Blühendes Band durch Bauernhand geht ins fünfte Jahr

27. Mai 2022

WLV-Saatgutaktion erstmals mit Naturfördergesellschaft als Partner

Flächendeckend im Kreis Borken haben in den letzten Tagen Landwirte mit der Aussaat für die Aktion „Blühendes Band durch Bauernhand“ begonnen. Wie in den Vorjahren hat die Stiftung Westfälische Kulturlandschaft die Blühmischung zusammengestellt. Foto: Stephan Wolfert, WLV

Der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) im Kreis Borken stellt interessierten Landwirten auch 2022 wieder 720 Kilogramm kostenloses Blüh-Saatgut zur Verfügung. Hieraus wachsen dann in den nächsten Wochen knapp 50 Hektar an zusätzlichen Blühflächen empor – hauptsächlich an Wegesrändern. Im Westmünsterland erstmals als Partner zur Seite steht der Aktion in diesem Jahr die Naturfördergesellschaft für den Kreis Borken (NFG). Das sind gute Nachrichten für Biene & Co.

Für das „Blühende Band" legen die Bauern Blühstreifen am Getreide- oder Maisacker an. Aufgrund der Trockenheit erfolgt die Aussaat in diesem Jahr an vielen Stellen erst recht spät. Viele Landwirte haben abgewartet und dann kurz vor den angekündigten Regenfällen in dieser Woche eingesät. So war es auch in Velen-Ramsdorf, wo sich zum symbolischen Aussaatstart Frank Ehling und Hubert Schulze Hilbt vom Landwirtschaftlichen Ortsverband mit dem Vorsitzenden der NFG, Martin Hillenbrand aus Borken, getroffen haben.

Die in fachlicher Kooperation mit der Stiftung Westfälische Kulturlandschaft erstellte Blüh-Mischung besteht aus 16 einjährigen Kulturarten (ohne Gras) und verbleibt bis weit über die Ernte der Hauptkultur hinaus an den Feldrändern. Dabei dienen sie einerseits als Nahrungsquelle für Insekten wie Honig- und Wildbienen, Hummeln und Schmetterlingen, die auch für die Bestäubung von Kulturpflanzen wie Obst oder Raps eine wichtige Rolle spielen. Die Flächen bieten darüber hinaus einen Lebensraum für Rebhuhn, Kiebitz, Fasan oder Feldhase. Daher komme es für den Artenschutz-Nutzen nicht immer darauf an, dass diese Streifen kunterbunt anzuschauen sind, so Hillenbrand: „Es muss für viele Arten nicht zwingend blühen, damit sie den Streifen nutzen." All dies zusammen habe die NFG dazu bewogen, die Aktion der Landwirte in 2022 mit einem Zuschuss von 1000 Euro zu unterstützen: „Wir sehen hierin eine gute Anregung für Landwirte, insektenfreundliche Flächen auf ihren Äckern mit anzulegen."

Zum Verständnis: Bei der Aktion „Blühendes Band" handelt es sich um zusätzliche Blühstreifen über diejenigen hinaus, die von Landwirten im Kreis Borken ohnehin schon angelegt werden und auch unabhängig von der zunehmenden Zahl an Blühpaten-Projekten. Das blühende Band sei eine freiwillige Leistung, die den Bauern gerade in Zeiten wie diesen immer schwerer falle, räumt Frank Ehling ein: „Egal ob bei der Düngung, beim Pflanzenschutz oder ab 2023 mit der Pflicht zur vierprozentigen Flächenstilllegung: Die Restriktionen, unter denen wir Landwirte hier im Münsterland Ackerbau betreiben, nehmen immer weiter zu. Aber wir verstehen Aktionen wie diese als Öffentlichkeitsarbeit und außerdem als klares Signal an die Gesellschaft, dass wir bereit sind, Leistungen für den Artenschutz zu erbringen, wenn die Umsetzung praxistauglich und unbürokratisch ist."

Die Verteilung des Aktionssaatguts an die einzelnen Landwirte erfolgt über die WLV-Ortsverbände. Interessierte können sich dazu an ihren Ortsvorstand wenden.

Presse-Kontakt

Aussaat-Startschuss in Velen

Flächendeckend im Kreis Borken haben in den letzten Tagen Landwirte, so wie hier im Bild (v.l.) Hubert Schulze Hilbt und Frank Ehling aus Velen, mit der Aussaat für „Blühendes Band durch Bauernhand" begonnen. In diesem Jahr wird die Aktion erstmals unterstützt von der Naturfördergesellschaft für den Kreis Borken und deren Vorsitzenden, Martin Hillenbrand (r.). Foto: Stephan Wolfert, WLV

Daten werden geladen …

powered by webEdition CMS