"Nur Kühe, die sich wohlfühlen, geben auch viel Milch" Pressetermin des Kreisverbandes Hochsauerland um Thema "Tierwohl" anlässlich der Grünen Woche

17. Januar 2013

Medebach / Hochsauerlandkreis. Der kuschelwarme Stall gehört der Vergangenheit an – Rinder lieben Kälte, aber auf jeden Fall viel frische Luft. Moderne Stallbauten haben sich den Bedürfnissen der Tiere angepasst, Stichworte wie „Kuhkomfort“ gehören selbstverständlich zur Stall-Planung dazu.

Zur Information über aktuelle Milchproduktion im Hochsauerland anlässlich der Grünen Woche in Berlin präsentierte der Landwirtschaftliche Kreisverband Hochsauerland die Rinderhaltung auf dem Betrieb der Familie Florian Hellwig in Medebach-Deifeld.  240 Rinder werden dort in modernsten Stallbauten gehalten – 130 davon Milchkühe. Florian Hellwig: „Nur Kühe, die sich wohlfühlen, erbringen auch eine gute Milchleistung. Auf meinem Bauernhof ist es angenehm für Mensch und Tier.“

150 Millionen Liter Milch werden jährlich im Hochsauerlandkreis auf 500 Bauernhöfen von über 20.000 Kühen produziert. Das sind 440.000 Liter täglich, damit werden 1,75 Millionen Menschen täglich mit Milch aus dem HSK versorgt. Durchschnittlich 7.500 Liter Milch gibt eine Kuh heutzutage.

Die größte gesellschaftspolitische Herausforderung für die heimische Landwirtschaft sieht der Westfälisch-Lippische Landwirtschaftsverband (WLV) aktuell in der laufenden Diskussion über die moderne Nutztierhaltung. Während der Beruf des Bauern Umfragen zufolge durchaus sehr geschätzt werde, sähen Teile der Gesellschaft einzelne Bereiche der Tierhaltung sehr kritisch.

Der WLV will diese laufende Debatte weiterhin offensiv führen, zeigt sich offen für substantielle Kritik, bemängelt jedoch auch die Maßlosigkeit mancher Kommentare in der aktuellen Auseinandersetzung in Medien und Politik.

„Sachliche Kritik aus der Gesellschaft nehmen wir ernst – und dies nicht erst seit heute“, so Josef Schreiber, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Hochsauerland. „Dies zeigen nicht zuletzt die Projekte, die wir gemeinsam mit Organisationen aus der Wissenschaft und der Politik seit geraumer Zeit sowohl in der Tierhaltung als auch im Ackerbau durchführen. Leider weigern sich manche Kritiker, dies auch zur Kenntnis zu nehmen.“

So engagiert sich der WLV in Kooperation mit der NRW-Landesregierung und weiteren Partnern beim Aufbau umfassender Tiergesundheitssysteme, bei der Suche nach neuen Wegen zur verstärkten Zucht von hornlosen Rindern und auch beim Aufbau eines umfassenden Antibiotika-Monitorings im Bereich der Geflügel- und Schweinehaltung. Im Ackerbau fördert der Verband den Schutz von Oberflächengewässern, wirbt für Naturschutzmaßnahmen zur Förderung der Artenvielfalt und sucht aktuell neue Wege zur ökologischen Optimierung im Maisanbau.

Besonders gefreut hat sich der Landwirtschaftliche Kreisverband über die umfangreiche Berichterstattung in der Westfalenpost.

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