Landwirte sorgen auch in Krisenzeiten für unsere Lebensmittel

27. April 2022

Erheblich gestiegene Lebensmittelpreise und Knappheiten bei Mehl oder Sonnenblumenöl: Der Krieg in der Ukraine und die Corona-Pandemie zeigen aktuell, wie wichtig die Versorgungssicherung durch die heimische Landwirtschaft ist.

Volle Supermarktregale und gefüllte Kühlschränke – ein Bild das viele Verbraucher haben. Gerade in Krisenzeiten wird jedoch deutlich, wie wichtig diese stabile Versorgung mit Lebensmitteln ist. Der Garant dazu ist die heimische Landwirtschaft - nur mit einer produktiven heimischen Landwirtschaft kann die Versorgung gesichert und die Abhängigkeit von Importen und langen Lieferketten reduziert werden.

Die Ukraine ist ein wichtiger Lebensmittellieferant, vor allem für Getreide und Ölsaaten. Für Nordrhein-Westfalen gilt die Ukraine laut statistischem Landesamt im vergangenen Jahr allerdings nur als zwölft stärkster Weizenlieferant - rund 4.000 der etwa 313.000 Tonnen Weizen, die nach Nordrhein-Westfalen importiert werden, stammen aus der Ukraine. Der kriegsbedingte Ausfall an Brotgetreide kann allerdings nicht einfach von den heimischen Landwirten kompensiert werden. „Viele Böden in unserer Region sind schlicht nicht zur Produktion von Brotgetreide geeignet, zur Produktion von Tierfutter dagegen schon. Nur etwa vier Millionen Tonnen des Weizens, den wir in der Fütterung einsetzen, ist voll doppelnutzungsfähig und eignet sich demnach auch uneingeschränkt zum Backen – das sind nur etwa 6 % des Gesamtfutteraufkommens in ganz Deutschland" erklärt Michael Uckelmann, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbands Coesfeld.
Viele Flächen, auf denen aktuell Gerste oder Roggen angebaut wird, sind außerdem ungeeignet, um dort Weizen anzubauen. Eine Verringerung der Tierbestände sorgt auch nicht unmittelbar für mehr Lebensmittel. Ohne organischen Dünger, also Gülle oder Mist, würden auch die Erntemengen sinken – rund 41 % der in Deutschland verwendeten Stickstoff-Düngemenge stammt nämlich aus der Tierhaltung oder aus Biogasanlagen. Die ökologische Landwirtschaft ist sogar noch stärker auf den organischen Dünger angewiesen, da mineralischer Dünger hier stark reglementiert ist. Bei der Erzeugung von pflanzlichen Lebensmitteln fallen viele Nebenprodukte an, die für den Menschen nicht essbar sind und so ohne Tierhaltung kaum genutzt werden könnten. Bei der Produktion von einem Kilogramm pflanzlicher Lebensmittel sind es etwa vier Kilogramm für den Menschen nicht essbarer Biomasse, die als Neben- oder Koppelprodukte wie beispielsweise Ölschrote oder Kleie anfallen.

„Sowohl die Corona-Pandemie, als auch die aktuelle Situation in der Ukraine haben der Bevölkerung deutlich gezeigt, dass die Versorgung mit Lebensmitteln keine Selbstverständlichkeit ist. Die Versorgungssicherung der Bevölkerung, vor allem mit regionalen Produkten, hat an Bedeutung gewonnen. Im Zuge dessen ist auch die Wertschätzung für unsere regionalen Produkte nochmal angestiegen. Obwohl die Situation eine ganz andere als noch vor zwei Jahren ist, bin ich ganz sicher, dass wir Landwirte die Versorgungssicherheit gewährleisten können" betont Michael Uckelmann.

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