Immer mehr Nutztierhalter erhöhen freiwillig Standards

21. Mai 2021

Regionale Teilnehmerzahlen zur Initiative Tierwohl veröffentlicht

Zur Teilnahme an der Initiative Tierwohl müssen Tierhalter verschiedene übergesetzliche Anforderungen erfüllen, etwa ihren Tieren mehr Licht und Platz bieten sowie zusätzliches Beschäftigungsmaterial wie beispielsweise die hier im Bild zu sehenden Strohraufen.  Foto: Stephan Wolfert, WLV

Borken. <wlv> Die Schweinehalter im Kreis Borken beweisen derzeit, dass sie bereit sind, mehr Tierwohl in ihren Ställen umsetzen, wenn man ihnen die Möglichkeit dazu bietet. Das zeigt der Blick auf die regionalen Zahlen der jetzt angelaufenen neuen Programmphase der Initiative Tierwohl, die der WLV-Kreisverband bei der Trägergesellschaft angefragt hat. Demnach ist die Zahl der teilnehmenden Mastschweine-, Sauen- und Ferkelaufzuchtbetriebe im Westmünsterland nochmals um 30 Prozent gestiegen. Auch bei den Geflügelhaltern ist die Teilnahme um 10 Prozent gewachsen.

Ludger Schulze Beiering ist Vorsitzender im Kreisverband Borken im Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband (WLV). Der Schweinehalter freut sich über die gestiegenen Teilnehmerzahlen, die vor allem auch durch erhöhte Einzahlungen des Lebensmittelhandels in den Fonds der ITW ermöglicht wurden. Gleichzeitig formuliert der Weseker einen Wunsch Richtung Düsseldorf und vor allem Berlin: „Das ist auch ein klares Signal an die Politik. Wir Landwirte stehen bereit, wenn uns eine Perspektive geboten wird." Dieses bezieht Schulze Beiering auf unterschiedliche Dimensionen: „Mehr Tierwohl kostet mehr Geld und natürlich brauchen wir Landwirte hierfür einen Ausgleich. Aber dieser finanzielle Anreiz wird uns nichts nutzen, wenn wir die dafür notwendigen Ställe nicht neu errichten oder vorhandene umbauen dürfen. Die Schaffung der Möglichkeit zu Tierwohlverbesserungsgenehmigungen wäre hier eine wichtige Voraussetzung, dass wirklich was in Gang kommt." Der durch die Kommission des ehemaligen Bundeslandwirtschaftsministers Jochen Borchert vorgeschlagene Plan einer gesellschaftlich getragenen Nutzierstrategie biete hierfür taugliche Lösungen und müsse zügig umgesetzt werden. „Was wir dazu derzeit aus Berlin hören, macht uns aber wenig Mut, dass das vor den Bundestagswahlen noch was wird. Das ist enttäuschend, weil wir schon viel zu lange hingehalten worden sind."

Um Unterstützung wirbt Schulze Beiering auch beim Lebensmitteleinkauf: „Jeder kann Farbe bekennen und sich durch seine Entscheidung an der Ladentheke für mehr Tierwohl einsetzen. Am liebsten natürlich durch gezielten Kauf von Qualitätsfleisch aus der Region."

 

Zum Thema: ITW im Kreis Borken im Detail (Programmphase 2021-2023)

 
  Anzahl Betriebe Anzahl Tiere
pro Jahr
Schweinehaltende Teilnehmerbetriebe insgesamt 301
(81 mehr
als 2018)
1.741.367
(241.367 mehr
als 2018)
davon: Schweinemast 224 826.581
davon: Sauenhaltung 37 473.660
davon: Ferkelaufzucht 40 441.126
Geflügelhaltende Teilnehmerbetriebe gesamt 20
(2 mehr
als 2018)
ca. 2.000.000
(Zahl annähernd
gleich geblieben)
Gesamt 321 3.741.367

 

Quelle: ITW. Tabellarische Aufbereitung: WLV

Presse-Kontakt

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Die Initiative Tierwohl unterstützt Landwirte finanziell dabei, über die gesetzlichen Standards hinausgehende Maßnahmen zum Wohl ihrer Nutztiere umzusetzen.

Teilnehmerstall an der initiative Tierwohl mit Strohraufe

Teilnehmerstall an der Initiative Tierwohl mit Strohraufen in der Bucht. Foto: Stephan Wolfert, WLV

Bildmontage

Grafik Teilnehmerzahlen Borken

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