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„Blühendes Band durch Bauernhand"
Pressegespräch 06.07.21

06. Juli 2021

Was können wir mehr für Biodiversität und Artenvielfalt tun?
mit Imker + Bienensachverständiger (BSV)

Foto von links nach rechts:
Henner Upmeyer, Detlef Gehring, Wilma Upmeyer, vorne Sohn Lasse und Hermann Dedert

Wie steht es mit um die Biodiversität auf unseren landwirtschaftlichen Flächen?, Wie geht es den Insekten?, Was können Bauern und Bürger mehr für die Artenvielfalt tun?

Derzeit brummt und summt es auf den Feldern rund um Bielefeld: Auf mehr als 150 Hektar (1,5 Mio. Quadratmeter) haben Landwirte der Stadt Bielefeld und im Kreis Herford Blühstreifen und Blühflächen angelegt. Mit der Aktion „Blühendes Land durch Bauernhand" haben die Bauern eine spezielle Blumenmischung extra für die Aktion im April ausgesät. Diese soll durch verschiedene Blühzeitpunkte der einzelnen Pflanzen ein dauerhaftes Blühen auf den Flächen bis in den Herbst garantieren. Die eingesäte Fläche ist mit über 40 Hektar (400 000 qm) noch größer als letztes Jahr.

Beitrag zur Artenvielfalt

Die bunte Farbenpracht bietet Nahrung für die verschiedenen Bienen- und Hummelarten, Schmetterlinge und viele weitere Insekten. Zudem geben die Blühstreifen und –flächen beispielsweise Feldhase, Fasan, Kiebitz und Rebhuhn einen wichtigen Zufluchts- und Aufzuchtort. Hier finden Bodenbrüter Brutflächen und Wildtiere Rückzugsgebiete. Die Samen sind außerdem Nahrung zahlreicher Vögel. Von kleinen Säugetieren werden die Blühstreifen als Wohn- und Nistplatz genutzt, die zudem dort Deckung vor Greifvögeln finden.

Die meisten Blühstreifen sind drei Meter breit. Die Landwirte verzichten hier bewusst auf ihren Ertrag zugunsten der Natur, der Insekten und Wildtiere. Blühstreifen, Streuobstwiesen, Zwischenfrüchte, Hecken, Baumreihen und Randstreifen an Fließgewässern – all dies sorgt für Vielfalt in Feld und Flur. So finden Bienen und andere nützliche Insekten, viele Vogelarten und Kleinsäugetiere genügend Nahrung und Unterschlupf.

Artenschutz geht alle an und jeder kann einen Beitrag leisten, gemeinsam können wir alle etwas erreichen.

 

Tipps von Imker Detlef Gehring

Gartenreich – Insektenreich – Artenreich:

  • Insektenfreundliche Blumen wie Fetthenne, Kugeldistel, Ehrenpreis, Prachtspiere, Astilbe, Purpurglöckchen, Echinacea, Indianernessel, Eisenkraut, Sterndolde ...
  • Holz, Äste oder Stängel von Blumen gesammelt auf einen Haufen bieten Unterschlupf
  • Frischwasser für Vögel und Insekten anbieten. Insektentränke: kleines Schälchen mit Wasser befüllt und einem Stein, damit die Insekten nicht ertrinken
  • Sandkästen, die nicht mehr von Kindern benutzt, nicht entfernen. Dann freuen sich die Sandbienen und andere Insekten.
  • Insektenhotels in jedem Garten oder auf dem Balkon aufhängen. Die nicht volksbildenden Wildbienen wie Sand-, Mauer- oder Holzbienen - die diese Insektenhotels benutzen - stechen nicht!
  • Lichtverschmutzung vermeiden: Jeder sollte sich die Fragen stellen: Muss es so viele Lampen im Garten geben, müssen sie im Dunkeln – alle / so lange - scheinen?
  • Generell: Weniger aufgeräumt im eigenen Gartenreich für Igel und Co.
  • Blühwiesen statt Rasen im heimischen Garten, auf Grünflächen von Firmen, Unternehmen im öffentlichen Raum.

Es gibt viele Möglichkeiten!

 

2021: Blühendes Band schafft Vielfalt im Land

Blühmischung:

  • Buchweizen
  • Leindotter
  • Öllein
  • Ölrettich
  • Inkarnatklee
  • Phacelia
  • Sonnenblume
  • Sommer-Wicke
  • Koriander oder Fenchel
  • Dill
  • Rotklee
  • Futtermalve
  • Ramtillkraut
  • Borretsch
  • Schmuckkörbchen
  • Ringelblume

 

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