Maisernte im Gange: Große Spannbreite der Ergebnisse

22. September 2020

Vorsicht im Straßenverkehr

Foto Florian Pottkamp
Der Maishäcksler bei der Arbeit: Die geernteten, zerkleinerten Pflanzen werden mit dem Trecker und Anhänger zum Hof gebracht. Im Fahrsilo luftdicht verschlossen und durch die entstehende Milchsäuregärung - wie bei der Sauerkrautherstellung - wird das Futter für den Winter konserviert.

Höxter /WLV (Re) Die Maisernte im Kreis ist in vollem Gange, die Maishäcksler haben ihre Arbeit aufgenommen. „Der Maiserträge fallen in diesem Jahr sehr unterschiedlich aus, je nach Bodenverhältnissen und Regen", erläutert der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Höxter Antonius Tillmann.

Menge und Qualität beim Mais sind selbst innerhalb kurzer Entfernungen sehr verschieden, abhängig von der lokalen Witterung. Denn die Regenschauer gingen örtlich oft sehr unterschiedlich nieder. „Insgesamt kam der Regen Ende Mai/Anfang Juni nach dem trockenen Frühjahr und auch im August für die Ackerfrucht immer gerade noch zur rechten Zeit", berichtet Tillmann und erläutert, dass die Bauern die neue Ernte bräuchten, da nach zwei trockenen Jahren kaum Futterreserven vorhanden seien.

Wofür wird der Mais alles verwendet?

Der Mais füllt nun die Silos der Milchvieh- und Bullenhalter sowie Biogasanlagenbetreiber wieder auf. Die ganzen Pflanzen werden gehäckselt und luftdicht verschlossen. Durch die entstehende Milchsäuregärung wird das Futter - nach dem Prinzip der Sauerkrautherstellung - für den Winter konserviert. „Eine gute Qualität des Futters bestimmt mit das Wohlempfinden und die Gesundheit unserer Tiere", sagt der Vorsitzende. Ein weiterer Teil der Maisernte gelangt in Biogasanlagen. Hier werden die Pflanzen mit Hilfe von Bakterien vergärt. Es entstehen Strom und Wärme. Etwas später wird dann das sogenannte Corn-Cob-Mix (CCM), also Korn-Spindel-Gemisch, geerntet. Hierbei wird nur der energiereichere Kolben genutzt. Ebenfalls zerkleinert und einsiliert wandert es in den Schweinemagen. Reift der Mais noch weiter ab, werden nur noch die Körner verwendet.

Rücksicht aller Verkehrsteilnehmer wichtig

Mit der Maisernte sind jetzt vermehrt landwirtschaftliche Maschinen unterwegs. Maishäcksler und Trecker mit Anhängern, die den Mais vom Feld zu den Höfen transportieren, können zeitweise den Verkehr behindern. „Unser Anliegen zum Wohle aller Verkehrsteilnehmer ist es, keine waghalsigen Überholmanöver zu vollziehen", betont der Vorsitzende. Außerdem könne es zu Fahrbahnverschmutzung insbesondere bei Feldauffahrten durch Erde kommen, die an den Reifen hängen geblieben sei. „Hier achten wir darauf, den Schmutz nach Beenden der Ernte auf dem entsprechenden Feld zu beseitigen", fügt der Vorsitzende an. Doch besonders bei nassem Wetter ließen sich kurzfristige Verschmutzungen nicht vermeiden. „Fahren Sie an diesen verschmutzten Stellen der Situation entsprechend vorsichtiger", ergänzt Tillmann an und appelliert abschließend an alle Verkehrsteilnehmer, auch Landwirte und Lohnunternehmer um gegenseitige und verantwortliche Rücksichtnahme.

 

Kasten

Ach so ist das:
Mais- Meister an warmen und trockenen Standorten
Mais eine C4-Pflanze

Der Mais gehört zu den C4-Pflanzen. Diese zeichnen sich durch eine höhere Photosynthese-Leistung aus als bei den meisten anderen Pflanzen, den sogenannten C3 Pflanzen. Um zu wachsen benötigen Pflanzen Kohlendioxid (CO2). Dieses nehmen sie über Öffnungen an ihrer Blattunterseite auf. Durch diese Spaltöffnungen nehmen Pflanzen jedoch nicht nur CO2 auf, sie verlieren darüber auch Wasser. C3 Pflanzen müssen allerdings ihre Spaltöffnungen bei sehr warmem Wetter schließen, um nicht zu verdursten. Dadurch nehmen sie aber auch kein CO2 auf und können somit keine Photosynthese betreiben. C4 Pflanzen hingegen, wie der Mais, können trotz geschlossener Spaltöffnungen mit der Photosynthese fortfahren, da sie in der Lage sind, das CO2 vorher in der Pflanze zu speichern. Das macht sie zu wahren Meistern an warmen und trockenen Standorten. Durch diese Fähigkeit können sie trotz widriger Umstände besser wachsen, als andere Pflanzen.

Die meisten Pflanzen in den mittleren und hohen Breiten gehören zu den C3-Pflanzen, das sind beispielsweise Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Kartoffel, Sojabohne, Hanf oder Reis sowie weltweit alle Baumarten. Zu den C4-Pflanzen zählen neben Mais, Zuckerrohr, Amarant oder Hirse.

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