Vorsitzender Weßling: „Fracking“ bleibt ein unkalkulierbares Risiko!

15. Mai 2014

wlv Die Verlängerung der Möglichkeit für den Energieversorgers ExxonMobil in Ostwestfalen-Lippe Erkundungsuntersuchungen durchzuführen, nimmt der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) zum Anlass, seine Bedenken in dieser Technologie noch einmal zu äußern: „Die Bauern in Ostwestfalen lehnen die Durchführung von Gasbohrungen mithilfe des sogenannten ‚Fracking‘-Verfahrens weiterhin ab“, erklärt Arnold Weßling, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Bezirksverbandes Ostwestfalen-Lippe. Sie sehen noch zu viele Fragen zu Risiken der in Deutschland weitgehend neuen Technologie nicht befriedigend beantwortet. Damit stellen sich die heimischen Landwirte sowohl gegen die jetzt im Kreis Minden-Lübbecke geplanten Probebohrungen als auch gegen die Erkundungsuntersuchungen des Energieversorgers ExxonMobil.

„Unter den derzeitigen Bedingungen lehnen wir das „Fracking“-Verfahren strikt ab, denn das Risiko, dass die neue Technologie unsere Böden und das Trinkwasser schädigt, ist schlicht zu groß. Wir brauchen gesunde Böden und sauberes Wasser, um weiterhin verlässlich hochwertige und sichere Nahrungsmittel erzeugen zu können. „Unsere vom Ölleck in Gronau-Epe betroffenen Berufskollegen erleben in diesen Tagen, was passieren kann, wenn vermeintlich sichere Kavernen undicht werden“, sagt Weßling.

Nahe der Stadt Gronau-Epe (Kreis Borken) war Mitte April Öl aus unterirdischen Kavernen an die Erdoberfläche gelangt. Seither wird dort fieberhaft versucht, das Leck zu finden und zu stopfen sowie die eingetretenen Schäden zu beseitigen.

Mit der kurz „Fracking“ genannten Methode der hydraulischen Frakturierung wird Gas, das in nicht durchlässigen Gesteinsschichten gebunden ist, mithilfe von Wasser und Chemikalien freigesetzt und an die Erdoberfläche gefördert. Mit dem Verfahren gibt es im hiesigen Kohleflöz- und Schiefergestein – anders als in den Vereinigten Staaten - kaum Erfahrungen. In den USA gibt es eine heftige Debatte über die möglichen Umweltfolgen der Fördertechnik.

Im Juli 2013 hatte der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband in einer Resolution eine eigene, sehr kritische Position zum „Fracking“ formuliert und eine breite gesellschaftliche Debatte über die neue Technologie eingefordert.

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