Landwirte zum Erntedank: Ernte zeigt große Unterschiede

01. Oktober 2020

Besondere Dankbarkeit in Coronazeiten

Am Wochenende feiern wir das Erntedankfest

Höxter /wlv (Re): Am Wochenende feiern wir das Erntedankfest: Gelegenheit für die Bauernfamilien Dank zu sagen und die Ernte rückblickend zu betrachten. „Vielen Menschen wurde in der Pandemie bewusst, dass immer verfügbare Lebensmittel keine Selbstverständlichkeit sind", resümiert der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Höxter Antonius Tillmann. Die Hamsterkäufe im Corona-Lockdown seien allen noch gut im Gedächnis. Trotz des Pandemiegeschehens hätte aber keiner Sorge haben müssen, nicht satt zu werden, betont Tillmann und appelliert: „Wir alle haben trotz der gesellschaftlichen Einschränkungen Anlass zu besonderem Dank in diesem Jahr."

Erntebilanz

Die Landwirte haben eine Getreide- und Rapsernte eingefahren, die so unterschiedlich ausfalle wie selten. Die Bandbreite ist sehr groß, je nach den Bodenverhältnissen und örtlichen Niederschlägen. „In diesem Jahr haben wir wieder einmal erfahren, wie abhängig wir von der Natur und dem Wetter sind", sagt Tillmann. In der Hauptwachstumszeit, im Frühling und Frühsommer, sei es zu trocken gewesen. „Gott sei Dank hatten wir kein drittes Dürrejahr", so der Vorsitzende. Weiter sei der Grasaufwuchs nicht so ertragreich, da Gras auf Regen angewiesen sei. Die Futtersituation für die Rinder, Schafe und Pferde sehe aber etwas entspannter aus als in den letzten beiden Trockenjahren.

Noch ist nicht alles unter Dach und Fach: „Die Maiserträge fallen ganz unterschiedlich aus, abhängig von der Bodengüte und dem Regen", schildert der Vorsitzende „Bei den Zuckerrüben sieht es nach guten Erträgen und Zuckerwerten aus. Die vielen Sonnenstunden ließen hohe Zuckergehalte erwarten. Ein großes Sorgenkind sei nach wie vor der Wald. Hitze, Trockenheit und Borkenkäferfraß hätten ihn wieder zugesetzt. Sorgen bereiten neben den Fichten die Buchen. Eine Mammutaufgabe blieben die dramatischen Schäden, die Wiederbewaldung und Entwicklung vielfältiger sowie klimastabiler Mischwälder. Dieses sieht der Vorsitzende als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Neben Corona macht den Landwirten jetzt auch noch die Afrikanische Schweinepest (ASP) zu schaffen. „Hier muss alles getan werden, um das Seuchengeschehen einzudämmen und den Schaden für die Landwirtschaft möglichst gering zu halten", untermauert Tillmann.

Ein besonderes Jahr

Die hiesigen Bauern durften in der Pandemie Wertschätzung erfahren, erzählt der Vorsitzende und erinnert, wie unerlässlich eine heimische, flächendeckende Landwirtwirtschaft und das hohe Gut der Lebensmittelsicherheit vor Ort seien. Diese müssten gewahrt werden, agrarpolitische Prioritäten müssten überdacht werden. Das ist auch in der Bundesregierung angekommen. Politiker, Landwirte sowie Natur- und Tierschützer suchen derzeit auf Bundesebene nach gemeinsamen Zukunftskonzepten für die künftige Agrarpolitik. Erforderlich sind Zukunftskonzepte mit langfristiger Planungs- und Rechtssicherheit, die den Landwirten, vor allem aber der nächsten Generation, Mut machten. Nachhaltigkeit bestehe nicht nur aus der Ökologie, sondern aus einem Gleichgewicht, das auch die sozialen und ökonomischen Aspekte berücksichtige. „Wir müssen einen Weg finden, der die Ernährung sichert, die steigenden Ansprüche der Gesellschaft berücksichtigt und unseren Bauernfamilien hilft, ihre Höfe zu erhalten und weiterzuentwickeln", so Tillmann.

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