Ein Sommer, wie er früher einmal war...

07. September 2021

Erntedankpressekonferenz des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes: Grünlandernte super, Getreide schwierig zu ernten, Schweinepreise Desaster, Wald vom Borkenkäfer zerstört

Christoph, Max und Steffi Möller-Winter, Ortsverbandsvorsitzender Markus Wegener, Kreisgeschäftsführer Karsten Drews-Kreilman, Kreisverbandsvorsitzender Josef Schreiber (v. links).

Ein Sommer, wie er früher einmal war

Erntedankpressekonferenz des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes: Grünlandernte super, Getreide schwierig zu ernten, Schweinepreise Desaster, Wald vom Borkenkäfer zerstört

Hochsauerlandkreis. „Der viele Regen in diesem Jahr hat dem Grünland gutgetan: Nach drei viel zu trockenen Sommern konnten die Landwirte 2021 eine fette Grasernte einfahren: Erster, zweiter, dritter und mancherorts auch schon vierter Schnitt brachten reichlich Menge und Qualität in die Futterscheunen. Das war ein Sommer, wie er früher einmal war: Viel Regen und etwas Sonne zwischendurch.
Das Getreide hingegen war wegen des Regens schwierig zu ernten, es gab nur immer wieder kurze Erntefenster. Ein Desaster sind die Schweinepreis, diesen Preiskampf des Lebensmitteleinzelhandels werden viele Schweinhalter nicht überleben. Und der Wald ist vielerorts schlichtweg verschwunden" – Josef Schreiber, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Hochsauerland, zieht auf dem Milchbauernhof der Familie Möller-Winter in Meschede-Eversberg drei Wochen vor dem Erntedankfest eine vorläufige Bilanz der Ernte in diesem Jahr. Große Hoffnung gibt es beim Mais: Für die Ernte der Futterpflanzen im Oktober sieht die Prognose bisher gut aus.

Grünland

„Der viele Regen in diesem Jahr hat dem Grünland gutgetan: Nach drei viel zu trockenen Sommern konnten die Landwirte 2021 eine fette Grasernte einfahren: Erster, zweiter, dritter und mancherorts auch schon vierter Schnitt brachten reichlich Menge und Qualität in die Futterscheunen." Josef Schreiber zählt auf: Schon der erste Schnitt – der wichtigste für die Grünlandbetriebe – brachte gutes eiweißhaltiges Gras in die Lager, im normalen Rhythmus von circa sechs Wochen Abstand folgten dann die weiteren Ernten. Das hat uns sehr zufrieden gemacht."

Milch

Unsere vorwiegend von Milchkuhhaltung geprägte Landwirtschaft kann damit erst einmal aufatmen. Die Silagelager sind so voll, dass auf manchen Bauernhöfen das Gras schon zusätzlich in Rundballen gelagert wird. Beim Milchpreis ist ebenfalls etwas Ruhe eingekehrt. Erfreulich auch, dass Kühe und Färsen derzeit einen guten Preis am Markt erzielen.

Getreide

Markus Wegener, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsverbandes Meschede, beschreibt die zittrig verlaufene Getreideernte: „Die Getreideernte war in diesem Jahr spannend: Kurze Regenlöcher machten das Einbringen zum Glücksspiel, zumal dann ja auch die Lohnunternehmer eigentlich immer genau zur gleichen Zeit angefordert wurden. Die Geräusche der teils auch nächtlichen Erntearbeiten werden vielen aufgefallen sein. Die Ernte schien sich schier endlos hinzuziehen. Spät, aber dennoch konnten jetzt die letzten Sonnentragen noch für eine letzte Drusch genutzt werden. Klar ist aber: Die Qualität ist eher schwach, die Menge war ordentlich."

Schweine

Klaus Bauerdick, stellvertretender Kreisverbandsvorsitzender, greift die Situation der Schweinehalter auf: „Die ganze Schweineaufzucht ist ein Desaster. Nur noch ca. 1,23 € pro Kilo erhalten die Mäster, sie müssten mindestens 1,50 € erhalten um kostendeckend arbeiten zu können. Bei diesem Preis denken viele ans Aufgeben. Und diejenigen, die jetzt gern in Ställe mit mehr Tierwohl investieren würden, sind dazu überhaupt nicht in der Lage."

Wald

In seiner Funktion als Vorsitzender der Bezirksgruppe Hochsauerland im Waldbauernverband NRW wirft Klaus Bauerdick einen Blick in den Wald – oder besser gesagt: in das, was noch von ihm übrig ist: „Da kommen einem die Tränen. Blitzartig hat der Borkenkäfer in den letzten drei Jahren die Fichtenwälder vernichtet. Kapital von Generationen ist verschwunden. Als wichtigstem CO2-Speicher muss der Wiederaufbau des Waldes als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden und umgesetzt werden!"

Dank zu Erntedank

Einig sind sich alle Beteiligten allerdings in einem Punkt: „Bis auf einige nicht so schwerwiegende Ereignisse sind wir von riesigen Flutschäden wie zum Beispiel im Ahrtal verschont geblieben, ein weiterer Grund, in diesem Jahr „Danke" zu Erntedank zu sagen."

https://www.eversberger-landmilch.de/

Presse-Kontakt

Kreisverbandsvorsitzender Josef Schreiber, Steffi, Christoph und Max Möller-Winter, Ortsverbandsvorsitzender Markus Wegener, stell. Kreisverbandsvorsitzender und Vorsitzender der Bezirksgruppe Hochsauerland des Waldbauernverbandes NRW Klaus Bauerdick, WLV-Kreisgeschäftsführer Karsten Drews-Kreilman und Senior Karl-Heinz Möller-Winter (v. links).

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