Herbstaussaat beginnt: Rapsaussaat im Gange

02. September 2020

Foto: Florian Pottkamp

Bauern sind in diesen Tagen mit dem Aussäen von Raps beschäftigt. Vorn der Frontpacker für das Zerkrümeln der Erdkluten, hinten die Sämaschine, die die Rapssamen passend unter der Erde ablegt.

Höxter/wlv Bauern sind derzeit mit der Aussaat von Raps beschäftigt. Dieser ist dann im Frühjahr an den leuchtend gelben Feldern zu erkennen. Kaum wurde der Raps im Juli geerntet, steht von Ende August bis Anfang September die Aussaat für das kommende Jahr an. „Weil die Samen so klein sind, werden sie sehr flach in ein feines Saatbett gelegt“, erklärt Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Höxter Antonius Tillmann. Wenige Tage nach der Aussaat sind dann bereits die ersten zarten Pflanzen auf dem Acker erkennen.

Bodenbedeckendes Blätterkleid im Winter

Raps zählt zu jenen Ackerkulturen, die beinahe das ganze Jahr lang auf dem Acker stehen. Neben ausreichend Zeit für seine Entwicklung bis zur erntereifen Feldfrucht erfüllt die Ölpflanze so verschiedene wichtige Funktionen für Boden, Nährstoffhaushalt, für Kleinlebewesen und sogar für die anschließende Ackerfrucht auf dem Feld. So ist Raps als winterharte Kultur bereits ab dem Herbst Bodendecker und Nährstoffhalter, was vor allem in den Wintermonaten von Bedeutung ist. Sobald der Raps im Herbst zu wachsen beginnt, bedeckt er den Ackerboden, entwickelt also noch vor dem Winter ein bodenbedeckendes Blätterkleid, das den Acker vor Verschlämmung und Erosion schützt. „Mit ihren tiefen Pfahlwurzeln nimmt die Pflanze Nährstoffe auf und schützt diese vor Auswaschung“, so der Vorsitzende.

Zur Blüte im April profitieren Insekten von Pollen und Nektar.

In der Fruchtfolge steht Raps üblicherweise zwischen zwei Getreidearten wie Weizen und Gerste und lockert als Blattfrucht die Fruchtfolge auf. „Das Positive ist, dass typische Getreideschädlinge und nicht erwünschte Pflanzen (Beikräuter) einen wenig geeigneten Lebensraum vorfinden und auf natürliche Weise auf der Fläche zurückgedrängt werden“, berichtet Tillmann.

Anders wie Palmöl wird kein Regenwald abgeholzt

„Der Rapsanbau lockert nicht nur die Fruchtfolge auf, sondern wir erzeugen regional ein hochwertiges Speiseöl“, erläutert Tillmann. Dafür werde im Gegensatz zu Palmöl kein Regenwald abgeholzt. Der Rapskuchen, der bei der Rapsölherstellung anfällt, ist zusätzlich ein wichtiges Eiweißfuttermittel für unsere Tiere. „Wir brauchen den Raps in unserer Region“, sagt der Landwirt. Insekten, Boden und auch die Menschen würden sich zudem über die gelbe Blütenpflanze freuen.

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