Erntekrone schmückt Markhalle
Grüner Berufszweig zieht gemischte Bilanz

30. September 2021

Bildautor: Felix Neef

Hermann Dedert (links) und Heidrun Diekmann (ganz rechts) übergaben zum bevorstehenden Erntedankfest am Wochenende Tim Kähler (2. von links) und Hartmut Golücke (3. von links) die Erntekone.

Herford/wlv (Re): Eine schön geschmückte Erntekrone mit herbstlichem Ernteschmuck ziert das Foyer der Markthalle in Herford. Anlässlich des bevorstehenden Erntedankfestes überreichte der Kreislandfrauenverband und der Landwirtschaftliche Kreisverband Herford-Bielefeld dem Bürgermeister der Stadt Herford Tim Kähler sowie dem stellvertretenden Landrat Hartmut Golücke die Erntekrone am Donnerstag (30.9.2021). Sie nahmen beide das Erntesymbol gern entgegen und bedankten sich. Für sie sei diese kleine Feierstunde eine „absolute Bereicherung". Tim Kähler unterstreicht: „In der Markthalle ist die prächtig dekorierte Erntekrone gut aufgehoben. Da passt sie sehr gut hin, denn hier legen wir großen Wert auf hochwertige, regionale Produkte."

Symbol einer vielfältigen Landwirtschaft

Die Krone aus Getreideähren sei Symbol einer vielfältigen Landwirtschaft im Kreis, erklärt Kreisverbandsvorsitzender Hermann Dedert in seiner Begrüßung. Sie stehe für die gesellschaftliche Wichtigkeit des grünen Berufszweiges, für die Versorgung der Bevölkerung mit hochwertigen und regionalen Lebensmitteln und ebenso für deren Wandel und den Wandel unserer Gesellschaft. Dedert berichtet, dass die Lage der hiesigen Bauernfamilien derzeit prekär sei. Klimawandel, Globalisierung, immer höhere Auflagen, Verordnungen und vor allem ökonomische Zwänge: Die Bauernfamilien seien mit vielen Anforderungen konfrontiert. Und er gibt zu bedenken: Wenn man die regionale Erzeugung wirklich wolle, dann müsse der bäuerliche Familienbetrieb auch zukunftsfest gemacht werden. „Bei nichtauskömmlichen Preisen wissen die Landwirtsfamilien derzeit nicht, wie sie ihre Höfe für die Zukunft aufstellen sollen", schildert Dedert. „Viele wollen mehr für das Wohl ihrer Tiere tun." Um die Ställe zu verändern, bräuchten sie jedoch einen klaren Weg für die Zukunft.

Eigene Verhalten überdenken und ändern

Heidrun Diekmann Kreislandfrauenvorsitzende Herford erinnert in ihrer Ansprache daran, dass das Erntedank ein jährliches Fest sei, in den verschiedenen Kulturen und Religionen allerdings einen anderen Rahmen habe. Doch vereinen würden alle, das Innehalten und Danke sagen. Gerade die Ereignisse und zerstörenden Bilder der Flutkatastrophe der letzten Monate hätten gezeigt, dass wir nach wie vor von den Naturkräften abhängig seien. Darum gelte es auch heute, an den Sinn des Erntedanks wiederholt und unermüdlich zu erinnern und aufmerksam zu machen: „wie wichtig es ist, Natur und unsere vorhandenen Lebensräume zu bewahren und zu schützen." Die Vorsitzende hebt weiter das diesjährige Leitthema der Landfrauen hervor. „Unerlässlich ist für uns zudem eine angemessene Menge an Wasser." In den letzten Jahren habe es bezogen auf die Erntebilanz davon deutlich zu wenig geregnet. Sie erklärt, dass sich die Landfrauen in Westfalen-Lippe mit dem Leitthema: „Wasser- wir machen die Welle", mit dieser aktuellen Problematik auseinandersetze.

Ohne Wasser könne der Mensch nicht leben. Immer ausreichendes, sauberes verfügbares Wasser sei nicht mehr selbstverständlich: „Die Erderwärmung lässt viele Regionen der Erde vertrocknen, viele Wälder weltweit brennen. Frostböden tauen auf, der permanent steigende Wasserverbrauch sowie saisonal fehlende Niederschläge ließen die Grundwasserspiegel sinken. „Die Auswirkungen sind mittlerweile auch in Deutschland spürbar, vor allem in der Land- und Forstwirtschaft", sagt die Landfrauenvorsitzende. „Es ist unerlässlich, dass wir uns für den Schutz des Wassers einsetzen." Dies könne nur mit einem Umdenken aller Menschen und einer deutlichen Reduzierung des Wasserverbrauchs gelingen und ganz besonders in unserem Konsumverhalten. Diekmann: „Erntedank heißt also ebenso innehalten, um das eigene Verhalten zu überdenken und gegebenenfalls notwendige Änderungen in Erwägung zu ziehen."

Erntebilanz

In seiner Erntebilanz resümiert Vorsitzender Dedert: „Wir haben in diesem Jahr eine durchschnittliche Ernte eingefahren." Nach drei Jahren mit Trockenheit und Hitze folgte 2021 ein feuchter und kühler Frühling sowie Sommer. Aufgrund der unbeständigen Witterung gestaltete sich die Ernte als Hängepartie. Regelmäßige Regenfälle und niedrigere Temperaturen führten dazu, dass die Landwirte immer nur in kurzen Zeitfenstern ernten konnten. Ertraglich erfüllte die Getreideernte nicht die Erwartungen, die das Frühjahr versprach", schildert Dedert. Die gute Wasserversorgung im Mai und Juni und der optische Eindruck der Bestände hätten eigentlich auf ein gutes Ergebnis hoffen lassen. „Außerdem litten die Qualitäten aufgrund der unbeständigen Witterung zur Haupterntezeit. „Von den verheerenden Unwettern blieben wir zum Glück verschont", unterstreicht der Vorsitzende. „Die schlimmen Bilder von der Flutkatastrophe zwischen Kölner Bucht und Eifel kommen uns noch immer vor Augen und zeigen wie sehr wir auf Gottes Gnade angewiesen sind.".

 

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