Energiepflanzenanbau und Biodiversität – ein Widerspruch?

04. Februar 2016

Landwirte in Stevede und Holtwick setzen Pilotprojekt um

"Im Projekt werden u.a. Maßnahmen zur Förderung von Rebhühnern im Mais umgesetzt. Foto: Dr. Bernd Stemmer
Die Stiftung Westfälische Kulturlandschaft setzt gemeinsam mit Landwirten und Landwirtinnen im Kreis Coesfeld ein einmaliges Projekt um, das sich mit der ökologischen Optimierung des Energiepflanzenanbaus beschäftigt und zeigen soll, wie beides auf der gleichen Fläche gelingen kann.

Die Stiftung Westfälische Kulturlandschaft setzt gemeinsam mit Landwirten und Landwirtinnen im Kreis Coesfeld ein einmaliges Projekt um, das sich mit der ökologischen Optimierung des Energiepflanzenanbaus beschäftigt und zeigen soll, wie beides auf der gleichen Fläche gelingen kann.
Das Praxisprojekt findet im Rahmen des Bundesprogrammes Biologische Vielfalt statt und wird durch das Bundesamt für Naturschutz gefördert.
Mehr als 50 Interessierte waren der Einladung in den Gasthof „Zum Coesfelder Berg“ gefolgt und wurden von Moderator Prof. Dr. Gerd Schulte, Vorsitzender des Stiftungskuratoriums und Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr begrüßt. Wolfgang König, Geschäftsführer der Stiftung und Christiane Baum als Projektleiterin stellten im Anschluss die Projektziele und geplanten Aktivitäten vor. Das Projekt sei bisher einmalig, erläuterte König: „Es ist das erste landwirtschaftlich initiierte Naturschutzprojekt in Westfalen, das mit Bundesmitteln gefördert wird.“ Die Mittel werden vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit sowie von der Landwirtschaftlichen Rentenbank zur Verfügung gestellt, die Stiftung selbst trägt einen Eigenanteil. Das Projekt hat eine Laufzeit von sechs Jahren und ist Teil des Verbundprojektes „Lebendige Agrarlandschaften – Landwirte gestalten Vielfalt!“, das der Deutsche Bauernverband koordiniert.
„Mit diesem Projekt möchten wir den Energiepflanzenanbau im Westmünsterland ökologisch optimieren, indem wir gemeinsam mit den Landwirten und Landwirtinnen vor Ort produktionsintegrierte Maßnahmen umsetzen“, berichtete Christiane Baum. Zu solchen Maßnahmen zählt beispielsweise der Anbau von Stangenbohnen-Mais-Gemengen, Blühstreifen und -flächen oder auch die extensive Bewirtschaftung von Getreide. Die Projektleiterin unterstrich dabei wie wichtig es sei, dass solche Maßnahmen in die betrieblichen Abläufe auf den Höfen integriert werden könnten: „Nur so ist ihre Umsetzung langfristig gesichert und damit für die Natur gewinnbringend.“ Im Rahmen des Projektes werden die Maßnahmen im Kreis Coesfeld in zwei jeweils 500 Hektar großen Suchräumen in den Bereichen Stevede und Holtwick umgesetzt. Dabei kommt dem Kreis eine Vorreiterrolle zu, denn langfristiges Ziel des Projektes ist die Übertragung der Ergebnisse auf andere Regionen in ganz Deutschland.
Nach der Vorstellung der Projektinhalte referierte Dr. Georg Verbücheln vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW in Recklinghausen zum Thema „Gefährdete Artenvielfalt im Spannungsfeld zwischen Landwirtschaft und Naturschutz“. Werner Kuhn vom Netzwerk Lebensraum Feldflur stellte zum Abschluss seine Erfahrungen aus dem Projekt „Energie aus Wildpflanzen“ vor. Kuhn ist als Berater für das Projekt tätig und selbst aktiver Landwirt.
Am Projekt interessierte erhalten weitere Informationen bei der Stiftung Westfälische Kulturland-schaft in Münster, Tel.: 0251/ 4175 181 oder per E-Mail unter baum@kulturlandschaft.nrw.

Weitergehende Informationen finden Sie unter http://lebendige-agrarlandschaften.de/muensterland

Presse-Kontakt

Rebhuhn im Mais

Im Projekt „Energiepflanzenanbau und Biodiversität – Landwirte ackern zur Förderung der Biodiversität im Münsterland“ werden unter anderem Maßnahmen zur Förderung von Rebhühnern im Mais umgesetzt. Foto: Dr. Bernd Stemmer

Referenten bei der Auftaktveranstaltung

Sie gaben heute auf dem Coesfelder Berg den offiziellen Startschuss für das landwirtschaftliche Naturschutz-Projekt „Energiepflanzenanbau und Biodiversität“ im Kreis Coesfeld (v.l.): WLV-Kreisverbandsvorsitzender Michael Uckelmann, Geschäftsführer Wolfgang König und Projektleiterin Christiane Baum von der Stiftung Westfälische Kulturlandschaft, Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr, Kuratoriumsvorsitzender Prof. Dr. Gerd Schulte, Kreislandwirt Anton Holz, LANUV-Abteilungsleiter Dr. Georg Verbücheln und Werner Kuhn  vom „Netzwerk Lebensraum Feldflur“. Foto: Stephan Wolfert, WLV

Projekt-Logo

Das Logo des Projekts "Energiepflanzenanbau und Biodiversität im Münsterland"

Daten werden geladen …

powered by webEdition CMS