Grüner Berufszweig übergibt Erntekrone
an Eberhard David auf Ramsbock Hof

29. September 2021

Deutsche Landfrauenpräsidentin spricht über Zukunft der Landwirtschaft

Bildautor: WLV
- Hermann Dedert (1. von rechts), Katrin Nolting-Obermann (2. von rechts) und Petra Bentkämper (3. von links) überreichten Eberhard David (3. von rechts) in einer Feierstunde die Erntekrone.

Bielefeld/wlv (Re): Über eine prächtige Erntekrone kann sich Eberhard David, Vorsitzender des „Fördervereins Landschaftspflegehof Ramsbrock", freuen. In einer Feierstunde auf dem Ramsbrocks Hof in Bielefeld am Dienstag (28.9.2021) überreichten der Kreislandfrauenverband Bielefeld und der Landwirtschaftliche Kreisverband Herford-Bielefeld anlässlich des Erntedankfestes die Erntekrone. Zudem sprach die Deutsche Landfrauenpräsidentin und Bielefelderin Petra Bentkämper in ihrem Vortrag zum Thema: „Zukunft Landwirtschaft, eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe".

Erntekrone - eine lange Tradition

Der ehemalige Oberbürgermeister und Fördervereinsvorsitzender Eberhard David freut sich über die Erntekrone. Er plädiert in seiner Ansprache daran, öfter daran zu denken, dass wir alle für eine gute Versorgung mit Lebensmitteln zu danken haben. Dies komme oft zu kurz. Danken und mal Innehalten sei gerade auch in dieser schnelllebigen Zeit sehr wichtig.

Kreisverbandsvorsitzender Hermann Dedert erinnert, dass die Überreichung der Erntekrone an verschiedenen Organisationen in Bielefeld für die grüne Berufssparte eine lange Tradition habe. Diese schön dekorierte Krone aus Getreideähren sei Symbol einer vielfältigen Landwirtschaft in Bielefeld. „Doch die Lage der hiesigen Bauernfamilien sei prekär", berichtet Dedert. Klimawandel, Globalisierung, immer höhere Auflagen, Verordnungen und vor allem ökonomische Zwänge: Die Bauernfamilien sind mit vielen Anforderungen konfrontiert. Er gibt zu bedenken: Wenn Politik und Gesellschaft die regionale Erzeugung wolle, dann müsse sie den bäuerlichen Familienbetrieb zukunftsfest zu machen. „Bei nichtauskömmlichen Preisen wissen sie derzeit nicht, wie sie ihre Höfe für die Zukunft aufstellen sollen", schildert Dedert.

Wasser - wertvollste Ressource der Welt

Katrin Nolting-Obermann vom Vorstandsteam der Bielefelder Landfrauen ging an dem Abend auf das diesjährige Leitthema der Landfrauen ein: das Wasser. Es sei die wertvollste Ressource der Welt. Es gebe nichts, was wir zum Überleben dringender benötigen. Wasser sei für jede Art von gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Entwicklung unerlässlich. Doch die Verfügbarkeit und Qualität des Wassers ändere sich aktuell dramatisch. Die Gründe seien das Bevölkerungswachstums, das sich ändernden Konsumverhaltens oder der Klimawandels. „Es ist eine der größten Herausforderungen für uns Menschen", betont Nolting-Obermann: „Wir alle müssen mehr den Blick auf unser Konsumverhalten richten und damit auf die Produkte, zu deren Herstellung viel Wasser benötigt wird."

Erntebilanz

Weiter resümiert Vorsitzender Dedert in seiner Erntebilanz: „Die Ernte in diesem Jahr war enttäuschend, allerdings seien die Preise gut. „Die Getreideernte erfüllte ertraglich nicht die Erwartungen, die das Frühjahr mit ausreichendem Regen versprach", so Dedert. Außerdem litten die Qualitäten unter dem unbeständigen Wetter zur Haupterntezeit.

Zukunft Landwirtschaft, eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe

Die Deutsche Landfrauenpräsidentin Petra Bentkämper stellte an dem Abend in ihrem Kurzvortrag einige wichtige Ergebnisse und Empfehlungen aus dem Abschlussbericht der „Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL)" vor. Bentkämper erklärte: Eine wichtige Aussage dieses Berichtes sei, dass die zentrale Aufgabe der Landwirtschaft nach wie vor in der Erzeugung gesunder, nachhaltiger Lebensmittel in ausreichender Menge und Vielfalt liege. „Damit ist die Landwirtschaft unersetzlich für unsere Gesellschaft", unterstreicht die Landfrauenpräsidentin. Der grüne Berufszweig sei systemrelevant und der Weg in die Zukunft sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Sie erzählt, dass es den Mitgliedern der ZKL gelungen sei, aus festgefahrenen Konflikten hin zu gemeinsamen, tragbaren Kompromissen zu gelangen. Diese würden sowohl ökologische, ökonomische und soziale Aspekte gleichermaßen einbeziehen.

Weiter erläutert sie: Alle Mitglieder der ZKL seien sich einig, dass beim Tierschutz eine weitreichende Umstrukturierung notwendig sei, dies aber mit den Zielen Qualitätserzeugung, auskömmliche Einkommen und gesellschaftliche Akzeptanz. Hier heißt es im Bericht: „Die Vorschläge des Kompetenznetzwerkes Nutztierhaltung müssen zügig umgesetzt werden", formuliert die Präsidentin und ergänzt: Man sei übereingekommen, dass schnelle klare Leitlinien für Baugenehmigungsprozesse bei Tierwohlverbesserungen dringend notwendig seien.

Kasten
„Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL)

Die Deutsche Landfrauenpräsidentin und Bielefelderin Petra Bentkämper ist Mitglied der „Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL)". Die ZKL hatte am 29. Juni 2021 ihren Abschlussbericht verabschiedet. Der ZKL der Bundesregierung gehören die für die Landwirtschaftspolitik relevanten gesellschaftlichen Gruppen an: Die 32 Mitglieder kommen aus den Bereichen Landwirtschaft, Wirtschaft und Verbraucher-, Umwelt- und Tierschutz sowie aus der Wissenschaft.

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