdings keine Beanstandungen ergeben.

Als Chance für einen wertschätzenden Umgang mit Lebensmitteln sieht Landtagsabgeordnete Annette Watermann-Krass die Coronakrise: „Wenn plötzlich alles zusammenbricht besinnen sich die Menschen viel stärker auf die Herkunft ihrer Nahrungsmittel, hinterfragen globale Lieferketten und suchen stärker nach regionalen Produkten. Das muss jetzt weiter vorangetrieben werden.“

Mit Blick auf Erneuerbare Energien möchte Bundestagsabgeordneter Bernhard Daldrup künftig Kommunen stärker an den Erträgen aus Windenergie beteiligen. „Wir möchten die Förderung von Sonnenenergie auf Dächern und von Windenergie auf Flächen erhöhen“, so Daldrup. „Dafür brauchen wir aber Möglichkeiten, damit Landwirte vor Ort weiter in Windkraft investieren“, so Andreas Westermann, stellvertretender Kreisverbandsvorsitzender.

Hermann-Josef Schulze-Zumloh erläuterte noch einmal die Bemühungen der Landwirtschaft für die Artenvielfalt, die von Blühstreifen über Feldlerchenfenster bis hin zu einer guten Zusammenarbeit mit Biologischer Station, Kreisverwaltung und allen anderen Kräften im Kreisgebiet reichen.

Foto: Trafen sich - coronabedingt mit gebührendem Abstand - zum Gedankenaustausch im Grünen Zentrum (v.l.): Geschäftsführer Dr. Matthias Quas, Andreas Westermann (stellv. Vors.), SPD-Landtagsabgeordnete Annette Watermann-Krass, Paul Verenkotte (stellv. Vors.), SPD-Bundestagsabgeordneter Bernhard Daldrup und Kreisverbandsvorsitzender Hermann-Josef Schulze-Zumloh.

 

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