Landwirte wählen Kreisverbandsvorstand – Selhorst äußert sich zu Bildern aus Stalleinbruch

14. Februar 2022

- Kreisverbandsauschusssitzung des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes -

Coesfeld <wlv> Im Rahmen der Kreisverbandsausschusssitzung des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Coesfeld kamen am vergangenen Mittwoch etwa 50 Landwirte im Haus Waldfrieden in Dülmen zusammen, um die satzungsgemäßen Wahlen durchzuführen. Michael Uckelmann freute sich, viele neugewählte junge Ortverbandsvorsitzende begrüßen zu dürfen.

Im Zuge der Wahlen wurde Michael Uckelmann in seinem Amt als Kreisverbandsvorsitzender ebenso bestätigt wie Martin Bontrup als sein Stellvertreter. Zu weiteren Mitgliedern des Vorstandes wurden Tobias Großerichter, Herbern, Felix Wierling, Ottmarsbocholt und Markus Lütke Enking, Beerlage, einstimmig gewählt.

Darüber hinaus beschloss der Kreisverbandsausschuss, dass die in den Ausschüssen für milchwirtschaftliche Fragen, Fragen der Schweinehaltung, Arbeitskreis für Öffentlichkeitsarbeit und Nebenerwerbslandwirtschaft zu wählenden Vorsitzenden, auch zum Vorstand gehören. Außerdem gehören dem Vorstand als weitere geborene Mitglieder die Vertreterin der Landfrauen sowie zwei Vertreter der Landjugend an. Des Weiteren wurden die Vertreter des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes auf Landesebene gewählt.

Selbstverständlich diskutierten die Mitglieder auch über aktuelle Themen und die damit verbundenen großen Herausforderungen. Zwar zeigt sich der Milch- und Rindersektor endlich in einer stabileren Lage, der Schweinemarkt steckt im Gegensatz dazu schon lange in einer Krise. Wie groß die Betroffenheit ist, zeigte sich bei einer WLV-weiten Online-Diskussion am vergangenen Freitag, an der rund 500 Landwirte teilnahmen. „Wir müssen aus unserer Kommunikationsblase rauskommen – wie kann es uns gelingen, die breite Bevölkerung mit dem was wir tun zu erreichen?" brachte Tobias Großerichter die Probleme auf den Punkt.

Benedikt Selhorst, Landwirt aus Ascheberg, nahm zu Bildern, die während eines nächtlichen Einbruchs im Sommer rechtswidrig durch die Tierschutzorganisation Ariwa auf seinem Betrieb gefertigt wurden, Stellung. Betroffen ist auch die Familie Schulze Esking aus Billerbeck. Die Veröffentlichung erfolgte mit großem zeitlichem Abstand nun über „Spiegel-online". Mit den Aufnahmen werfen die Tierrechtler den Landwirten Verstöße gegen den Tierschutz vor. „Für uns hat das Wohl der Tiere oberste Priorität, unsere Tore stehen tagsüber allen Besuchern offen" sagt Selhorst. Auch das Veterinäramt, an das sich die Landwirte selbst gewandt hatten, und das die Betriebe überprüfte, hatte festgestellt, dass in den Betrieben „eine besondere Bestandsproblematik, die auf Haltungsmängel hindeutet nicht festgestellt worden sei," sondern es sich um „singuläre Ereignisse, die die Gesamtsituation auf den Betrieben nicht richtig wiedergeben" handelt. Mehrere Mitglieder des Kreisverbandsausschusses äußern sich bestürzt über die öffentliche Berichterstattung. Vor allem die Nennung der Familiennamen sei geeignet die Familie und im Besonderen deren Kinder zu diskreditieren und einem öffentlichen Bashing auszusetzen. Ebenso wenig verstehen die Landwirte, warum Ariwa sich nicht direkt im Sommer an die zuständigen Behörden gewandt hatte, sondern auf einen, für eigene Interessen geeigneten Zeitpunkt wartete. Offen bleibt die Frage, ob Ariwa dabei wirklich Tierschutzinteressen verfolgt.

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