Geflügelpest im Anflug

20. November 2020

WLV ruft zu verstärkten Biosicherheitsmaßnahmen auf

Der für die Geflügelpest verantwortliche H5N8-Erreger ist auch für Geflügel im Kreis Borken eine große Gefahr. Landwirte im Kreis Borken sind deswegen in großer Sorge. Foto: Stephan Wolfert, WLV

Seit gestern gibt es mit einer infizierten Wildgans in den Rheinauen im Kreis Kleve auch den ersten Nachweis der Geflügelpest in NRW – nur 10 Kilometer vom Kreis Borken entfernt. Eine Aufstallpflicht wurde vom zuständigen Landwirtschaftsministerium in Düsseldorf noch nicht verfügt. Der Landwirtschaftliche Kreisverband appelliert nochmals an alle Geflügelhalter – sowohl Landwirte wie auch Hobbyhalter – zu überprüfen, ob ihre Haltungsform ausreichend Schutz vor einer Übertragung des Geflügelpest-Erregers bietet.

Seit Ende Oktober war der Erreger H5N8 bei verendeten Wildvögeln in mehreren norddeutschen Bundesländern festgestellt worden. Auch in Nutzgeflügelbeständen wurde der für Menschen wohl ungefährliche, aber für Geflügel hochpathogene Influenza-A-Subtyp schon nachgewiesen – Anfang November auch in einem Hühnerbetrieb nahe Nimwegen in der niederländischen Provinz Gelderland.

Vertreter des Landwirtschaftsministeriums in Düsseldorf und auch der Veterinärbehörde des Kreises Borken halten das Risiko des Eintrags der Erkrankung in Geflügelhaltungen und Vogelbeständen in zoologischen Einrichtungen für hoch. Kreisveterinär Dr. Manfred Ulrich: „Mit Blick auf das Geschehen der letzten Geflügelpestwelle 2017 befürchte ich, dass es jederzeit auch uns treffen kann. Das Risiko wird noch einige Monate lang hoch bleiben."

Was man von Menschenseite her tun könne, um den Anflug der Geflügelpest ohne Ausbruch zu überstehen, sollte man auch tun, meint auch der Stellvertretende Kreisverbandsvorsitzende, Heinz-Josef Elpers. Der Landwirt hält auf seinem Betrieb in Ahaus-Wessum selber in einem Mobilstall Legehennen: „Jeder Geflügelhalter sollte alles noch mal auf den Prüfstand stellen, um die betrieblichen Vorsorgemaßnahmen zu optimieren. Besonders auch die Hobby-Geflügelhalter bitte ich, sich jetzt intensiv Gedanken über das Thema Biosicherheit zu machen."

Über allem stehe es, die Kontaktmöglichkeiten zwischen Wildvögeln und im Freiland gehaltenem Hausgeflügel möglichst zu verhindern. Zu Bereichen, die ein hohes Risiko für eine mögliche Einschleppung darstellen, gehören offene Futterstellen ebenso wie Einträge von Exkrementen von Wildvögeln in die Ausläufe oder in die Ställe durch Futter, Werkzeug und Schuhe.

Als wichtigste Biosicherheitsmaßnahmen empfiehlt das Kreisveterinäramt:

- Betreten des Stalls/ Auslaufs nur in betriebseigener Schutzkleidung mit stallspezifischem Schuhwerk
- Gründliches Händewaschen mit Wasser und Seife vor und nach Betreten des Stalls/ Auslaufs
- Füttern des Geflügels im Stall und Tränken mit Leitungswasser (nicht mit Regenwasser oder anderem Oberflächenwasser)
- Futter, Einstreu und weitere Gegenstände, die mit dem Geflügel in Berührung kommen, müssen für Wildtiere unzugänglich aufbewahrt werden
Darüberhinausgehende Hilfestellung bietet die Geflügelpest-Risikoampel unter dem Link www.risikoampel.uni-vechta.de.

Aufruf an die Bevölkerung zur Achtsamkeit

Um eine Einschleppung vor allem in Hausbestände im Westmünsterland zu verhindern, ruft der Kreisveterinär die Bevölkerung dazu auf, gehäufte Funde toter Vögel zu melden unter Tel. 028616813801. Auch, wenn bislang keine Übertragung des Virustyps H5N8 auf den Menschen bekannt ist, raten Experten dazu, tote Vögel nicht anzufassen, auch um eine Verschleppung des Erregers zu verhindern. Die Tiere werden dann gegebenenfalls abgeholt und zur Untersuchung in ein Labor gebracht.

Singvögel und Tauben spielen nach gegenwärtigem Stand der Wissenschaft als Überträger des Vogelgrippevirus keine Rolle.

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Geflügelpest Symbolbild

Der für die Geflügelpest verantwortliche H5N8-Erreger ist auch im Kreis Borken für Hühner & Co. eine große Gefahr. Geflügelhalter im Kreis Borken sind deswegen in großer Sorge. Foto: Stephan Wolfert, WLV

Heinz-Josef Elpers

Was man von Menschenseite her tun könne, um den Anflug der Geflügelpest ohne Ausbruch zu überstehen, sollte man auch tun, meint der Stellvertretende WLV-Kreisverbandsvorsitzende, Heinz-Josef Elpers. Der Landwirt hält auf seinem Betrieb in Ahaus-Wessum selber in einem Mobilstall Legehennen.

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