Coesfelder Landwirte auf den Feldern unterwegs

04. Mai 2022

Im Stall ist das ganze Jahr über viel zu tun, doch auf den Coesfelder Feldern war es eine Weile lang ruhig. Mit Beginn des Frühjahrs regte sich aber auch dort wieder was – die Landwirte haben mit der Frühjahrsbestellung begonnen.

Den Anfang machte dabei traditionell die Düngung. Dazu wird Mineraldünger oder Wirtschaftsdünger, also vor allem Gülle oder Mist, oder eine Kombination aus beiden, genutzt, um Bodenfruchtbarkeit und -gesundheit zu erhalten und die Winterungen zu Beginn der Vegetationsperiode mit ausreichend Nährstoffen zu versorgen. Wirtschaftsdünger, also organische Substanzen, die ohnehin in der Landwirtschaft anfallen, haben eine hohe Bedeutung für die heimische Landwirtschaft. Sie führen organische Substanz in den Boden zurück und tragen so zum Humusaufbau bei.
Damit im Verlauf des Jahres frische Lebensmittel von den heimischen Feldern geerntet werden können, muss zunächst die Aussaat stattfinden. Aktuell steht zum Beispiel Maislegen auf dem Arbeitsplan der Landwirtinnen und Landwirte. Grundsätzlich gilt dabei: So früh wie möglich, so spät wie nötig". Wichtig ist, dass der Boden ausreichend abgetrocknet und tragfähig ist. Dabei ist ein hohes Maß an Fingerspitzengefühl und Erfahrung erforderlich, denn eine gute Aussaat legt den Grundstein für spätere Ernteerfolge im September. Auf Aussaatfehler kann Mais nämlich empfindlich reagieren, nachträglich sind diese auch nicht mehr zu korrigieren. Dazu gehört zum Beispiel die Ablagetiefe des Saatgutes in den Boden, Reihenabstände und Bestandsdichte, aber auch die Fahrgeschwindigkeit bei der Aussaat.
Damit die Felder gedüngt, der Mais gelegt und weitere Arbeiten auf den Äckern vollrichtet werden können, werden Maschinen, Trecker und Fahrzeuge eingesetzt. „Um unsere Arbeit auf den Feldern durchführen zu können, müssen wir mit unseren Maschinen auch öffentliche Straßen befahren. Daher möchten wir an dieser Stelle um gegenseitige Rücksichtnahme bitten, wenn es auf den Wirtschaftswegen voller wird", erklärt Tobias Großerichter, Vorsitzender des Ausschusses für Öffentlichkeitsarbeit des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes.
Neben Mais werden zu dieser Jahreszeit auch verschiedene Getreidesorten oder beispielsweise die Ackerbohne ausgesät. Wie wichtig der Ernteerfolg dieser regionalen Produkte ist, hat sich aktuell deutlich durch den Ukrainekrieg und die Corona-Pandemie sowie die damit einhergehende Unsicherheit über die Versorgung mit Lebensmitteln gezeigt. „Die Versorgungssicherheit der Bevölkerung, vor allem mit regionalen Produkten, hat an Bedeutung gewonnen. Im Zuge dessen ist auch die Wertschätzung für unsere regionalen Produkte nochmal angestiegen" fasst Michael Uckelmann, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbands, die aktuelle Situation zusammen.

Hintergrundinformationen Mais
Mais, in Form von Maissilage, CCM oder Körnermais, ist sowohl für Schweine als auch für Rinder ein beliebtes Futtermittel und wird zum Teil auch für die Produktion von Biogas genutzt. Man unterscheidet, je nach Ernteverfahren, zwischen Körnermais, CCM (Corn Cob Mix) und Silomais. Die Ernte von Körnermais hat im Kreis Coesfeld im Vergleich die geringste Bedeutung. Hier werden, ähnlich wie beim Getreide, durch das Dreschen lediglich die Körner geerntet und später zur Konservierung getrocknet. Der Rest der Pflanze verbleibt auf dem Feld. CCM hingegen enthält sowohl die Maiskörner als auch einen Teil der Spindel. Diese werden noch auf dem Feld gemahlen, auf dem Hof einsiliert und später vor allem an Schweine, aber auch in kleineren Mengen an Rinder verfüttert. Im Kreis Coesfeld wie auch in vielen anderen Regionen ist die Ernte als Silomais mit ca. 50 Prozent die Bedeutendste. Die Pflanze wird als Ganzes mit dem Feldhäcksler gehäckselt, abgefahren und als Silage auf den Höfen eingelagert. Sie stellt so eine der Hauptkomponenten in der Fütterung von Rindern dar und wird hier sowohl an Milchvieh, Bullen als auch an das Jungvieh verfüttert.

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