Aufstallungspflicht für Geflügel im Nordkreis aufgehoben

12. Januar 2022

Kreis Borken hebt Überwachungszone auf und mahnt weiter zur Vorsicht

Das ist eine gute Nachricht für die Geflügelhalter im Kreis Borken, wenn auch keine Entwarnung in Sachen Geflügelpest. Nachdem die umfangreichen Untersuchungen auf das Vogelgrippe-Virus in den letzten Wochen glücklicherweise keine Befunde mehr ergeben haben, dürfen Hühner, Puten und andere im Freiland gehaltene Vögel im Nordkreis Borken ab morgen wieder raus. Die Kreisverwaltung hat die Aufstallpflicht heute aufgehoben. Von dieser Befreiung ausgenommen sind allerdings die Süd-Kommunen Isselburg, Bocholt, Rhede, Borken und Raesfeld (inklusive aller Ortsteile). Dies ist der Bereich, für den der Landkreis Borken nach einem Geflügelpestfall in Hamminkeln am 15. Dezember eine sogenannte Überwachungszone eingerichtet hatte. Dennoch gibt es auch für die dortigen 297 betroffenen Betriebe Erleichterungen.

Statement der Kreisveterinärin

Zum Hintergrund der Neuregelungen äußert sich Anja Miebach, Leiterin der Veterinärabteilung im Fachbereich Tiere und Lebensmittel der Kreisverwaltung Borken, in einer heute veröffentlichten Pressemitteilung: „Sowohl die klinischen Untersuchungen als auch die Entnahme von zahlreichen Proben zur virologischen Befundung, die wir in den letzten Wochen durchgeführt haben, ergaben ein negatives Ergebnis" Einbezogen worden seien dabei alle ermittelten Kontaktbetriebe und stichprobenweise die Geflügelhaltungen in der Überwachungszone. Damit enden dann die massiven Einschränkungen zum Verbringen von lebendem Geflügel und von Geflügelerzeugnissen einschließlich Eier für die 297 Geflügelhalter mit insgesamt 302.000 Tieren in der Überwachungszone.

„Allerdings darf auch die latente Gefahr, dass das Geflügelpestvirus durch Wildvögel in Bestände eingetragen wird, nicht unterschätzt werden", erklärt die Kreisveterinärin weiter. Dies gelte vor allem während der Zugvogelrastzeit, die bis zum Frühjahr andauert. „Daher und angesichts der räumlichen Nähe zum Ausbruchsgeschehen in Hamminkeln wird die Aufstallpflicht für Geflügel und sonstige gehaltene Vögel in den Kommunen Isselburg, Bocholt, Rhede, Borken und Raesfeld vorerst noch beibehalten", betont Anja Miebach. Im übrigen Kreisgebiet werde diese Pflicht zum 13.01.2022 aufgehoben.

Da das Risiko eines erneuten Ausbruchs nach Einschätzung des Friedrich-Löffler-Instituts (FLI) unverändert als hoch angesehen wird, bittet die Kreisverwaltung alle Geflügelhalter jedoch eindringlich darum, weiterhin umfassende Vorsorgemaßnahmen zu ergreifen. Hierzu zählen in erster Linie ausreichende Biosicherheitsmaßnahmen – auch in Kleinstbetrieben. Informationen dazu gibt es auf der Internetseite des Landkreises.

Funde von verendeten Wildvögeln weiterhin melden!

Die Kreisveterinäre bitten überdies darum, in Geflügelbeständen in größerer Zahl auftretende Todesfälle mit unklarer Ursache umgehend unter der Rufnummer 02861/681 3801 oder per E-mail unter TiereundLebensmittel@kreis-borken.de zu melden. Zudem besteht nach wie vor die Möglichkeit, unter den vorgenannten Kontaktdaten auch verendet aufgefundene Wildvögel (keine Singvögel und Tauben) zu melden, damit sie zur weiteren Untersuchung eingesandt werden können.

Zur Gefährlichkeit der Geflügelpest für Mensch und Tier

Bei der Geflügelpest handelt es sich um eine Infektion mit dem hochansteckenden Influenza-A-Virus, das insbesondere bei Hühnern und Puten zu erheblichen Todesraten in den Beständen führen kann.

Laut FLI besteht für den Menschen ein zwar theoretisches Gesundheitsrisiko, die Wahrscheinlichkeit der Übertragung auf den Menschen sieht das Bundesforschungsinstitut aber als unwahrscheinlich an. Für die Übertragung seien in der Vergangenheit fast ausschließlich direkte Kontakte mit infiziertem lebendem Geflügel verantwortlich gewesen. Tot aufgefundene Wildvögel sollten dennoch nicht ungeschützt berührt werden.

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