Landwirte in großer Sorge mit Blick auf Afrikanische Schweinepest

25. September 2020

Die Afrikanische Schweinepest bedroht die heimischen Hausschweinebestände, seitdem der erste ASP-Fall in Deutschland vor 3 Wochen bei einem Wildschwein registriert wurde. Viele Vorkehrungen sind getroffen worden, um im Kreis Warendorf ein Übergreifen der Tierseuche von den Wild- auf die Hausschweine zu verhindern. „Wir sind gut vorbereitet", betonte Kreisveterinär Dr. Andreas Witte auf der Sitzung des Landwirtschaftlichen Kreisverbandsausschusses in der DEULA.

Auf den Tag x vorbereitet

Bereits vor 3 Jahren hatten Kreisveterinäramt, Landwirtschaft, Jägerschaft und Jagdbehörde die „Lokale Arbeitsgruppe Afrikanische Schweinpest – LAG ASP" gegründet. Auf Landesebene hat die seit wenigen Jahren bestehende „Wildtierseuchenvorsorgegesellschaft" Fachpersonal geschult und kann quasi als schnelle Eingreiftruppe im Ernstfall Gebiete einzäunen und weitere Maßnahmen vornehmen. Ein Landestierseuchenkontrollzentrum führt die erforderlichen Daten zusammen.
Vor rund 80 besorgten Landwirten beschrieb der Kreisveterinär eindrücklich die im Ernstfall zu erwartenden Szenarien im „Kerngebiet" und dem umgebenden „Gefährdeten Gebiet".

Fleischverarbeiter haben innerhalb von Stunden reagiert

Wie schnell das verarbeitende Gewerbe auf die Nachricht vom ersten ASP-Fund in Deutschland und den Importstopp durch China reagierte, skizzierte Heribert Qualbrink, Einkaufsleiter der Westfleisch SCE mbH: „Innerhalb von 15 Stunden hatten wir unsere Zerlegetische umgestellt, um das Fleisch für andere Märkte zu verarbeiten", so Qualbrink. Immerhin: 1 Mio. Schweine werden in den Ställen im Kreisgebiet gemästet. Da sind die Kühllager schnell voll – schlecht in Zeiten mit Importstopp der Hauptabnahmemärkte. Jetzt gelte es, das Rad am Laufen zu halten und kurzfristig neue Märkte zu beliefern – da sei der Preis zweitrangig. „Wir wussten jahrelang, dass die ASP irgendwann auch Deutschland erreichen wird. Verbände, Veterinärämter und Politik hatten Zeit, Krisenhandbücher zu entwickeln. Von allen Szenarien, die wir durchgespielt haben, ist dieses von allen schlechten das beste!", so Qualbrink.
Kreisverbandsgeschäftsführer Dr. Matthias Quas berichtet über den Stand zum Glasfaserausbau und riet allen Mitgliedern, sich auch ohne aktuellen Bedarf in jedem Fall Passivanschlüsse legen zu lassen, die später problemlos aktiviert werden können. „Eine spätere Anschlusslegung ist dagegen sehr kostenintensiv. "Derzeit erarbeiten Deutsche Glasfaser und Kreisverwaltung einen Mustervertrag zu Leitungsführungen über privaten Grund und Boden.
Für die Wahl zur Landwirtschaftskammer nominieren die Kreisverbands-Mitglieder die Landwirte Karl Werring, Andreas Westermann, Johannes Bühlmeyer, Josef Koch, Rainer Lehmkuhl, Markus Overhues, Dörte Püning, Elisabeth Sprenker und Huber Steinhoff.

"W-Land" gestartet: "Warendorfer Landnutzer arbeiten für Naturschutzzwecke und Biodiversität"

Mit „W-Land – Warendorfer Landnutzer arbeiten für Naturschutzzwecke und Biodiversität" ist im Kreisgebiet ein neues Projekt an den Start gegangen, dass von Kreisjägerschaft, WLV-Kreisverband und Kreisverwaltung getragen wird. Obwohl der Kreis Warendorf bereits wild- und strukturreich ist, sollen die Lebensräume insbesondere für Offenlandarten wie Rebhuhn, Feldhase, Feldlerche, Kiebitz, Grauammer und Wiesenschafstelze weiter aufgewertet und noch attraktiver gestaltet werden. Dazu werden mit Grundeigentümern, Landbewirtschaftern, Revierinhabern und Unterhaltungsverbänden unterschiedlichste Maßnahmen - passgenau für die jeweilige Fläche - erarbeitet. So können schon einfache Pflegemaßnahmen an Hecken und Kleingewässern oder die Aufwertung von Wegrändern und Feldgräben große Erfolge erzielen. Betreut wird das 3jährige Projekt „W-Land" durch Hendrik Specht und Felix Homann von der Stiftung Westfälische Kulturlandschaft.

Foto: Kreisveterinär Dr. Andreas Witte sprach vor dem Kreisverbandsausschuss zum ASP-Ausbruch in Deutschland und zu den Vorkehrungen, die im Kreis Warendorf getroffen worden sind.

Heribert Qualbrink, Westfleisch

Hendrik Specht (re.) und Felix Homann von der Stiftung Westfälische Kulturlandschaft sind Ansprechpartner für das W-Land-Projekt

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