Rekord: Landwirte im Kreis Warendorf säen Blühstreifen auf mehr als 100 ha!

23. April 2021

In diesem Jahr knacken die heimischen Landwirte den Rekord: Auf mehr als 100 Hektar Fläche legen sie Blühstreifen für die Artenvielfalt im Kreis Warendorf an. Das entspricht einer Fläche von 140 Standard-Fußballfeldern oder einer Million Quadratmetern. Dafür stehen 1,6 Tonnen Saatgut bereit. „Das ist schon was!", freut sich Kreisvorsitzender Hermann-Josef Schulze-Zumloh. Und auch die Projektträger und -Förderer sind zufrieden. 760 Kilogramm Saatgut stellt die Stiftung Westfälische Kulturlandschaft kostenfrei zur Verfügung – unterstützt von der Stiftung Westfälische Landschaft. 840 weitere Kilogramm im Wert von rund 3.000 Euro packt die Sparkasse Münsterland Ost noch obendrauf. „Wir unterstützen dieses Projekt sehr gerne und freuen uns, dass wir einen wichtigen Beitrag leisten können zum Schutz von Insekten, Vögeln und unserer heimischen Wildtiere", so Sparkassenvorstand Peter Scholz.
Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität und Artenvielfalt haben inzwischen bei den Landwirten einen besonderen Stellenwert. Immer mehr Betriebsleiter engagieren sich in ganz unterschiedlicher Weise für den Natur- und Artenschutz, etwa mit einem aufwendigen Kiebitz-Gelegeschutz vor der Aussaat, der Anlage von Hecken und Tümpeln, der naturnahen Unterhaltung von kleineren Fließgewässern oder – wie aktuell – der Anlage von Blühstreifen. „Die Blühstreifen sind ein wichtiger Teil unserer freiwilligen Natur- und Artenschutzmaßnahmen und wir verzichten dafür auf eigenen Ernteertrag", betont Kreisvorsitzender Schulze-Zumloh.
In den nächsten Tagen wird das Saatgut an die Landwirtschaftlichen Ortsverbände verteilt. Die Aussaat erfolgt in den kommenden Wochen. Die Saatgut-Mischung besteht aus 16 einjährigen Kulturarten wie Ringelblume, Sommerwicke, Öllein, Koriander, Borretsch und Leindotter, die bis weit über die Ernte der Hauptkultur hinaus stehen bleiben. „Die Blühstreifen sind Nahrungsquelle und Rückzugsorte für Insekten wie Honig- und Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge, die auch für die Bestäubung von Kulturpflanzen wie Obst oder Raps eine wichtige Rolle spielen. Dadurch helfen sie auch Vögeln, sich und ihre Brut zu ernähren und bieten schließlich auch Wildtieren hochwertiges Futter in den Sommer- und Herbstmonaten. Bleiben die Blühstreifen lange genug stehen, dienen sie sogar den ganzen Winter als Futterquelle und Lebensraum", so Hendrik Specht von der Stiftung Westfälische Kulturlandschaft.
Neben Insekten, Vögeln, Rehen, Feldhasen & Co. freuen sich nicht zuletzt die Zweibeiner über die Blütenpracht, die schon in wenigen Monaten – etwa entlang von Radwegen - sichtbar sein wird. Allerdings bleibt den Menschen ein Teil des Blütenmeeres verborgen: „Viele Blühstreifen werden fernab vom Straßenverkehr entlang von Gräben, Schlaggrenzen und Feldhecken angelegt, wo die Tiere geschützter leben", so Karl Werring, Kammerpräsident und Kuratoriumsmitglied der Stiftung Westfälische Landschaft.

Das Foto zeigt (v. li.): Hendrik Specht (Stiftung Westf. Kulturlandschaft), Karl Werring (Kammerpräsident und Kuratoriumsmitglied Stiftung Westf. Landschaft), Hermann-Josef Schulze-Zumloh (Kreisverbandsvorsitzender) und Peter Scholz (Sparkassenvorstand).

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