Eine durchwachsen positive Saison

08. Oktober 2013

Landwirte im Kreis ziehen Bilanz für Ernte und Veredlung

Die Top-Qualität der landwirtschaftlichen Produkte aus dem Kreis Borken ist international gefragt. Das unterstrichen die Vertreter der Landwirtschaft beim Ernte-Pressegespräch (v.l.): Ludger Schulze Beiering, Christine Knipping, Markus Weiß,  Pia Honsel, Stefan Spicker, Burkhard Honsel, Heinrich Emming (Foto: Stephan Wolfert, WLV)

Eine durchwachsen positive Ernte mit erfreulichen Ausschlägen nach oben bei Weizen, Triticale und Roggen: Mit diesem Kurz-Fazit fasst Kreislandwirt Heinrich Emming die Erträge der diesjährigen Erntesaison für die Landwirte im Kreis Borken zusammen. Der Landwirtschaftliche Kreisverband hatte heute zu seinem Ernte-Pressegespräch auf den Ackerbau- und Putenmastbetrieb Honsel in Bocholt geladen.

Emming stellt dabei heraus, dass trotz aller technischen und züchterischen Fortschritte das Wetter immer noch eine bestimmende Rolle für das Ernteergebnis spielt: „Nach dem langen und kalten Winter konnten wir die gute Getreideernte nicht mehr unbedingt erwarten. Aber dank eines regenreichen Frühjahrs und eines weitgehend trockenen und warmen Sommers konnten unsere Betriebe in der Regel eine gute Ernte einfahren“ (Einzelergebnisse siehe unten).

Auch die Tierhalter seien im Großen und Ganzen mit den Ergebnissen des vergangen Jahres zufrieden, resümiert der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes, Ludger Schulze Beiering: „Bei den Schlachtschweinen sind die Marktpreise nach einem kurzen Zwischenhoch im Sommer wieder deutlich gesunken. Während die Preise für Nutzkälber gänzlich im Keller sind, passt der aktuelle Milchpreis von 38 Cent gut in die Landschaft. Hierüber können die Milchviehhalter ihre Verluste der vergangenen Jahre langsam kompensieren.“

Über alle Erzeugnisse hinweg gewinne der internationale Absatz von deutschen Agrarprodukten an Bedeutung, betont Schulze Beiering: „Unsere Schlachter können Mettfleisch erzeugen, das eine Zeit lang ohne Kühlung haltbar ist. Einige deutsche Lebensmittelmärkte haben zuletzt Babyaustauschpulver rationiert, weil chinesische Touristen Hamsterkäufe getätigt haben. Weltweit ist der Agrarstandort BRD für Top-Qualität bekannt. Darauf können wir stolz sein.“ Dem wolle die Branche im nächsten Jahr mit einer Initiative für mehr Tierwohl weiter Rechnung tragen.

Vorreiter wollen die hiesigen Landwirte auch beim Dialog mit der Bevölkerung sein, wie Markus Weiß als Vorsitzender des Öffentlichkeitsausschusses im Kreisverband betont: „Unsere in diesem Jahr angestoßene Transparenz-Offensive hat viele Türen geöffnet. Egal ob mit dem Schweine Mobil, der Blühstreifen-Initiative oder der Aktion Hofbesuche: Wir wollen erreichen, dass wir mit am Tisch sitzen, wenn über Landwirtschaft gesprochen wird.“ Den Slogan „Besser miteinander statt übereinander“ werden die Landwirte im Kreis auch in Zukunft propagieren.

 

Die Erträge im Einzelnen:

Winter- und Sommergetreide

Mit leichten Abzügen bei der Gerste haben sowohl Winter- wie Sommergetreidearten in diesem Jahr im Kreis Borken Spitzenerträge gebracht. Selbst auf leichten Böden haben Weizen, Roggen und Triticale gute Erträge und Qualitäten gezeigt. Förderlich waren das lange und kühle Frühjahr und der sonnenreiche Sommer mit Starkniederschlägen im Juni.

Getreidestroh:

Landwirte habenin der Regeletwas geringere Strohmengen bergen können als im letzten diesbezüglich sehr guten Jahr. Erträge und Qualitäten waren insgesamt zufriedenstellend.

Mais:

Die Maissernte ist in vollem Gange und erbringt je nach Standort und Wasserversorgung stark schwankende, insgesamt aber durchschnittliche Erträge.

Das Sturm-Unwetter am 6. September hat aber auch in den Mais-Beständen des Kreises deutliche Spuren hinterlassen von Rhede und Bocholt über das westliche Borken, Stadtlohn, Vreden, Alstätte bis hin nach Heek. Während die Bestände an einigen Stellen vorzeitig gehäckselt werden mussten, haben sich die Bestände an anderen Stellen noch erstaunlich gut gemacht.

Zuckerrübe:

Die Zuckerrüben-Kampagne ist in vollem Gange. Erste Ergebnisse zeigen durchschnittliche Erträge von 70 Tonnen pro Hektar (to/ ha) bei 16,7 % Zucker. Das ist weniger als in den Spitzenjahren 2011 und 2012, aber mit den Ergebnissen von 2010 vergleichbar. Bis zum Ende der Saison werden noch ca. 2-3 to/ ha dazukommen.

Kartoffeln:

Gut durchschnittliche Erträge. Betriebe ohne Beregnungstechnik erzielten in der Regel 25 Prozent weniger Ertrag. Allerdings arbeiten im Kreis Borken rund 70 Prozent der Kartoffelanbauer mit Beregnung. Durch die Bank fehlten aber in der Ernte die Übergrößen, die speziell für die Pommes-Industrie wichtig sind.

Gras:

Für den Graswuchs war das Frühjahr zu kühl und der Sommer zu trocken. Im Vergleich zu anderen Jahren hat daher in der Summe ein Grünlandschnitt gefehlt.

 

(Angaben der Landwirtschaftskammer NRW, Kreisstelle Borken)

Presse-Kontakt

Teilnehmer beim Pressegespräch

Die Top-Qualität der landwirtschaftlichen Produkte aus dem Kreis Borken ist international gefragt. Das unterstrichen die Vertreter der Landwirtschaft beim Ernte-Pressegespräch (v.l.): Ludger Schulze Beiering, Christine Knipping, Markus Weiß,  Pia Honsel, Stefan Spicker, Burkhard Honsel, Heinrich Emming (Foto: Stephan Wolfert, WLV)

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