Landwirte lassen Vreden aufblühen

16. August 2013

150.000 Quadratmeter zum Nutzen von Natur und Landschaftsbild

Was im Frühjahr verheißungsvoll begonnen hatte, hat jetzt zu weithin sichtbaren Ergebnissen geführt: Entlang der Maisfelder blüht den Vredenern seit mehreren Wochen was, zum einen sehr zur Freude von Ausflüglern, aber noch mehr zum Nutzen von Bienen, Hummeln, Schmetterlingen und Co. Über 100 Vredener Bauern haben in diesem Frühjahr Blühstreifen mit unter anderem Phacelia, Sonnenblumen und Sommerwicken entlang ihrer Felder eingesät: Insgesamt über 150.000 Quadratmeter zum Nutzen von Natur und Landschaftsbild.

Das ist mehr, als die Landwirtschaftlichen Ortsverbände im Frühjahr zu hoffen gewagt hatten, wie der Vorsitzende aus Ammeloe-Wennewick, Martin Rensing, stellvertretend in seiner Bilanz der Aktion formuliert: „Es macht uns richtig Freude zu sehen, wie viele Berufskollegen sich beteiligt haben.“

Neben den teilnehmenden Landwirten, die für die Aktion freiwillig auf einen Teil ihrer Ernteerträge verzichten, haben mehrere Partner für das Gelingen gesorgt. So haben örtliche Lohnunternehmer häufig die Einsaat übernommen. Größtenteils haben die Raiffeisen Alstätte-Vreden-Epe eG und der Landhandel Lösing den Landwirten das benötigte Saatgut kostenlos zur Verfügung gestellt.

Matthias Temminghoff, Vorsitzender des Ortsverbandes Vreden, beschreibt nochmals die Motivation der Landwirte: „Wir wollten etwas für die Artenvielfalt machen und im gleichen Zuge unsere Maisflächen optisch auflockern.“ Denn nur dort ist seit diesem Jahr die Anlage dieser Streifen unkompliziert möglich, ohne in Konflikt mit der Förderfähigkeit der Flächen für die EU-Prämie zu kommen. Aber die mit Mais bestellten Flächen machen mit exakt 52 Prozent tatsächlich nur die Hälfte der landwirtschaftlich genutzten Fläche Vredens aus: „Wir hoffen, dass diese unbürokratische Möglichkeit zur Anlage der Streifen künftig auch entlang von Getreideflächen möglich ist.“

Auf Initiative des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes in Kooperation mit der Landwirtschaftskammer NRW war die Aktion im letzten Winter kreisweit auf denWinterversammlungen der Landwirtschaftlichen Ortsverbände bekannt gemacht und beworben worden. Auch mit vielen Imkern, Jägern und Naturschützern habe es einen positiven Austausch hierzu gegeben, so Temminghoff: „Das wir hierzu im Dialog bleiben wollen, zeigen wir unter anderem auch mit unserem Engagement im Förderverein Kulturlandschaft.“ Der Verein hat sich insbesondere zum Ziel gesetzt, die 78.000 Quadratmeter Randstreifen städtischer Wirtschaftswege zu erfassen und künftig stärker für Blühstreifen- und Gräseranpflanzungen zu nutzen.

Entsprechend weisen die Landwirte auch die zuletzt verstärkt geäußerten Vorwürfe, sie seien mit angeblichen Monokulturen und Maiswüsten die Hauptschuldigen für das Artensterben, von sich: „Artenschutz in Vreden funktioniert auch künftig nur mit und nicht gegen die Bauern. Die Blühstreifenaktion hat gezeigt, dass sich der Großteil unserer Berufskollegen der Verantwortung bewusst ist. Wir werden im Berufsstand dafür werben, dass die Aktion im kommenden Jahr wiederholt wird.“

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